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USA: Trump rät Kuba zu Deal, bevor es zu spät sei

Trump rät Kuba zu Deal «bevor es zu spät ist»

11.01.2026, 16:1111.01.2026, 17:41

Nach der Verhaftung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro hat US-Präsident Donald Trump gegen dessen Verbündeten Kuba eine Warnung ausgesprochen. «Ich empfehle dringend, dass sie einen Deal machen, BEVOR ES ZU SPÄT IST», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social mit Verweis auf die Regierung des sozialistischen Karibikstaates. Es war unklar, welche Art von «Deal» er meinte.

President Donald Trump wears a gift, which he calls a "Happy Trump" pin, during a meeting with oil executives in the East Room of the White House, Friday, Jan. 9, 2026, in Washington. (AP Ph ...
US-Präsident Donald Trump droht Kuba.Bild: keystone

Da Venezuela nun vom US-Militär beschützt werde, brauche das südamerikanische Land keine Sicherheitsdienstleistungen mehr aus Havanna. «ES WIRD KEIN ÖL UND KEIN GELD MEHR NACH KUBA FLIESSEN – NULL!»

Kuba erhält von Venezuela Öl im Austausch für die Dienste entsandter kubanischer Ärzte. Zudem sind nach Einschätzung von Experten zahlreiche kubanische Geheimdienstagenten in Venezuela im Einsatz. Soldaten und Geheimdienstler aus Kuba waren auch für die persönliche Sicherheit von Maduro verantwortlich. Bei dem US-Einsatz zu seiner Festnahme am 3. Januar in der venezolanischen Hauptstadt Caracas wurden nach Angaben der Regierung in Havanna 32 kubanische Sicherheitskräfte getötet.

Havanna reagiert

Anscheinend als Reaktion auf die Andeutung Trumps, Kuba erhalte venezolanisches Öl im Tausch gegen die Dienste von Sicherheitskräften, meldete sich Kubas Aussenminister Bruno Rodríguez auf der Plattform X zu Wort. «Kuba erhält weder finanzielle noch materielle Vergütung für Sicherheitsdienstleistungen, die es für ein anderes Land erbringt, noch hat es das jemals getan», schrieb er. «Die USA verhalten sich wie eine kriminelle und unkontrollierte Hegemonialmacht, die den Frieden und die Sicherheit nicht nur auf Kuba und in dieser Hemisphäre, sondern auf der ganzen Welt bedroht.»

Trump hatte auf Truth Social auch mehrere Beiträge repostet, in denen Nutzer auf einen möglichen, durch die USA herbeigeführten Regimewechsel auf Kuba hinfieberten. In einem der Beiträge wurde scherzhaft angekündigt, US-Aussenminister Marco Rubio – der Sohn kubanischer Einwanderer – werde Präsident Kubas. «Klingt für mich gut!», kommentierte Trump.

Sec. of State Marco Rubio speaks during a meeting with President Donald Trump and oil executives in the East Room of the White House, Friday, Jan. 9, 2026, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon)
Donal ...
US-Aussenminister Marco Rubio ist der Sohn kubanischer Einwanderer.Bild: keystone

Kuba steckt in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit dem Sieg der Revolution um Fidel Castro 1959. Unter anderem an Kraftstoff herrscht Knappheit. Sollten die USA die Lieferungen von Öl aus Venezuela nun unterbinden, könnte die kubanische Wirtschaft vollends zusammenbrechen. Allerdings erhält Kuba auch Öl aus Russland und Mexiko, die Liefermengen aus Venezuela waren bereits in den vergangenen Jahren zurückgegangen.

Öl-Blockade

Trump hatte im Dezember angekündigt, eine «vollständige und komplette Blockade aller sanktionierter Öltanker auf dem Weg von und nach Venezuela» zu verhängen. Er begründete dies damit, dass das südamerikanische Land Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA gestohlen habe – diese müssten zurückgegeben werden. In den vergangenen Wochen haben US-Streitkräfte mehrere Öltanker unter ihre Kontrolle gebracht. (hkl/sda/dpa)

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57 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Baba ♀️
11.01.2026 16:33registriert Januar 2014
Deal. Ich kann dieses Wort nicht mehr hören 🤢🤦🏼‍♀️
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Fribourgeoise
11.01.2026 16:34registriert Dezember 2022
Es kommt einem so vor als ob Trump auf einer Einkaufstour ist. Gestern war es noch Venezuela, dann Grönland oder doch erst Kuba und wann kommt ganz Südamerika dran?

Trump bietet immer zuerst den Deal an. Eine Art Erpressung. Wird dieser nicht angenommen, drohen horrende Zölle oder direkt die militärische Variante.

Das ganze wird irgendwann in einem richtig grossen Krieg enden, denn Russland und auch China schauen nur eine Zeitlang zu.

Trump ist kein Friedenspräsident: Er ist ein Kriegstreiber
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FrancoL
11.01.2026 17:19registriert November 2015
Und wieder erstarrt die halbe Welt und hofft Trump möge sich umbesinnen. Und wieder zeigt die halbe welt alles Mögliche nur nicht ein Rückgrat.

Menschen die nie , aber gar nie wirklich Kante zeigen, haben aber auch nichts Besseres verdint als diese irre Orange.

In der Schweiz wird man dann wieder genau hinsehen und nichts, aber gar nichts unternehmen, es könnte ja fslch verstanden werden. Die AMIs könnten meinen, dass die Schweiz wirklich auf die Einhaltung von Menschenrechten pocht.
Zu was für einer traurigen Gesellschaft entwickeln wir uns?
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