International
Dänemark

Dänemark: Verhandeln nicht über unsere Souveränität

Dänemark: Verhandeln nicht über unsere Souveränität

22.01.2026, 13:3122.01.2026, 14:25

Im Streit über den widerrechtlichen Besitzanspruch der US-Regierung auf Grönland will Dänemark, zu dem die Arktisinsel gehört, nicht über Fragen der staatlichen Souveränität verhandeln.

Das hat Regierungschefin Mette Frederiksen in einer Mitteilung klargestellt. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump nach einem Treffen mit Nato-Chef Mark Rutte von einer Verabredung über ein mögliches Abkommen zum Grönland-Konflikt gesprochen.

Danish Prime Minister Mette Frederiksen after a meeting in the Foreign Policy Committee at Christiansborg in Copenhagen, Denmark, Tuesday, Jan. 20, 2026./ (Thomas Traasdahl/Ritzau Scanpix via AP)
Denm ...
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen.Bild: keystone

«Die Nato ist sich der Position des Königreichs Dänemark voll bewusst», sagte Frederiksen laut der Mitteilung. «Wir können über alles Politische verhandeln: Sicherheit, Investitionen, Ökonomie. Aber wir können nicht über unsere Souveränität verhandeln. Ich bin darüber informiert worden, dass das auch nicht der Fall gewesen ist.»

Überraschende Entschärfung im Grönland-Konflikt

Nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos hatte Trump seine Drohung mit Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder zum 1. Februar am Abend überraschend zurückgenommen. Begründet hatte Trump das damit, dass während des Treffens mit Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei.

Nach Angaben aus informierten Kreisen soll das Stationierungsabkommen für Grönland neu ausgearbeitet werden und das US-Raketenabwehrsystem «Golden Dome» berücksichtigen, das Trump auf der weltgrössten Insel errichten will. Zudem sollen die USA den Angaben zufolge ein Mitspracherecht bei Investitionsvorhaben aus anderen Ländern in Grönland erhalten. Ausserdem sei ein stärkeres Engagement der europäischen Nato-Staaten in der Arktis geplant.

Frederiksen erklärte, die Sicherheit in der Arktis sei ein Anliegen für die ganze Nato. Deshalb sei es gut und natürlich, dass diese Thema auch zwischen dem Nato-Chef und dem US-Präsidenten besprochen werden. «Dänemark setzt sich seit langem dafür ein, dass die Nato ihr Engagement in der Arktis stärkt.» Sie habe selbst mit Rutte vor und nach dessen Treffen mit Trump in Davos gesprochen. Ihr Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen sagte dem Fernsehsender DR dazu, Rutte habe nicht im Namen Dänemarks verhandelt.

Frederiksen: Können auch über «Golden Dome» sprechen

Die «New York Times» berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, Teil der Diskussion in der Nato über einen Kompromiss mit Trump sei, dass Dänemark den USA die Souveränität über kleine Gebiete Grönlands übertragen könnte, auf denen diese dann Militärstützpunkte errichten könnten.

«Natürlich können nur Dänemark und Grönland selbst Entscheidungen in Fragen treffen, die Dänemark und Grönland betreffen», unterstrich Frederiksen. Dänemark wünsche sich weiterhin einen «konstruktiven Dialog mit den Alliierten darüber, wie wir die Sicherheit in der Arktis stärken können – auch über den Golden Dome der USA – solange das mit Respekt vor unserer territorialen Integrität geschieht.» (dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
11 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Kommentar*innen
22.01.2026 14:27registriert Juni 2018
Und das ganz Trumpsche Theater war jetzt wofür? Das hätte er auch sonst bekommen, ohne Drohungen, Verunglimpfungen, andere brüskieren, vor den Kopf stossen. Trump tut grad alles, damit die politische USA ihre Softpower verliert. Einfach nur dumm!
370
Melden
Zum Kommentar
avatar
Eckhardt
22.01.2026 13:55registriert Juni 2024
Der einzige, der Grönland bedroht, ist Trump. Er schafft meist den Grund selbst, um sein Handeln zu rechtfertigen.
Nüchtern betrachtet hätte kein anderes Land einen Anreiz, Grönland anzugreifen:
- die US hat Streitkräfte dort
- mögliche Angreifer wäre höchstens Russland (ist aber gut befreundet mit Trump, teilt seine Interessen, braucht weiterhin seinen Goodwill) und China (hat genug zu tun im Inland, mit Taiwan, wird die USA und Europa nicht provozieren)
- Grönland kann sich durch die Zugehörigkeit mit Dänemark auf den Schutz der Nato berufen!
Es geht T um Bodenschätze & Ausweitung von Macht.
291
Melden
Zum Kommentar
11
Erdrutsch in Neuseeland: Suche nach verschütteten Campern
Mount Maunganui/Auckland – Einen Tag nach einem folgenschweren Erdrutsch auf einem Campingplatz am Mount Maunganui in Neuseeland suchen die Einsatzteams weiter unermüdlich nach möglichen Überlebenden. Mindestens sechs Menschen seien unter den Schlammmassen verschüttet worden, teilte die Polizei am Morgen (Ortszeit) mit. Insgesamt könnten aber bis zu neun Personen betroffen sein.
Zur Story