Trump bietet eine Milliarde US-Dollar – weil er keine Windanlagen will
Wie die New York Times berichtet, erwägt die Trump-Administration, dem französischen Energiekonzern TotalEnergies fast 1 Milliarde US-Dollar zu zahlen, damit zwei Offshore-Windparks vor der Ostküste der USA nicht gebaut werden.
Laut dem Bericht sieht der geplante Deal vor, dass das Innenministerium die Genehmigungen für die Offshore-Windparks aufhebt. Das Justizministerium würde TotalEnergies die Kosten für die gewonnenen Ausschreibungen während der Biden-Regierung zurückzahlen. Im Gegenzug solle TotalEnergies die Pläne für die Windparks aufgeben und stattdessen in Erdgasprojekte in Texas investieren.
«Weil Trump Offshore-Wind nicht mag»
Die New York Times zitiert John Leshy, ehemaligen General Counsel des Innenministeriums unter Präsident Clinton: «Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass die Regierung solche Zahlungen leistet, scheinbar nur, weil der Präsident Offshore-Wind nicht mag.»
Die Trump-Administration hatte in den vergangenen Jahren mehrfach versucht, Windparks zu stoppen, stiess dabei aber auf rechtliche Hürden. Fünf Mal scheiterten Versuche, bereits im Bau befindliche Offshore-Windprojekte zu blockieren. Wie die New York Times berichtet, wäre dies das erste Mal, dass die Regierung versucht, Windprojekte zu verhindern, bevor der Bau überhaupt begonnen hat, indem sie die Leases direkt aufhebt.
Kein Strom für rund 1,3 Millionen Haushalte
Attentive Energy liegt rund 87 Kilometer südlich von Jones Beach, New York, und Carolina Long Bay etwa 35 Kilometer südlich von Bald Head Island, North Carolina. Laut der New York Times würde Attentive Energy bei Fertigstellung Strom für über eine Million Haushalte liefern, Carolina Long Bay für rund 300'000 Haushalte.
Die geplanten Zahlungen umfassen 795 Millionen Dollar für Attentive Energy und über 133 Millionen Dollar für Carolina Long Bay. Die Dokumente zeigen zudem, dass TotalEnergies Investitionen in Gaskraftwerke in Texas tätigen müsste, um die nationale Energieversorgung zu stärken, ein Schritt, der der Trump-Administration zufolge die «nationale Energiekrise» adressieren soll.
Es ist derzeit unklar, ob TotalEnergies das Angebot annehmen wird. Die New York Times betont, dass die Regierung die Leases auch ohne Zustimmung des Unternehmens aufheben könnte, was aber zu kostspieligen Gerichtsverfahren führen dürfte, die für keine der beiden Vertragsparteien attraktiv sein dürfte. (ear)
