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epa08025215 A handout photo made available by the Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD) shows a jewelry showcase of Dresden's Treasury Green Vault in Dresden, Germany, 07 December 2007 (issued 25 November 2019). According to the SKD this showcase was broken into during a burglary on early 25 November 2019. According to the police, the amount of damage is still unclear.  EPA/DAVID BRANDT / STAATLICHE KUNSTSAMMLUNGEN DRESDEN / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Diese Vitrine soll ausgeräumt worden sein. Bild: EPA

Die 7 wichtigsten Fragen zum Jahrhundert-Einbruch in Dresden



Was ist passiert?

Bei einem der spektakulärsten Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte haben in Dresden Unbekannte aus der berühmten Schatzkammer Grünes Gewölbe Kunstschätze von kaum messbarem Wert gestohlen. Bisher gibt es keine Spur von den Tätern.

GRAFIK --- Karte: Lage des Gruenen Gewoelbes in Dresden (110 X 83mm quer) vom Montag, 25. November 2019 (KEYSTONE/Gerhard Riezler)

Hier hat sich das Ganze abgespielt. Bild: KEYSTONE

Was weiss man über die Täter?

Vermutlich zwei Täter stiegen am Montagmorgen über ein Fenster in das Residenzschloss in der Dresdner Altstadt ein. Die Kriminalpolizei veröffentlichte am Abend ein Überwachungsvideo, auf dem zwei Einbrecher zu sehen sind.

Sie geht davon aus, dass weitere Täter beteiligt waren. Bisher gibt es offiziell keine Spur von ihnen. Eine eilends einberufene Sonderkommission unter dem Titel «Epaulette» wurde am Nachmittag auf 20 Beamte verdoppelt.

Was zeigt das Überwachungsvideo?

Auf dem Schwarz-Weiss-Film aus der Überwachungskamera im Juwelenzimmer ist zu sehen, wie zwei Männer mit Taschenlampen den Raum betreten. Einer von ihnen, mit einer Kapuze auf dem Kopf, schlägt mit einer Axt auf die Scheiben der Vitrine ein und versucht, sie aufzubrechen.

Die Täter hatten nach Polizeiangaben zuvor das Gitter eines Fensters durchtrennt, waren ins Juwelenzimmer gegangen und hatten dort zielsicher die Vitrine mit Brillant- und Diamantschmuck geplündert. «In Gänze dauerte die Tat nur wenige Minuten», hiess es am Abend im Polizeibericht. Die Täter seien im Pretiosensaal eingestiegen und durch das Wappenzimmer zum Tatort gegangen. «Sie müssen sich ausgekannt haben», sagte Museumsdirektor Dirk Syndram.

Was wurde gestohlen?

Unter den gestohlenen Stücken sind nach Angaben der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) einige der kostbarsten Stücke der Juwelensammlung aus dem 18. Jahrhundert.

Dabei handelt es sich um prominente Kunstwerke der Diamantrosen- und Brillantgarnitur sowie des Brillantschmucks der Königinnen wie Kleinod und Bruststern des polnischen Weissen Adler-Ordens, die Grosse Brustschleife, eine Kette aus sächsischen Perlen, eine Epaulette (Schulterstück) und ein mit über 770 Diamanten besetzter Degen.

Jahrhundert-Einbruch in Dresden

Der Einbruch wurde am frühen Montagmorgen gemeldet. Um 04.59 Uhr hätten sie vom Sicherheitsdienst die Information bekommen, sagte der Dresdner Polizeipräsident Jörg Kubiessa. Geprüft wird ein möglicher Zusammenhang mit dem Brand eines Stromverteilers nahe der Augustusbrücke am frühen Montagmorgen. Dieser hatte für einen Stromausfall gesorgt. Dadurch fielen die Strassenlampen am Residenzschloss aus. «Es herrschte völlige Dunkelheit», so der Leiter der Kriminalpolizei, Volker Lange.

Wie gelang den Tätern die Flucht?

Hinweisen zufolge flohen die Einbrecher mit einem Audi A6 vom Tatort. Ein solches Auto wurde später in einer Tiefgarage im Dresdner Stadtteil Pieschen in Brand gesteckt, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Der Audi wird nun untersucht. Bereits zuvor hatte die Polizei nicht ausschliessen wollen, dass die Täter über die Autobahn die Flucht antraten. Die Autobahnauffahrt ist nur wenige Minuten entfernt. Die Bundespolizei wurde eingeschaltet.

Wie hoch ist der Schaden?

SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann sprach von einem «Staatsschatz». Die Schadenshöhe blieb zunächst unklar. Für die Schäden haftet der Freistaat, eine eigene Versicherung gibt es nicht. Am Abend wurde bekannt, dass nicht alle Teile der betroffenen Garnituren entwendet wurden.

Nach Angaben von SKD-Chefin Ackermann lässt sich der Wert des Diebesguts nicht beziffern. Die besondere Bedeutung liege weniger im Materialwert als in der Vollständigkeit des Ensembles. Berichten zufolge soll der Wert jedoch im Milliardenbereich liegen. Nach dem Einbruch soll nun das Sicherheitskonzept überprüft werden.

Die Räume des Grünen Gewölbes galten bis dato als streng gesichert. Laut Ackermann hat das Sicherheitspersonal die Verdächtigen auf der Videoüberwachung gesehen und die Polizei verständigt. Das Personal sei nicht bewaffnet.

Wie fallen die Reaktionen aus?

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nannte den Einbruch schockierend. Auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) zeigte sich entsetzt: «Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen, sondern wir Sachsen», sagte er. Die Werte im Grünen Gewölbe seien von den ‎Menschen im Freistaat Sachsen über viele Jahrhunderte hart erarbeitet worden. «Man kann die ‎Geschichte unseres Landes, unseres Freistaates nicht verstehen ohne das Grüne Gewölbe und ‎die Staatlichen Kunstsammlungen Sachsens.»

epa08024450 Michael Kretschmer, Saxony Premier  answers media questions inside the Dresden Castle where Dresden's Treasury Green Vault is located, in Dresden, Saxony, Germany, 25 November 2019. Dresden's Treasury Green Vault was broken into on early 25 November. According to the police, the amount of damage is still unclear.  EPA/FILIP SINGER

Michael Kretschmer spricht von einem Diebstahl am Bundesland Sachsen selbst. Bild: EPA

Sachsens Kurfürst August der Starke (1670-1733) liess die Schatzkammer zwischen 1723 und 1730 anlegen. Heute wird sie in zwei Abteilungen präsentiert. Der historische Teil befindet sich im Erdgeschoss des Residenzschlosses in den authentisch wiederhergestellten Räume der Sammlung. Eine Etage weiter oben zeigt das Neue Grüne Gewölbe besondere Einzelstücke. Nach dem Einbruch kann das Residenzschloss eventuell am Mittwoch wieder geöffnet werden. (mim/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • der nubische Prinz 26.11.2019 13:35
    Highlight Highlight Schon schade aber schlussendlich kratzt es doch keinen? die werden die dinger zerstören und die steine verkaufen, so what?
    Sind jetzt wirklich alle Sachsen bestohlen worden? ^^ Das interessiert doch Otto Normalbürger nicht...
  • Sama 26.11.2019 13:02
    Highlight Highlight Wollen wir hoffen, dass es um die Gegenstände ging (und nicht um die Steine) dann tauchen die Gegenstände irgendwann in Jahren oder Jahrzehnten vielleicht mal wieder auf und sind nicht verloren.

    Aber es besteht leider die Gefahr, dass es "nur" um die Steine ging - die allein sind schon Millionen wert.
    Wäre nicht das erste Mal, dass Kunstschätze allein aus Geldgier vernichtet werden: In Deutschland gibt es organisierte Kriminalität mit einer entsprechenden Vorgeschichte bzgl Kunstdiebstahl und Kunstvernichtung.
  • Super 26.11.2019 12:38
    Highlight Highlight Wer wohl der Auftraggeber ist?
    Wenn einer alles hat was er mit Geld kaufen kann, dürstet es ihm nach Dingen die unbezahlbar sind.
  • Liselote Meier 26.11.2019 11:57
    Highlight Highlight "von den ‎Menschen im Freistaat Sachsen über viele Jahrhunderte hart erarbeitet worden."

    Mit diesem Satz habe ich ziemlich Mühe. Das wurde vom Fürsten ja nicht für die Öffentlichkeit herangeschafft sondern für den eigenen Prunk.
  • ostpol76 26.11.2019 09:44
    Highlight Highlight Was peinlich ist 🙈 Die Sicherheitsleute vor Ort haben alles Live am Monitor mitverfolgt. Sie dürfen aber nicht eingreifen sondern nur die Polizei verständigen.
    • bebby 26.11.2019 11:14
      Highlight Highlight Weil ein Menschenleben immer noch mehr zählt, als ein paar Schmuckstücke. Wäre bei uns nicht anders.
    • ostpol76 26.11.2019 12:34
      Highlight Highlight @bebby
      Schon klar. Verstehe nur die Verhältnismässigkeit nicht. Die Sicherheitsleute welche mit dem Geldtransporter beim Mirgos oder Coop 10'000 Franken abholen sind bewaffnet und entsprechend ausgebildet.

