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Ein Auto treibt im Fluss Maas, der durch die belgische Stadt Lüttich fliesst.
Ein Auto treibt im Fluss Maas, der durch die belgische Stadt Lüttich fliesst.
Bild: keystone

«Verlassen Sie die Stadt» – so hart wurde die belgische Stadt Lüttich getroffen

Vor allem der Süden des Landes in der Provinz Lüttich wurde hart von den Überschwemmungen getroffen. Mindestens 20 Menschen kamen ums Leben. Premierminister Alexander De Croo ruft einen nationalen Trauertag aus.
16.07.2021, 19:43
Remo Hess, Brüssel / ch media

In Belgien kam es vor allem im Süden und Südosten des Landes, in der französischsprachigen Wallonie unweit der deutschen Grenze, zu starken Überschwemmungen. Zahlreiche Städte wurden überflutet. Die Bilanz für ganz Belgien lag am Freitagnachmittag laut offiziellen Angaben bei mindestens 20 Toten und und 19 Vermissten. Medien berichteten von mindestens 23 Toten.

Die Kleinstadt Pepinster wurde regelrecht geflutet.
Die Kleinstadt Pepinster wurde regelrecht geflutet.
Bild: keystone

Am schlimmsten traf es die Provinz Lüttich mit der gleichnamigen 200'000 Einwohner-Hauptstadt (franz. Liège), wo die Maas über die Ufer trat. Am Donnerstagabend richtete die diensttuende Lütticher Bürgermeisterin Christine Defraigne einen eindringlichen Appell die Einwohner: Wer könne, solle die Stadt verlassen.

40'000 Haushalte ohne Strom

Bilder aus der nahe gelegenen Gemeinde Pepinster zeigten reissende Wassermassen, die bis zum ersten Stock der Häuser ragten. Dramatische Szenen spielten sich ab. Auf Dächer geflüchtete Menschen mussten mit Helikoptern oder Booten gerettet werden. Über ein Dutzend Häuser stürzten ein. Strassen wurden weggespült. Das belgische Königspaar begab sich am Freitagnachmittag vor Ort, um den Bewohnern ihre Unterstützung auszudrücken.

Verviers: Die Wassermassen haben die Autos aufeinandergetürmt.
Verviers: Die Wassermassen haben die Autos aufeinandergetürmt.
Bild: keystone

In der Kleinstadt Verviers kam es vereinzelt zu Plünderungen und Plünderungsversuchen. Eine Ausgangssperre von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens wurde verhängt. Rund 40'000 Haushalte waren vom Strom abgeschnitten. Vereinzelt kam es zu Gaslecks.

Mehrere Gemeinden haben ein Problem mit dem Trinkwasser. Der Zugverkehr auf rund 30 Strecken in den Provinzen Lüttich, Namur, Hennegau, Luxemburg und Wallonisch-Brabant wurde unterbrochen. Die Zugverbindungen nach Deutschland fielen bis auf weiteres aus.

In Teilen von Lüttich ging es nur noch mit dem Boot vorwärts.
In Teilen von Lüttich ging es nur noch mit dem Boot vorwärts.
Bild: keystone

EU-Katastrophenschutz aktiviert – Hilfe aus dem Ausland vor Ort

Am Donnerstag hat Belgien das EU-Katastrophenschutzverfahren aktiviert. Die Armee und der Zivilschutz wurden den Feuerwehren zu Hilfe geschickt. Rettungskräfte aus den Niederlanden, Österreich und Italien leisteten ebenfalls Unterstützung vor Ort. Der wallonische Premierminister Elio di Rupo versprach, den Gemeinden mit Notkrediten jetzt unkompliziert zu Hilfe zu kommen.

Im Verlauf des Nachmittags begann sich die Lage zu stabilisieren. Der Wasserstand der Maas bleibt hoch, ist aber im Begriff vielerorts allmählich zu sinken. Die belgische Regierung warnt, dass die Situation auch in den kommenden Tagen kritisch bleiben werde. Angesichts der hohen Zahl an Opfern durch die Überschwemmungen hat Premierminister Alexander De Croo hat den kommenden Dienstag zum nationalen Tag der Trauer ausgerufen. (aargauerzeitung.ch)

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