Spionage-Eklat bei Tesla: Ermittler präsentieren brisantes Ergebnis
Im Rechtsstreit zwischen Tesla und der IG Metall gibt es eine Wende. Die Ermittlungsbehörden haben den Vorwurf der heimlichen Bildaufnahme gegen einen Gewerkschaftsvertreter als unbegründet zurückgewiesen. Zuvor hatte Tesla-Werksleiter André Thierig behauptet, eine Betriebsratssitzung sei illegal mitgefilmt worden.
Der heftige Schlagabtausch rund um das Tesla-Werk in Grünheide erreicht damit eine neue Stufe. Nachdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) Ermittlungsverfahren gegen beide Seiten eingeleitet hatte, liegt nun ein zentrales Ergebnis vor. Der Spionagevorwurf gegen die IG Metall hat sich nicht bestätigt. «Alle diesbezüglichen Beschuldigungen von Tesla sind haltlos», schreibt die Gewerkschaft.
Keine Aufnahmen auf beschlagnahmtem Laptop
Auslöser der Ermittlungen war ein Vorfall vom 10. Februar. Werksleiter André Thierig warf einem Gewerkschafter vor, eine Sitzung heimlich mit einem Laptop aufgezeichnet zu haben. Thierig sprach von Dutzenden Zeugen für diesen Verstoss gegen die Vertraulichkeit des Wortes. Security-Mitarbeiter hätten den Beschuldigten in einen Nebenraum geführt. Anschliessend sei auch die Polizei eingetroffen.
Die technische Untersuchung durch die Brandenburger Behörden entlastet den Beschuldigten jedoch nun vollständig. Auf dem beschlagnahmten Laptop konnten keine Videoaufnahmen der besagten Sitzung gefunden werden. Die IG Metall hatte stets betont, das Gerät lediglich für ein schriftliches Protokoll genutzt zu haben.
Gewerkschaft: «Alle Vorwürfe waren falsch»
IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto reagiert scharf auf die Entwicklungen. Tesla-Geschäftsführer André Thierig habe mit «dreisten Anschuldigungen» eine Schmutzkampagne losgetreten, um die Betriebsratswahl zu beeinflussen. Die IG Metall hatte die Wahl danach verloren. Im Rat der Arbeitnehmervertreter haben Tesla-nahe-Personen somit weiterhin die Mehrheit.
«Jetzt steht fest: Alle Vorwürfe waren falsch», so Otto. Die Unternehmensleitung habe damit eine rote Linie überschritten: «Deutlicher kann ein Konzern nicht machen, dass er Demokratie im Betrieb nicht akzeptiert.»
Die Arbeitnehmervertreter hatten ebenfalls rechtliche Konsequenzen gezogen:
- Vor dem Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) haben sie eine Unterlassungsklage gegen André Thierig eingereicht, um ihm zu untersagen, die Behauptungen weiter zu verbreiten.
- Zudem ficht die IG Metall das Ergebnis der Betriebsratswahl aufgrund der Vorfälle offiziell an. Eine entsprechende Klage wurde bereits eingereicht.
Der Kampf um den Gesamtarbeitsvertrag
Hintergrund ist der jahrelange Konflikt um die Arbeitsbedingungen in der einzigen europäischen Tesla-Fabrik. Während die IG Metall für die rund 11'000 Beschäftigten in Grünheide einen Gesamtarbeitsvertrag fordert, lehnt Konzernchef Elon Musk solche Vereinbarungen strikt ab.
Verwendete Quellen:
- igmetall-bbs.de: Tesla: Keine Aufzeichnung der Betriebsratssitzung: Beschuldigungen von Tesla gegen IG Metall sind falsch
- automobilwoche.de: Tesla-Vorwürfe falsch: Ermittlungen entlasten IG Metall
- spiegel.de: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Gewerkschafter in Tesla-Gigafactory
- igmetall-bbs.de: IG Metall stellt Strafanzeige gegen Tesla-Geschäftsführer Thierig
- Nachrichtenagentur dpa