      Hier wo es es anscheinend um Milliarden geht sitzen, böse gesagt, Renter und Studenten vor dem Monitor und drehen Däumchen ;-)
  • moedesty 26.11.2019 08:36
    Highlight Highlight Wenn man bedenkt dass sind einfach nur Steine die aufgrund ihrer Seltenheit so wertvoll sind. Eigentlich ist der Wert nur ein Konstrukt von uns Menschen. Nicht weiter tragisch.
    • Snooks 26.11.2019 16:18
      Highlight Highlight Alle unsere Werte und Regeln sind ein Konstrukt von uns Menschen. Soll man jetzt auf alles pfeifen?
  • Gustav.s 26.11.2019 08:20
    Highlight Highlight Mindestens 2 Schmuckstücke des weissen Adler Ordens.
    Polen mit seinem steigendem Nationalismus in der nähe....
    Ich könnte mir da durchaus noch andere Gründe als Geldgier vorstellen.
    • Asmodeus 26.11.2019 09:15
      Highlight Highlight Definitiv. Bei der Anzahl von Reichsbürgern und Nazis in Sachsen auch gut möglich dass der Diebstahl aus der Ecke kommt.


      Aber generell muss einem klar sein bei solchen Einbrüchen.

      Solche Ware kannst Du nicht einfach verkaufen. Jeder würde es entdecken. Sowas stiehlst Du nur für Dich selbst, wenn Du keine Ahnung hast oder wenn Du bereits einen Käufer an der Hand hast der genau das wollte.

      Also mal nachschauen wer in den letzten Jahren versucht hat das Zeugs käuflich zu erwerben.
      Play Icon
    • alessandro 26.11.2019 11:42
      Highlight Highlight Auftragsarbeit, der Käufer wartet bereits. Es klaut doch niemand sowas und macht dann eine Ebay Auktion...
  • Lisbon 26.11.2019 08:03
    Highlight Highlight Scheint mir dilettantisch gesichert zu sein im Vergleich zu den Milliarden. Sollte nicht gleich ein Alarm losgehen, sobald jemand an den Fenstern rummurkst und Gitter herausschneidet? Wie können die erst durchs halbe Gebäude rennen, dann die Vitrine einschlagen und der Alarm geht erst dann los (4.57 Uhr) bzw. Meldung an die Polizei um 4.59 Uhr. Das ist ja fast eine Einladung..
    • tommynatori 26.11.2019 10:59
      Highlight Highlight tja, wenn die Alarmanlage am örtlichen Stromnetz hängt und dieses offensichtlich ausgeschaltet wurde, wird's schwierig mit dem Alarmauslösen. Ausser man hätte eine USV installiert....... (wie in jedem mittelklassigen Rechenzentrum üblich, bzw Pflicht)
    • bebby 26.11.2019 11:21
      Highlight Highlight Ein Museum ist keine Bijouterie und letztlich zählt hier primär der immaterielle Wert. So etwas klaut ein Profi normalerweise nicht. Wohin soll man denn damit? Solche Schmuckstücke können dann gar nicht offen getragen oder gezeigt werden. Und welcher Hehler möchte sich an so etwas die Finger verbrennen?
    • LaPalomaOhe 26.11.2019 17:34
      Highlight Highlight Sicherheit kostet Geld, und das wird anderswo gebraucht, Mutti hat Gäste...
  • alessandro 26.11.2019 07:24
    Highlight Highlight Es gibt Kunstschätze die mir massiv mehr am Herzen liegen als einfach Juwelen. Bin halt auch nicht Zielpublikum für so Plunder.
    Ein bitzeli Sympathie hab ich fürs Ganze übrig.
  • Illuminati 26.11.2019 07:08
    Highlight Highlight Mehr Hollywood als Hollywood selber ;)
    • outsidecamper 26.11.2019 08:26
      Highlight Highlight Bis zur Verfilmung wirds wohl eh nicht lange dauern ;-)
  • Pümpernüssler 26.11.2019 06:46
    Highlight Highlight Wenn die gestohlenen Dinge so unvorstellbar wertvoll sind, hätte man sie vielleicht nicht im Original austellen sollen.
  • BigDaddy 26.11.2019 06:25
    Highlight Highlight Wert im Milliardenbereich? Nö, versichern wir nicht.
    Panzerglas? Nö, brauchen wir nicht.
    Oh...

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