International
Epstein-Affäre

Wirbel um Suizidversuch: Norwegischer Ex-Premierminister im Spital

epa04192091 Secretary General of the Council of Europe Thorbjorn Jagland during an interview with APA-Austria Press Agency in Vienna, Austria, 05 May 2014. Jagland returned from Ukraine where he had o ...
Bild: EPA/APA

Wirbel um Suizidversuch: Norwegischer Ex-Premierminister im Spital

24.02.2026, 21:2624.02.2026, 22:30

Der frühere norwegische Ministerpräsident Thorbjørn Jagland wurde nach einem mutmasslichen Suizidversuch in ein Krankenhaus eingeliefert. Die norwegische Online-Zeitung iNyheter berichtete unter Berufung auf eine zuverlässige Quelle über den Vorfall.

Jaglands Zustand soll ernst sein. Sein genauer Aufenthaltsort bleibt zum Schutz der Privatsphäre geheim. Jaglands Anwalt bestätigte, dass sich dieser aktuell im Spital befindet. Er dementiert jedoch den Suizidversuch.

Entsprechend berichtete die norwegische Tageszeitung Verdens Gang. Der 75-Jährige sei derzeit im Spital. Grund sei eine Krankheit infolge der Belastung für Jagland nach den Enthüllungen über seinen Kontakt zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Jagland war nach seiner Zeit als Ministerpräsident (1996 bis 1997) sowohl Generalsekretär des Europarates, als auch Vorsitzender des norwegischen Nobelkomitees gewesen.

Thorbjørn Jagland und Jeffrey Epstein

Am 12. Februar wurde Thorbjørn Jagland wegen schwerer Korruption im Zusammenhang mit seiner engen Beziehung zu Jeffrey Epstein angeklagt. Zeitgleich mit der Anklage führte die Polizei umfassende Durchsuchungen in Jaglands Immobilien durch, darunter Wohnungen in Oslo und Risør.

«Ich habe nur eines zu sagen, und zwar, dass ich sehr froh bin, dass die Angelegenheit aufgeklärt wird. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.»
Thorbjørn Jagland

Als die Polizei am 12. Februar die Wohnung des ehemaligen Spitzenpolitikers in Oslo durchsuchte, erklärte Jagland dem Norwegischen Rundfunk: «Ich habe nur eines zu sagen, und zwar, dass ich sehr froh bin, dass die Angelegenheit aufgeklärt wird. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.»

Die zuständigen Ermittler baten den Europarat, Jaglands Immunität aufzuheben, was am Tag vor den Durchsuchungen geschah. Laut den Ermittlungen haben Jagland und seine engsten Familienangehörigen zwischen 2011 und 2018 mehrfach Epsteins Privatwohnungen in Paris und New York genutzt und sich in der Villa des Sexualstraftäters in Palm Beach, Florida, aufgehalten.

Epstein habe ausserdem die Reisekosten im Zusammenhang mit einem dieser Aufenthalte für sechs Personen übernommen. Zusätzlich soll Jagland Epstein um Hilfe bei einem Bankkredit gebeten haben. Ob dieser tatsächlich zustande kam, ist bislang unklar.

Auf die Frage, wie der ehemalige norwegische Premierminister zu der Angelegenheit stehe, antwortete dieser: «Mein Anwalt hat genug gesagt.»

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ameo
25.02.2026 00:11registriert Oktober 2025
Solange alles im Geheimen gelaufen und geblieben ist gings ihm gut. Sobald aber das ganze Konstrukt um die Ohren fliegt, meldet sich die Psyche und daraus resultiert der Suizidversuch. Ich finde es erschütternd, dass diese Personen jahrelang über all ohne schlechtes Gewissen ihre dreckigen Spiele durchziehen, aber sobald sie für ihr Handeln gerade stehen müssen, klappen sie gleich zusammen.
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Kong
24.02.2026 23:30registriert Juli 2017
Wie schlecht muss das Gewissen sein für einen solchen Schritt?
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