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«Wie eine Kriminelle behandelt»

US-Pflegerin klagt gegen Ebola-Zwangsquarantäne



This undated image provided by University of Texas at Arlington shows Kaci Hickox. In a Sunday, Oct. 26, 2014 telephone interview with CNN, Hickox, the nurse quarantined at a New Jersey hospital because she had contact with Ebola patients in West Africa, said the process of keeping her isolated is

Ein undatiertes Bild von Kaci Hickox, die gerichtlich gegen die Massnahmen vorgehen will. Bild: AP/University of Texas at Arlington

Eine US-Krankenpflegerin, die nach ihrem Einsatz in Sierra Leone in New Jersey gelandet war, will der New York Times zufolge ihre Zwangsquarantäne gerichtlich anfechten. Kaci Hickox sei nach der Ankunft erst stundenlang verhört und dann in einem Zelt vor der Uniklinik Newark untergebracht worden, schilderte sie dem Sender CNN.

Dort soll sie 21 Tage ausharren, obwohl CNN zufolge zwei Bluttests inzwischen ergaben, dass sie frei von Ebola ist. Drei Wochen entsprechen der höchstmöglichen angenommenen Inkubationszeit für die Erkrankung.

«Ich dachte an meine vielen Kollegen: Werden auch sie wie Kriminelle und Häftlinge behandelt werden?»

Kaci Hickox

Sie sei zeitweise «wie eine Kriminelle» behandelt worden, schreibt Hickox in einem Gastbeitrag der Dallas News. «Ich sass alleine im Isolationszelt und dachte an meine vielen Kollegen, denen die selbe Tortur drohte.» Gegenüber dem Wall Street Journal bezeichnete Hickox ihre Behandlung als «wirklich unmenschlich».

Obama hat Bedenken wegen Zwangsquarantäne

Die US-Regierung hat laut einem Medienbericht Bedenken gegen die Zwangsquarantäne für Ebola-Ärzte und andere Helfer, die aus Westafrika nach New York und New Jersey zurückkehren. Sie befürchtet, dass sich deshalb weniger Helfer zur Verfügung stellen könnten.

epa04451010 A photograph made available by US Customs and Border Protection on 17 October 2014 shows a member of the US Coast Guard (L) taking the temperature of an arriving passenger (R), as a CBP officer (C) examines documents during screening for the Ebola virus at O'Hare International Airport in Chicago, Illinois, USA, 16 October 2014. Officials have begun screening international passengers traveling from high risk locations at airports in New York, Atlanta, Georgia, Newark, New Jersey, Washington, DC, and Chicago, Illinois.  EPA/US CBP / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Kontrollen an US-Flughäfen, hier Chicago, sind streng. Bild: EPA/US CUSTOMS AND BORDER PROTECTION

Die Regierung von Präsident Barack Obama habe ihre Befürchtungen den Gouverneuren beider Bundesstaaten, Andrew Cuomo und Chris Christie, mitgeteilt, berichtete die «New York Times» am Sonntag. Sie möchte eine Modifikation der Vorschriften erreichen.

Die beiden Gouverneure hatten eine dreiwöchige Isolation für Helfer von Ebola-Kranken verfügt. Die neue Vorschrift gilt für Personen, die auf dem Flughafen JFK in New York oder dem Newark Liberty International Airport im benachbarten New Jersey landen.

Vom Helfen abhalten

Es waren aber Besorgnisse laut geworden, dass eine Zwangsquarantäne bei der Rückkehr Ärzte und Pfleger aus den USA davon abhalten könnte, Ebola-Kranken in Westafrika dringend nötige Hilfe zu leisten.

Die Bedenken spiegelten sich auch in einer Mitteilung des Weissen Hauses nach einem Treffen Obamas mit seinen Beratern in der Ebola-Krise am Sonntag wider. Demnach betonte der Präsident, dass die zu treffenden Massnahmen für rückkehrende Helfer auf der Basis bester medizinischer Erkenntnisse erfolgen müssten.

epa04461955 US President Barack Obama gives a hug to Dallas nurse Nina Pham in the Oval Office of the White House in Washington, DC, USA, 24 October 2014. Nina Pham was released on 24 October from the hospital after being declared Ebola free, Nina was the first nurse to be diagnosed with Ebola in the United States.  EPA/Olivier Douliery / POOL

Barack Obama umarmt Nina Pham, eine Krankenschwester, die sich vom Virus erholt hat. Bild: EPA/ABACAUSA.COM POOL

Er habe aber auch unterstrichen, dass diese Massnahmen in Betracht ziehen müssten, dass die Helfer ein «unerlässliches Element» bei der Bekämpfung der Krankheit an deren Wurzel seien und daher so getroffen werden sollten, «dass sie diese Helfer nicht unnötig von ihrem Dienst abschrecken.»

Der New Yorker Gouverneur Cuomo lockerte nach Angaben der Zeitung am späten Sonntagabend die Regeln leicht. Nunmehr können Menschen, die keine Symptome zeigten, zu Hause in Quarantäne bleiben und sie erhielten eine Entschädigung für entgangenes Einkommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Samstag mitgeteilt, dass mittlerweile insgesamt mehr als 10'100 Menschen an der Seuche erkrankt und über 4900 davon gestorben seien. Experten gehen zudem weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus. (sda/dpa)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 27.10.2014 15:54
    Highlight Highlight Wer A sagt, muss auch B sagen! Und die 21 Tage Quarantäne klaglos hinnehmen, denn sie ist zugunsten der hier Lebenden, noch nicht Infizierten beschlossen worden - und das völlig zurecht. Schön, wenn man irgendwo ohne zureichende Gewichtung des Eigenrisikos dennoch in Afrika Hilfe leisten will. Aber doch bitte sehr nicht ohne das Risiko für die eigenen Menschen zu bedenken. Bleibt zu hoffen, dass diese 21 Tage Regelung in Kraft bleibt und überall dort noch verhängt wird, wo dies nicht der Fall ist. Nicht sehr hilfreich, wenn diese Rückkehrer ohne Kontrolle Sozial- und Sexualverkehr betreiben, sodass nachher im Falle einer Erkrankung desselben zahllose andere Unbeteiligte in Quarantäne oder erst mal aufwendig gesucht werden müssen. Gegen sowas zu klagen, zeigt eine tiefe Sozialkompetenz an - Anderen helfen, dies womöglich zum Schaden der Eigenen....

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