International
Deutschland

Vater will Gendern gerichtlich verbieten – Berliner Gericht lehnt ab

Vater will Gendern gerichtlich verbieten – Berliner Gericht weist Antrag zurück

Das Berliner Verwaltungsgericht hat den Eileintrag eines Vaters zweier Gymnasiastinnen gegen die Nutzung genderneutraler Sprache in der Schule zurückgewiesen.
28.03.2023, 03:1928.03.2023, 03:19

Vor dem Hintergrund des staatlichen Erziehungsauftrags sei nicht zu erkennen, dass die Schulaufsicht einschreiten müsse, urteilte das Gericht am Montag. In einem freiheitlich-demokratisch ausgestalteten Gemeinwesen könne die Schule zudem offen für ein breites Spektrum von Meinungen und Ansichten sein.

Gendern Gendersprache Symbolbild
Reizthema: In Berlin wurde ein Antrag gegen das Gendern an Schulen abgelehnt. (Symbolbild)Bild: imago

Die Schulleitungen hätten den Lehrkräften das Gendern im Unterricht freigestellt und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass die Rechtschreibregeln einzuhalten seien, stellte das Gericht klar. Die Benutzung geschlechterneutraler Sprache in Lehrmaterialien überschreite nicht den durch die Rahmenlehrpläne eingeräumten Spielraum.

Auch sei eine genderneutrale Kommunikation mit Eltern- und Schülerschaft nicht zu beanstanden, «da diese angesichts der breiten öffentlichen Diskussion selbst bei Verwendung von Sonderzeichen hinreichend verständlich» bleibe.

Das Gebot der politischen Neutralität im Schuldienst ist nach Überzeugung des Gerichts dadurch ebenso wenig verletzt. Mit dem Gendern gehe keine politische Meinungsäusserung einher, zumal auch der Verzicht darauf eine politische Zuschreibung zuliesse. Auch habe der Vater keine unzumutbaren Nachteile für seine Kinder nachgewiesen.

Ihnen sei «grundsätzlich zuzumuten, mit den Auffassungen und Wertvorstellungen einer pluralistischen Gesellschaft – trotz eines möglichen Widerspruchs zu ihren eigenen Überzeugungen – konfrontiert zu werden». (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Nach Panettieres Tod: Klitschko besorgt um Erbe der Tochter
Der frühere Boxweltmeister Wladimir Klitschko will nach dem Tod seiner Ex-Verlobten Hayden Panettiere Berichten zufolge vorläufig das Vermögen der gemeinsamen Tochter Kaya verwalten. Der 50-Jährige habe am 24. September einen entsprechenden Antrag bei einem Gericht in Los Angeles eingereicht.
Zur Story