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Darf sie das überhaupt? 3 Fragen zum Merkel-Knall

Max Biederbeck / watson.de



epa07128862 (L-R) CDU Secretary General Annegret Kramp-Karrenbauer and German Chancellor Angela Merkel arrive for a Federal Board Meeting of the Christian Democratic Union (CDU) at the CDU's headquarters in Berlin, Germany, 29 October 2018. The federal board meets the day after federal state Hesse's regional elections that saw an upset for the parties ruling in the federal government. Local media reported that Merkel will not run for another term of leadership for the CDU.  EPA/OMER MESSINGER

Wie weiter, Angela Merkel? Bild: EPA/EPA

Wow.

So zäh und schleppend der hessische Wahlabend für die CDU am Sonntag war, so sehr knallt es am Montag.

Seit 9 Uhr morgens tagt das Präsidium der Christdemokraten im Konrad-Adenauer-Haus. Und dort soll die CDU-Chefin selbst das Wort ergriffen und geradezu Historisches angekündigt haben. Nach 18 Jahren kandidiert sie nicht mehr für den Parteivorsitz. Trotzdem will Angela Merkel Kanzlerin bleiben.

Geht das überhaupt?

Klar, das geht.

Bereits Gerhard Schröder war am Ende seiner Amtszeit nicht mehr Parteivorsitzender der SPD.

Angela Merkel war bisher einfach nur kein Fan dieser Variante. Das ist erst einmal nachvollziehbar, denn wer seine Partei innenpolitisch im Griff hat, der kann auch seine Regierungspolitik leichter durchsetzen.

Das Beispiel Schröder aber hat gezeigt: Seine Macht erodierte ab dem Moment, da er den Parteivorsitz 2004 nicht mehr inne hatte. 

Allerdings: Nach drei Regierungszeiten mit der Grossen Koalition hat sich die Logik des Festhaltens an Parteivorsitz und Kanzlerschaft für Angela Merkel abgenutzt. Ihre Doppelfunktion hat weniger geholfen, als dass sie ihre Regierung schwächte. Darauf hat sie jetzt nach zwei verkorksten Landtagswahlen reagiert.

Gibt es eine Strategie hinter dem Rücktritt?

Ja, die gibt es.

Es ist kein Geheimnis, dass die Kanzlerin dafür die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer vorsieht. Die steht grundsätzlich für den Kurs Merkels. Für den Job als Generalsekretärin verzichtete die Saarländerin sogar auf ihr Amt als Ministerpräsidentin des Landes.

Seit 2005 ist Merkel Bundeskanzlerin, das ist ihr Werdegang

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Video: srf

Es wäre wie beim Schach, eine Rochade. Die Königin tritt zur Seite, um eine ihrer stärksten Figuren (den Turm) ins Spiel zu bringen. Mit so einer Rochade könnte sie ihre politischen Inhalte sichern und die Partei gleichzeitig erneuern.

Wird das funktionieren?

Das ist nicht klar.

Die Partei wird im Dezember entscheiden, wer die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Angela Merkel werden soll. Unter Merkel hat man es gerne vergessen, aber natürlich gibt es auch in der CDU sehr unterschiedliche Strömungen und Lager.

So hat bereits heute Christian von Stetten, der mittelstandspolitische Sprecher der Fraktion und Vorsitzender des einflussreichen Parlamentskreises Mittelstand, angekündigt, einen Kandidaten vorschlagen zu wollen. Dabei könnte es sich um Friedrich Merz handeln, wie auch die DPA erfahren haben will.

Friedrich Merz steht vor allem für den wirtschaftsliberalen Flügel der Union. Seine Kandidatur ist eine direkte Kampfansage an die Übergangspläne der Kanzlerin.

epa07128788 (FILE) - Friedrich Merz, Chairman of BlackRock Germany, speaks at the 'Man meets Technology' Banking Summit in Frankfurt Main, Germany, 07 September 2017 (reissued 29 October 2018). According to media reports from 29 October 2018, former head of the Christian Democrats (CDU) Bundestag faction Merz will run for CDU party chairman following reports of Chancellor Merkel allegedly not running again for re-election as chairwoman at the next party convention.  EPA/ARMANDO BABANI

Friedrich Merz. Bild: EPA/EPA

Auch andere Kandidaten werden sich finden. Da wäre zum Beispiel Armin Laschet, der dem grössten CDU-Landesverband in NRW vorsteht. Und da ist Jens Spahn, der für einen national konservativen Kurs steht und schon seit Jahren konservative Politiker der CDU um sich sammelt. 

Merkels Gesichtszüge

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Video: srf/SDA SRF

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • #Technium# 29.10.2018 14:11
    Highlight Highlight Merkel sieht nach wie vor keine politischen Fehler ein. Sie ebnet mit dieser Haltung nicht einen Boden für einen richtigen politischen Neuanfang der CSU. Somit wird die Zukunft noch lange von der Ära Merkel überschattet werden und viele Wähler werden entweder den Grünen oder AfD ihr Vertrauen aussprechen.
  • N. Y. P. 29.10.2018 12:51
    Highlight Highlight Es wäre wie beim Schach, eine Rochade. Die Königin tritt zur Seite, um eine ihrer stärksten Figuren (den Turm) ins Spiel zu bringen. Mit so einer Rochade könnte sie ihre politischen Inhalte sichern und die Partei gleichzeitig erneuern.


    Der König hat natürlich wieder nichts zu sagen. Der arme Kerl. Voll unter der Fuchtel von Frau Königin.
  • what's on? 29.10.2018 12:37
    Highlight Highlight Irgendwie peinlich, dass man heutzutage schon das Wort "Rochade" erklären muss - oder liegt es am Medium und dessen Zielgruppe?
    • Xonco aka. The Muffin Man - Eingebünzelt 29.10.2018 13:13
      Highlight Highlight Ich denke weniger das der Hippe Jerome-Bartholomäus Schach spielt.
    • Borki 29.10.2018 13:17
      Highlight Highlight Irgendwie peinlich, wenn man elitär an Watson und dessen Zielgruppe herumnörgelt, weil man sich die NZZ nicht leisten kann / will... ;-)


    • Dr Barista 29.10.2018 14:00
      Highlight Highlight Nur schade kann im Schach nur der König eine Rochade ausführen kann...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Effersone 29.10.2018 12:34
    Highlight Highlight „Mit so einer Rochade könnte sie ihre politischen Inhalte sichern und die Partei gleichzeitig erneuern.“

    Genau, die deutsche Bevölkerung möchte weiterhin die gleichen politischen Inhalte. Deswegen wandern massiv Wähler zu AFD und Grünen ab... 🙄
    • walsi 29.10.2018 13:10
      Highlight Highlight Es soll sich auch nichts ändern, der deutsche Michel soll das nur glauben. Wie sagt man so schön, alter Wein in neuen Schläuchen.
    • Dr. Zoidberg 29.10.2018 13:14
      Highlight Highlight das ist unsinn. für uns deutsche ist der wichtigste politische inhalt der benzinpreis.

      das problem von cdu & spd ist, dass sie nicht mehr unterscheidbar sind und beiden ein "konservativer flügel" fehlt.
      afd wähler sind im wesentlichen leute, die früher cdu / spd als konservative bzw. "kleine leute" partei wählten. spätestens seit schröder und merkel wissen die, dass das nicht so ist. dass die jetzt afd wählen, hat mit borniertheit, egoismus und schreiender dummheit zu tun.

      die grünen sind wählbar, weil sie das sind, was cdu & spd gerne wären: "wertkonservativ" und progressiv gleichzeitig.
    • Fabio74 29.10.2018 17:07
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