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Tesla: Ermittler widerlegen Spionagevorwürfe gegen Gewerkschafter

Tesla CEO Elon Musk, left, and Andr
Tesla-Werksleiter André Thierig (rechts) gerät in Erklärungsnot. Bild: keystone

Spionage-Eklat bei Tesla: Ermittler präsentieren brisantes Ergebnis

Spionage-Krimi bei Tesla: Schwere Vorwürfe erschütterten das deutsche Werk in Grünheide. Nun haben Ermittler den entscheidenden Beweis ausgewertet. Das Ergebnis bringt den Werksleiter in Erklärungsnot.
30.03.2026, 12:3330.03.2026, 13:38
Markus Abrahamczyk / t-online
Ein Artikel von
t-online

Im Rechtsstreit zwischen Tesla und der IG Metall gibt es eine Wende. Die Ermittlungsbehörden haben den Vorwurf der heimlichen Bildaufnahme gegen einen Gewerkschaftsvertreter als unbegründet zurückgewiesen. Zuvor hatte Tesla-Werksleiter André Thierig behauptet, eine Betriebsratssitzung sei illegal mitgefilmt worden.

Der heftige Schlagabtausch rund um das Tesla-Werk in Grünheide erreicht damit eine neue Stufe. Nachdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) Ermittlungsverfahren gegen beide Seiten eingeleitet hatte, liegt nun ein zentrales Ergebnis vor. Der Spionagevorwurf gegen die IG Metall hat sich nicht bestätigt. «Alle diesbezüglichen Beschuldigungen von Tesla sind haltlos», schreibt die Gewerkschaft.

Keine Aufnahmen auf beschlagnahmtem Laptop

Auslöser der Ermittlungen war ein Vorfall vom 10. Februar. Werksleiter André Thierig warf einem Gewerkschafter vor, eine Sitzung heimlich mit einem Laptop aufgezeichnet zu haben. Thierig sprach von Dutzenden Zeugen für diesen Verstoss gegen die Vertraulichkeit des Wortes. Security-Mitarbeiter hätten den Beschuldigten in einen Nebenraum geführt. Anschliessend sei auch die Polizei eingetroffen.

Die technische Untersuchung durch die Brandenburger Behörden entlastet den Beschuldigten jedoch nun vollständig. Auf dem beschlagnahmten Laptop konnten keine Videoaufnahmen der besagten Sitzung gefunden werden. Die IG Metall hatte stets betont, das Gerät lediglich für ein schriftliches Protokoll genutzt zu haben.

Gewerkschaft: «Alle Vorwürfe waren falsch»

IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto reagiert scharf auf die Entwicklungen. Tesla-Geschäftsführer André Thierig habe mit «dreisten Anschuldigungen» eine Schmutzkampagne losgetreten, um die Betriebsratswahl zu beeinflussen. Die IG Metall hatte die Wahl danach verloren. Im Rat der Arbeitnehmervertreter haben Tesla-nahe-Personen somit weiterhin die Mehrheit.

«Tesla ist jederzeit bereit, alle Grenzen zu überschreiten.»
Jan Otto, Bezirksleiter IG Metall

«Jetzt steht fest: Alle Vorwürfe waren falsch», so Otto. Die Unternehmensleitung habe damit eine rote Linie überschritten: «Deutlicher kann ein Konzern nicht machen, dass er Demokratie im Betrieb nicht akzeptiert.»

Die Arbeitnehmervertreter hatten ebenfalls rechtliche Konsequenzen gezogen:

  • Vor dem Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) haben sie eine Unterlassungsklage gegen André Thierig eingereicht, um ihm zu untersagen, die Behauptungen weiter zu verbreiten.
  • Zudem ficht die IG Metall das Ergebnis der Betriebsratswahl aufgrund der Vorfälle offiziell an. Eine entsprechende Klage wurde bereits eingereicht.

Der Kampf um den Gesamtarbeitsvertrag

Hintergrund ist der jahrelange Konflikt um die Arbeitsbedingungen in der einzigen europäischen Tesla-Fabrik. Während die IG Metall für die rund 11'000 Beschäftigten in Grünheide einen Gesamtarbeitsvertrag fordert, lehnt Konzernchef Elon Musk solche Vereinbarungen strikt ab.

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Dr. Rodney McKay
30.03.2026 13:00registriert September 2024
Falls die Auslieferungszahlen in so einem Tempo weiter sinken, wird Musk das teil eh bald loswerden wollen. Somit könnte dann eine brauchbare Automarke dieses Werk übernehmen und die Mitarbeiter fair behandeln. =)
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Pummelfee
30.03.2026 13:28registriert Mai 2020
Man weiss ja, was Musk von Gewerkschaften hält und sie nicht in seinen Werken duldet. Da wird er wohl den CEO von TeslaDE instruiert haben, wie er sich diese unangenehmen Gesellen vom Hals schaffen kann. Wie wörs mit einem Streik?
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PetNat
30.03.2026 13:30registriert März 2014
Zitat aus dem Artikel: «Tesla ist jederzeit bereit, alle Grenzen zu überschreiten.».

Das ist leider auch bei angeblich selbstfahrenden Teslas (unfertige FSD-Software) so. Besonders in den USA werden seit 10 Jahren Features versprochen und ständig neu angekündigt, die nicht funktionieren.

Etliche naive Kunden sind wegen ihrem Vertrauen in die Fähigkeiten von FSD (und Tesla-Autopilot) seit 2016 verstorben oder schwer verletzt worden.

Schon nur der Name ist irreführend: FSD aka “Full Self Driving”, obwohl kein Tesla das in Wirklichkeit kann ohne ständige Aufsicht des Fahrers/der Fahrerin!
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