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Far-right extremists gather to commemorate the death of Adolf Hitler's deputy, Rudolf Hess, in Berlin's western district  of Spandau, Saturday, Aug. 19, 2017.  Police are allowing the march, but participants are not allowed to glorify Hess, who died at Spandau prison 30 years ago. A counter demonstration is also expected.  (Maurizio Gambarini/dpa via AP)

Demoteilnehmer am «Gedenkmarsch» für Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess. Bild: AP/dpa

«Grundrechte leider auch für Arschlöcher»: Verletzte bei Neonazi-Gedenkmarsch in Berlin



Zu Auseinandersetzungen ist es am Samstag in Berlin-Spandau bei einem Gedenkmarsch von Rechtsextremen für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess gekommen. Den mehreren Hundert Neonazis stellten sich nach Teilnehmerangaben mehr als tausend Gegendemonstranten entgegen und blockierten die vorgesehene Route der Rechten.

Die Polizei bemühte sich mit einem Grossaufgebot, die Gruppen voneinander getrennt zu halten. Zu grösseren Zusammenstössen kam es laut Polizei zunächst nicht, allerdings zu einzelnen Zwischenfällen und auch Festnahmen.

Auf Anweisung der Polizei wurde schliesslich die Demonstrationsroute der Rechten geändert, offensichtlich da ein Durchkommen auf dem eigentlich geplanten Weg durch die Innenstadt nicht möglich war. Einzelne Rechtsextreme, die es wegen der Blockaden nicht zum Demonstrationsort geschafft hatten, hielten eine spontane Kundgebung im benachbarten Falkensee ab.

Anlass der Kundgebung der Rechtsextremen war der 30. Todestag von Hess. Dieser starb am 17. August 1987 im Kriegsverbrechergefängnis der Alliierten in Berlin-Spandau.

Zu den Gegenkundgebungen hatte ein breites Aktionsbündnis aufgerufen, das unter anderem von SPD, Grünen, Linkspartei, Kirchen sowie dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) unterstützt wurde. In ihrem Aufruf wandten sie sich nicht nur gegen ein «Heldengedenken» für Hess, sondern auch generell gegen «rassistische Stimmungsmache» sowie «Drohkulissen gegen Menschen mit Migrationshintergrund und Geflüchtete».

Grundrechte «leider auch für Arschlöcher»

epa05820415 Berlin Interior Senator Andreas Geisel speaks during a news conference in Berlin, Germany, 28 February 2017. Police on early 28 January 2017 raided 24 places in Berlin, including apartments, businesses and six prison cells, in connection with the prohibition of the mosque association 'Fussilet 33 e.V.'. The Berlin Christmas Market attacker Anis Amri is said to have regularly visited the mosque.  EPA/CLEMENS BILAN

Berlins Innensenator Andreas Geisel. Bild: EPA/EPA

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte vorab dem Sender rbb zur Frage eines möglichen Verbots des Aufzugs der Rechtsextremen: «Ein Verbot wäre mir sehr sympathisch gewesen, wir haben das sehr sorgfältig geprüft und festgestellt, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung leider auch für Arschlöcher gilt.»

Auch ein Polizeisprecher wies im Internetdienst Twitter darauf hin: «Wir haben die Versammlungsfreiheit für alle zu gewährleisten.» (sda/afp)

Sieg Fail: So doof sind Nazis

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