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Merkels vielleicht emotionalste Rede – und ein Lehrstück in Sachen Konter



Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht während der Generaldebatte zum Bundeshaushalt im Bundestag. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht während der Generaldebatte zum Bundeshaushalt im Bundestag. Bild: sda

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Mittwochmorgen anlässlich der Haushaltsdebatte im Bundestag anwesend. Dieses Jahr eine zähe Sache, denn es ging auch um Corona-Ausgaben. Und dass die Krise auch der Bundeskanzlerin nahe geht, zeigte ihre emotionale Rede. Geballte Fäuste, überschlagende Stimme, ein eindringlicher Appell.

Sie betonte die Wichtigkeit der Kontaktreduzierung, gerade um die Festtage rum:

«Wenn wir jetzt zu viele Kontakte vor Weihnachten haben und anschliessend es das letzte Weihnachten mit den Grosseltern war, dann werden wir etwas versäumt haben, das sollten wir nicht tun.»

Sie wisse zwar um die Härte der Massnahmen für viele in der Vorweihnachtszeit und es tue ihr «wirklich im Herzen leid.» Aber: 590 Todesfälle am Tag seien nicht akzeptabel. Und weiter:

«Und wenn uns die Wissenschaft geradezu anfleht, vor Weihnachten, bevor man Oma und Opa und ältere Menschen sieht, eine Woche der Kontaktreduzierung zu ermöglichen: Dann sollten wir vielleicht doch noch mal nachdenken, ob wir vielleicht irgendeinen Weg finden, die Ferien nicht erst am 19. beginnen zu lassen, sondern vielleicht schon am 16. Was wird man denn im Rückblick auf ein Jahrhundertereignis sagen, wenn wir nicht in der Lage waren, für diese drei Tage noch irgendeine Lösung zu finden?»

Die Szene im Video:

Die Kanzlerin erhielt viel Applaus für ihre emotionale Rede – aber nicht nur. Insbesondere von der AfD, die sich gegen Verschärfungen der Massnahmen aussprach, gab es einige Zwischenrufe.

Etwa, als Merkel über die Notwendigkeit von Kontaktbeschränkungen sprach, ertönte ein Zwischenruf von Seiten der Afd, dass dies «nicht wissenschaftlich bewiesen» sei. Merkel wollte dies wohl nicht so stehen lassen. «Wissen Sie, das ist schade, aber es ist nicht so schlimm», holte sie aus.

Dann fuhr Merkel fort, dass Europa heute da stehe, wo es stehe, wegen der Aufklärung und dem Glauben an die Wissenschaft. «Ich habe mich in der DDR zum Physikstudium entschieden, [...] weil ich ganz sicher war, dass man vieles ausser Kraft setzen kann, aber die Schwerkraft nicht, die Lichtgeschwindigkeit nicht und andere Fakten nicht, und das wird auch weiter gelten.»

Hier der Konter:

Nicht nur dem Rest des Parlaments gefiel der Konter, der kurze Videoausschnitt ging auch auf Twitter innert kürzester Zeit viral. (jaw)

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