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In Taiwan sagt das Volk Nein zum Wiedereinstieg in die Kernenergie

epa12317782 A Taiwanese resident casts his vote during a recall election for seven pro-China lawmakers, and referendum for the planned reactivation of a nuclear power plant, in Taipei, Taiwan, 23 Augu ...
Nur rund 30 Prozent der Stimmberechtigten beteiligten sich am Urnengang.Bild: keystone

In Taiwan sagt das Volk Nein zum Wiedereinstieg in die Kernenergie

23.08.2025, 15:5423.08.2025, 15:54

Ein Volksentscheid zur Inbetriebnahme eines stillgelegten Atomkraftwerks in Taiwan und damit dem Wiedereinstieg des Landes in die Nuklearenergie ist gescheitert. Das Referendum in der ostasiatischen Inselrepublik erreichte nicht die nötige Zustimmung, wie aus offiziellen Daten der zentralen Wahlkommission hervorging.

Erst im Mai hatte Taiwan seinen letzten Reaktor Nummer zwei des Kernkraftwerks Maanshan im Süden des Landes abgeschaltet. Taiwan war damit aus der Atomenergie ausgestiegen – ein zentrales Versprechen der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) unter Präsident Lai Ching-te. Die Entscheidung rührte nicht zuletzt von den fatalen Folgen der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 her. Lai zeigte sich nach dem Volksentscheid jedoch offen für fortschrittliche Atomenergie mit verbesserter Technologie und weniger Nuklearabfällen.

Sorge vor Energieengpässen

Stimmberechtigt waren rund 20 Millionen Menschen über 18 Jahren. Nur rund 30 Prozent beteiligten sich. Den Vorschlag einer Volksabstimmung hatte die Taiwanische Volkspartei eingebracht. Die Oppositionspartei begründete dies mit dem wachsenden Strombedarf der Halbleiter-Industrie sowie mit Energiesicherheit wegen der Spannungen mit China an, das Taiwan zu seinem Territorium zählt und es an sich binden will.

Gegner des Referendums wie die DPP und Umweltorganisationen sehen in Atomkraftwerken auf der regelmässig von Erdbeben heimgesuchten Insel ein Sicherheitsrisiko. Zudem bleibt die Frage nach der Entsorgung von Nuklearabfällen unklar.

Mehr grüne Energie

Taiwans Atomenergie-Ära hatte in den 1970er Jahren begonnen. Ab 2018 wurden alte Reaktoren nach und nach vom Netz genommen. 2024 kam laut dem staatlichen Energieversorger Taiwan Power Company 82,1 Prozent des taiwanischen Stroms aus fossilen Quellen, 11,9 Prozent aus erneuerbaren Energien. Durch den weiteren Ausbau will die Regierung den Anteil von Energie aus Sonne, Wind, Wasserkraft und Geothermie bis 2030 auf 30 Prozent erhöhen. (sda/dpa)

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quelle: keystone / ennio leanza
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