International
Deutschland

Wagenknecht kritisiert Merkel als «Mutter der AfD»

Wagenknecht kritisiert Merkel als «Mutter der AfD»

Angela Merkel weist eine Verantwortung für die starken Umfragewerte der AfD von sich. BSW-Chefin Sahra Wagenknecht macht Merkels Flüchtlingspolitik für den Aufstieg der Rechtspartei verantwortlich.
06.02.2025, 18:0006.02.2025, 18:00
Ein Artikel von
t-online

BSW-Chefin Sahra Wagenknecht hat Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) für Aussagen zur Flüchtlingspolitik und zum Erstarken der AfD kritisiert und von ihr «mehr Selbstreflexion» gefordert. «Ohne Merkels Flüchtlingspolitik wäre die AfD 2017 nicht in den Bundestag gekommen und es gäbe sie heute wahrscheinlich gar nicht mehr», sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur.

«Sie ist die Mutter der AfD und vieler Probleme im Land.» Wagenknecht nannte es richtig, Menschen zu helfen, die vor einem Bürgerkrieg fliehen. «Aber Angela Merkel war die Erste, die einen völligen Kontrollverlust bei der Migration zugelassen hat. Ihr naives 'Wir schaffen das' ist an der Realität gescheitert.»

Merkel erneuert Kritik an Merz

Die frühere Kanzlerin hatte in der vergangenen Woche CDU-Chef Friedrich Merz offen kritisiert, nachdem im Bundestag ein Unionsantrag für Zurückweisungen an Grenzen mit AfD-Stimmen eine Mehrheit gefunden hatte. Der Unionskanzlerkandidat hatte nach Merkels Kritik der Politik der vergangenen Jahre und seiner eigenen Partei eine Mitverantwortung für die Stärke der AfD gegeben und gesagt: «Wir stehen vor dem Scherbenhaufen einer in Deutschland seit zehn Jahren fehlgeleiteten Asyl- und Einwanderungspolitik.»

Merkel bejahte am Mittwochabend bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung «Die Zeit» in Hamburg die Frage, ob sie sich davon angesprochen fühle, entgegnete aber, sie halte die Flüchtlingspolitik der letzten zehn Jahre nicht für verfehlt. Zum Thema AfD sagte sie: «Als ich aus dem Amt ging, lag die AfD bei etwa elf Prozent, dass sie heute bei 20 liegt, das ist jetzt echt nicht mehr meine Verantwortung.»

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Gewaltsame Proteste an Frankreichs Schulen – 164 Festnahmen
Bei zum Teil gewaltsamen Protesten an Schulen in mehreren Städten Frankreichs sind Dutzende Menschen verletzt und mindestens 164 festgenommen worden. Betroffen von den Aktionen seien etwa 180 Einrichtungen gewesen, grösstenteils in den Schulbezirken Créteil und Versailles bei Paris, aber auch in Städten wie Lille, Lyon, Grenoble und Nizza, sagte Innenminister Laurent Nuñez. Für Dienstag wird erwartet, dass die Proteste weitergehen.
Zur Story