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«Gutmensch» ist Deutschlands «Unwort des Jahres»



«Gutmensch» ist das bundesdeutsche «Unwort des Jahres 2015». Das Schlagwort diffamiere in Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe «Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischen Imperialismus», hiess es.

«Die Verwendung dieses Ausdrucks verhindert einen demokratischen Austausch von Sachargumenten», sagte die Sprecherin der «Unwort»-Jury, die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, am Dienstag in Darmstadt. Der Ausdruck «Gutmensch» wurde 64 Mal und damit am dritthäufigsten eingesendet. 

«Asylchaos» ist das Unwort in der Schweiz

Auch das vor gut einem Monat bekannt gegebene Schweizer «Unwort des Jahres» steht in Bezug zur Flüchtlingskrise: Es lautet «Asylchaos». Zum Unwort wurde es laut Jury gekürt, weil damit im Wahlkampf gezielt Angst geschürt worden sei, obwohl die Flüchtlingswelle 2015 die Schweiz nur mittelbar betraf.

Neben dem «Unwort des Jahres» gibt es auch das «Wort des Jahres». Für 2015 lautete es in Deutschland «Flüchtlinge», in der Schweiz «Einkaufstourist». (whr/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Abnaxos 13.01.2016 10:07
    Highlight Highlight «Gutmensch» ist ein faszinierendes Wort. Es packt eine positive Eigenschaft, nämlich Gutes tun zu wollen, in ein Schimpfwort. Es verurteilt direkt das Gute, es drückt nicht eine Meinungsverschiedenheit darüber aus, was «gut» ist. Es macht es salonfähig, Andere ohne Umschweife dafür zu beschimpfen, gut sein zu wollen.

    Ich bin stolz darauf, ein Gutmensch zu sein. Trotzdem werde ich sauer, mich jemand so bezeichnet. Nicht, weil ich mich beleidigt fühle, sondern weil der andere sich gerade enttarnt hat, in vollem Bewusstsein «böse» zu sein. Mit so einem muss man nicht gar mehr diskutieren.
    • pachnota 13.01.2016 13:32
      Highlight Highlight @ Abnaxos...für mich hat dieses Wort eine adere Bedeutung. Ein "Gutmensch" ist jemand der mit seiner Haltung, SICH SELBST zu den "Guten" zählt und dies oft mit ausgesprochenem schwarz/weiss Denken....eben gut/schlecht. Er argumentiert moralisierend und denunziert andere Meinung als unmoralisch. Er hat das Recht zu urteilen, was "gut" ist u. was "böse", und tut dies auch. Daher, die etwas abschätzige Bezeichnung. Also NICHT weil er tatsächlich "gut" ist, sondern, weil er sich selbst, moralisch, "als der gute" wähnt...
      Das ist ein grosser Unterschied.
  • pachnota 12.01.2016 20:13
    Highlight Highlight "Gutmensch" ist das "Unwort des Jahres"...??? und "Flüchtlinge" das "Gutwort" des Jahres??
    Nein bitte hört mal auf...das ist ja mittlerweile Realsatire. Alles scheint sich in sein Gegenteil zu verwandeln..s,wär zum lachen, wenns nicht zu weinen wäre! Äi äi äi..in was für einer bescheuerten Zeit leben wir den heute?
    • Sir Jonathan Ive 13.01.2016 08:50
      Highlight Highlight Flüchtlinge ist das Wort des Jahres.
      Das heist nicht, dass Flüchtlinge besonders gut sind oder irgendwas, sonder ist gewählt, da es eines der meistbenutzen Wörter und ganz klar das meistverbreitetste Diskusionsthema dieses Jahres war.
    • pachnota 13.01.2016 13:09
      Highlight Highlight ...und wieso ist Gutmensch dann negativ?... wieso nicht z.B. "hetzten" od. "Rassist" als Unwort..?
    • Sir Jonathan Ive 13.01.2016 13:49
      Highlight Highlight Weil es wiederum darum geht ein Wort zu finden, welches oft benutzt wurde und das in einem misbrauchten Kontext. Die begründung weshalb sie das Wort gewählt haben halte ich für sehr zulässlich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pana 12.01.2016 15:52
    Highlight Highlight So geht das.
    Benutzer Bild
  • Lowend 12.01.2016 11:36
    Highlight Highlight Hier sprechen mir die Juroren aus der Seele, denn dieses Wort ist die reine Diffamierung guten Handelns und die Begründung, dass «Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischen Imperialismus» diffamiert wird, trifft genau die widerliche Natur der heute allgegenwärtigen Nazipropaganda, aber genau diese rechten Unmenschen werden nun dieses Unwort noch lieber benutzen, weil sie im Grunde unsere freie, pluralistische Gesellschaft wie die Pest hassen und ihr Traum eigentlich der totalitäre Führerstaat mit gleichgeschalteter Gesinnung ist.

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