DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Damals waren sie noch Kumpels: Donald Trump und Jeffrey Epstein. bild: screenshot youtube.

Was weiss Jeffrey Epstein über Donald Trump?

Neue Videos aufgetaucht: Sie zeigen, wie der Sex-Milliardär und Trump eine Party mit jungen Frauen feiern.



Morgen wird ein Richter in New York entscheiden, ob Jeffrey Epstein gegen eine Kaution auf freien Fuss gelassen wird, oder ob er die Zeit bis zu seinem Prozess in Untersuchungshaft verbringen muss.

Es ist wenig wahrscheinlich, dass der Sex-Milliardär in seine Villa in Manhattan zurückkehren darf. Ihm wird Mädchen-Handel vorgeworfen, eines der schlimmsten Verbrechen überhaupt. Zudem hat die Polizei grosse Mengen Bargeld, Diamanten und einen gefälschten Pass beschlagnahmt.

In this courtroom artist's sketch, defendant Jeffrey Epstein, left, and his attorney Martin Weinberg listen during a bail hearing in federal court, Monday, July 15, 2019 in New York. Epstein's lawyers want him released on house arrest to his Manhattan home while he awaits trial. (Elizabeth Williams via AP)

So sieht der Gerichtszeichner Jeffrey Epstein bei der Anklage. Bild: AP

Epstein besitzt Privatjets und Wohnungen im Ausland, unter anderem in Paris. Die Staatsanwaltschaft rät deshalb dringend von einer Freilassung ab. Der Richter dürfte diesem Rat folgen.

Bei einer Verurteilung droht Epstein eine Gefängnisstrafe von 45 Jahren. Das bedeutet, dass er wahrscheinlich ab sofort den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen wird. Er hat somit nichts mehr zu verlieren. Daher stellt sich die Frage: Wird er nun auspacken?

Ein Mann, den diese Frage beschäftigen dürfte, sitzt im Weissen Haus. Donald Trumps Beziehungen zu Epstein waren enger gewesen, als er bisher zugegeben hat. Das zeigen neue Videos, die der TV-Sender NBC ausgegraben hat.

Die Aufnahmen sind im November 1992 in Mar-a-Lago, Trumps Club in Florida, entstanden. Sie zeigen eine Party, zu der die Cheerleader von zwei Footballteams eingeladen wurden. Nach seiner Scheidung von seiner ersten Frau Ivana war Trump zu diesem Zeitpunkt solo.

Bild

An der Party hat Trump kräftig zugelangt. bild: screenshot youtube

Offenbar hat er die Freiheiten genossen. Das Video zeigt, wie er mit den Mädchen tanzt, sie küsst und sie eng an sich zieht. Es zeigt vor allem, wie er seinen Nachbarn Jeffrey Epstein herzlich begrüsst, mit ihm scherzt und die jungen Frauen beurteilt.

abspielen

Comedian Jimmy Kimmel macht sich über das Video lustig. Video: YouTube/Jimmy Kimmel Live

NBC war eingeladen worden, diese Party zu filmen. Sie fand zu einem Zeitpunkt statt, als Trump sich wohlwollend über Epstein äusserte, ihn einen «tollen Typen» fand, der wie er eine Vorliebe für schöne Frauen habe, wobei er jüngere bevorzuge.

Trumps Name taucht auch prominent in Epsteins Adressbuch auf. Ebenso soll er Gast im ominösen Privatjet «Lolita Express» des Milliardärs gewesen sein.

Heute gibt sich Trump grosse Mühe, sich von Epstein zu distanzieren. Er sei «kein Fan» von ihm, erklärte er kürzlich. Und: «Wie jedermann in Palm Beach kannte ich ihn. Er war eine feste Grösse.»

Bild

Damals war Trump noch Fan von Epstein.

Das neue Video trifft Trump dort, wo es ihm wehtut: bei seinem Verhältnis zum anderen Geschlecht. Auf dem legendären «Access Hollywood»-Video ist zu hören, dass er Frauen gerne zwischen die Beine greift, und dass sich diese das gefallen liessen, weil er ein Star sei.

Allerdings teilen nicht alle diese Meinung. 16 Frauen haben Trump angeklagt, sie seien von ihm sexuell misshandelt worden. Eine davon, eine New Yorker Kolumnistin namens Jean Carroll, hat ihn letzten Monat beschuldigt, sie in der Umkleidekabine eines Modegeschäfts vergewaltigt zu haben. Trump bestreitet dies.

Auch eines der Epstein-Opfer hat 2016 Trump beschuldigt, sie in dessen Villa in Manhattan sexuell missbraucht zu haben. Sie hat ihre Klage später zurückgezogen.

Dafür holen die Affären mit dem Pornostar Stormy Daniels und dem Playboy-Model Karen McDougal Trump wieder ein. Ebenfalls morgen will ein Richter die Unterlagen, die bei seinem ehemaligen Fixer Michael Cohen beschlagnahmt worden sind, frei geben. Cohen ist zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt worden, unter anderem, weil er Schweigegeld an diese Frauen bezahlt hat.

FILE - In this Feb. 11, 2007, file photo, adult film actress Stormy Daniels arrives for the 49th Annual Grammy Awards in Los Angeles. Stormy Daniels, whose real name is Stephanie Clifford, is suing President Donald Trump and wants a California judge to invalidate a nondisclosure agreement she signed days before the 2016 presidential election. (AP Photo/Matt Sayles, File)

Holt Trump wieder ein: Stormy Daniels. Bild: AP/Sayles

Das FBI hatte bei ihm grosse Mengen an Unterlagen und Tonbändern beschlagnahmt. Bisher waren die brisanten Stellen in der Anklage gegen ihn eingeschwärzt gewesen. Sie betreffen wahrscheinlich die Passagen, in denen Trumps Rolle bei den Schweigegeld-Zahlungen geschildert wird.

Trump mag ein Fan von Frauen sein, umgekehrt ist das weniger der Fall. Umfragen zeigen, dass er beim weiblichen Geschlecht sehr schlecht wegkommt. Gerade mal 30 Prozent aller Frauen finden, dass er als Präsident einen guten Job macht. Für eine Wiederwahl ist das zu wenig.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Donald Trumps neuster Tweet löst Sturm der Entrüstung aus

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Diese Frau demontierte Donald Trump

Stacey Plaskett, Abgeordnete von den U.S. Virgin Islands, zeigte im Impeachment-Prozess nüchtern und methodisch auf, wie der Ex-Präsident den Sturm aufs Kapitol geplant und organisiert hat.

Republikaner und konservative Medien wie Fox News argumentieren in etwa wie folgt: Okay, der Sturm aufs Kapitol war unschön, aber es war Randale und kein geplanter Staatsstreich. Den Ex-Präsidenten treffe keine Schuld. Er habe den Mob nicht angestiftet, sondern bei seiner Rede vor dem Kapitol lediglich von seinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht.

Überhaupt sei das Impeachment verfassungswidrig, da Trump nicht mehr im Amt sei. Am besten also bringe man das Ganze möglichst schnell …

Artikel lesen
Link zum Artikel