Warum Trump in seinem Online-Laden bisher keine Medikamente von Novartis und Roche verkauft
Donald Trump verkauft nun auch Medikamente. Seit einer Woche ist die staatliche Internetseite TrumpRx online, über die amerikanische Konsumenten verschreibungspflichtige Arzneimittel zu Rabatten von bis zu 93 Prozent auf dem Packungspreis beziehen können. Dabei handelt es sich um ein Prestigeprojekt des Präsidenten, der ausländische Pharmakonzerne dazu zwingen will, die hohen Gesundheitskosten zu senken.
Umso auffallender ist deshalb, dass unter den 43 Medikamenten, die auf TrumpRx aktuell erhältlich sind, kein Arzneimittel aus Schweizer Produktion zu finden ist. Dabei hatten Novartis und die amerikanische Roche-Tochter Genentech doch im vorigen Jahr im Weissen Haus das Versprechen abgegeben, den Präsidenten bei seiner Preisoffensive zu unterstützen.
Novartis will drei Medikamente über TrumpRx verkaufen
Nachfrage bei Novartis: Wo ist das MS-Medikament Mayzent, das gemäss der Aussage von Konzernchef Vas Narasimhan auch über TrumpRx vertrieben werden soll? Die Antwort: Novartis entwickle derzeit eine eigene Internetplattform, über die Patienten künftig mindestens drei verschreibungspflichtige Medikamente direkt erstehen könnten. Diese Internetseite werde «im nächsten Monat» online gehen. Novartis plane, dass die Arzneimittel Mayzent, Rydapt (Leukämie) und Tabrecta (Lungenkrebs) dann auch auf TrumpRx erhältlich sein würden, lässt ein Sprecher ausrichten.
Und was sagt die Medienstelle von Genentech? Die amerikanische Roche-Tochter teilt mit, man freue sich darüber, weiterhin mit der amerikanischen Regierung zusammenzuarbeiten, um Anti-Grippe-Medikamente wie Xofluza über TrumpRx zu verkaufen. Einen Zeitpunkt allerdings wollte die Genentech-Sprecherin keinen bekannt geben.
Spitzenreiter auf TrumpRx ist derzeit Pfizer. Der amerikanische Pharmakonzern vertreibt 31 Medikamente über die Plattform. Vertreten sind daneben auch AstraZeneca, Eli Lilly, Novo Nordisk und EMD Serono.
