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Elektroschrott Computer

Elektroschrott wird tonnenweise falsch recycelt, ins Ausland gebracht oder einfach weggeworfen. bild: shutterstock

Interpol warnt: Europa hat ein neues Müllproblem

Eine neue Studie zeigt, dass nur ein Drittel der alten Geräte dort landet, wo sie hin sollen.

30.08.15, 08:07 30.08.15, 09:19


Alte Computer und Elektroschrott werden in Europa einer neuen Studie zufolge immer mehr zu einem Müllproblem. In den 28 EU-Ländern wird demnach derzeit nur etwa ein Drittel der ausgemusterten Computer sowie von anderem Elektroschrott ordnungsgemäss entsorgt.

Der Rest – immerhin 6,2 Millionen Tonnen im Jahr 2012 – werde falsch recycelt, ins Ausland gebracht oder einfach weggeworfen, heisst es in der Studie der Organisation CWIT zum Kampf gegen die Verschwendung und den illegalen Handel mit Elektronik-Schrott.

Die Folge seien nicht nur Umweltprobleme durch austretende Gifte wie Quecksilber und Blei, sondern auch wirtschaftliche Schäden, weil hochwertige Wertstoffe vergeudet würden. Der Report erschien am Sonntag.

Das Gewicht des illegal verschobenen Schrotts entspricht dem einer Backsteinmauer von Oslo bis Süditalien.

Die Studie war von mehreren Unterorganisationen der Vereinten Nationen sowie der internationalen Polizeiorganisation Interpol in Auftrag gegeben worden und wird von der Europäischen Union unterstützt.

Am schnellsten wachsender Müllstrom

Der Generalsekretär des Forums WEEE (Waste Electronical and Electric Equipment), Pascal Leroy, betonte: «Elektroschrott stellt den am schnellsten wachsenden der weltweiten Müllströme dar.» Der unsachgemässe Umgang und der illegale Handel – teils von organisierten Banden betrieben – werde nach Informationen von Interpol nur in 0,5 Prozent der Fälle geahndet.

1,3 Millionen Tonnen Elektroschrott und grossteils noch funktionsfähige Computer haben 2012 die EU-Staaten in nicht angemeldeten Exporten verlassen. Innerhalb Europas sieht die Situation noch düsterer aus: 4,7 Millionen Tonnen Elektroschrott werden zwischen den EU-Ländern illegal hin- und hergeschoben. Das ist mehr als zehnmal so viel wie offiziell deklariert.

Insgesamt entstehe durch den nicht ordnungsgemässen Umgang ein volkswirtschaftlicher Schaden zwischen 800 Millionen und 1,7 Milliarden Euro. Das Gewicht des illegal verschobenen Schrotts entspreche dem einer Backsteinmauer von Oslo bis Süditalien.

Nötiges Regelwerk fehlt

Der Expertenbericht macht eine Reihe von Vorschlägen zur Bekämpfung des Problems. Dazu gehören die bessere Ausbildung von Polizei, Staatsanwaltschaften und auch Richtern. Die Informationen der Strafverfolgungsbehörden müssten international koordiniert werden.

Vor allem aber müssten sich die EU-Länder auf einheitliche Richtlinien verständigen. Bisher habe etwa ein Drittel aller EU-Ländern nicht das nötige Regelwerk übernommen. 

(dsc/sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tomlate 30.08.2015 22:20
    Highlight Und im selben Moment freuen wir uns alle im Halbjahresrythmus über neue Geräte, die uns die Konzerne als unverzichtbar und unglaublich lebensbereichernd verkaufen.
    7 0 Melden
  • Tatwort 30.08.2015 12:17
    Highlight Leider nichts Neues unter der Sonne... Es handelt sich hier um kriminelle "Entsorgungs-Netzwerke", die Millionen einkassieren, um anschliessend den Müll illegal zu entsorgen. Das ist schon seit über zehn Jahren detailliert dokumentiert, siehe hier:
    http://www.ban.org/BANreports/10-24-05/documents/BAN%20book%20+%20annexes.pdf

    Spannend auch, dass es sogar Bemühungen einer Schweizer Firma gab, Giftmüll einfach in eine "Rakete" zu packen, die sich in den Meeresgrund bohrt... Folgt man den Spuren dieser Firma, landet man bei der italienischen Mafia und bei Schweizer Politikern....
    8 1 Melden
  • Karl33 30.08.2015 10:50
    Highlight Der Kunde jedenfalls bezahlt seit Jahren brav seine Gebühr. Wer hat profitiert und in die eigene Tasche gewirtschaftet?
    18 3 Melden
    • blueberry muffin 03.09.2015 13:33
      Highlight Ich nehme an nicht in jedem EU Land, oder?
      0 1 Melden
  • Maya Eldorado 30.08.2015 10:08
    Highlight Das Müllproblem des Elektroschrotts ist nicht neu. Es wurde einfach jetzt endlich entdeckt.
    7 2 Melden

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