International
EU

Bauern demonstrieren in Brüssel – ohne die europäischen Bauernverbände

epa11389112 Farmers from Romania take part in a rally, mainly from 'Farmers Defence Force' of The Netherlands but also from Belgium, Germany and Poland, to protest against the European Green ...
Bauern aus Rumänien waren unter den Demonstrierenden, der «Farmers Defence Force», in Brüssel, 4. Juni 2024.Bild: keystone

«Farmers Defence Force» demonstriert in Brüssel – ohne europäische Bauernverbände

04.06.2024, 20:5304.06.2024, 20:53

Kurz vor den Europawahlen haben Bauern aus verschiedenen EU-Staaten wieder in Brüssel demonstriert. Die rund 1200 Teilnehmenden forderten unter anderem «Mehr Freiheit, weniger Brüssel».

Wenige Tage vor der Europawahl haben Landwirte in Brüssel gegen die Agrarpolitik der Europäischen Union (EU) protestiert. Etwa 1200 Demonstranten nahmen mit rund 500 Traktoren an der Aktion teil, wie die belgische Polizei am Dienstag in Brüssel mitteilte. Wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete, hatten die Organisatoren allerdings mit 25'000 Teilnehmenden gerechnet.

Zunächst versammelten sich die Landwirte in der Nähe des Atomiums, etwas ausserhalb von der Brüsseler Innenstadt. Am Nachmittag machten sich Teile der Demonstranten mit ihren Traktoren von dem Brüsseler Wahrzeichen aus auf den Weg in Richtung des Europäischen Parlaments.

Belga zufolge kamen die Traktoren vor allem aus Flandern, den Niederlanden und Polen. Auch Traktoren mit Deutschlandfahnen und deutschen Plakaten beteiligten sich an dem Protest. Organisiert wurde die Demonstration demnach von der Bewegung «Farmers Defence Force».

Zwischenfälle habe es zunächst nicht gegeben, teilte eine Polizeisprecherin mit. In der Vergangenheit waren Bauernproteste in Belgien auch aus dem Ruder gelaufen, unter anderem wurden Gegenstände auf Polizisten geworfen und Brände gelegt.

Die Europäischen Grünen kritisierten den jüngsten Protest: «In Brüssel versuchen heute rechtsextreme Aktivisten, als Landwirte verkleidet, die Strassen zu erobern.» Die grössten europäischen Bauernverbände hätten eine Teilnahme abgelehnt. Dies bestätige, dass dieser Protest nicht die Landwirte vertrete. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Alle Bauern sind SVPler? Das stimmt definitiv nicht!» – Dieser Bauer wehrt sich
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Lula gegen Bolsonaro-Sohn: Brasilien wählt zwischen zwei Polen
Die Präsidentenwahl findet in einem Klima politischer Polarisierung und anhaltender Gewaltkriminalität statt. Neben dem Staatsoberhaupt werden auch Parlament, Senat und die Gouverneure gewählt.
In Brasilien hat vor dem Hintergrund politischer Polarisierung und anhaltender Gewaltkriminalität die Präsidentenwahl begonnen. Rund 159 Millionen Wahlberechtigte sind dazu aufgerufen, über die politische Zukunft des grössten Landes Lateinamerikas zu entscheiden. Bis 17.00 Uhr (Ortszeit/22.00 Uhr MESZ) werden die Wahllokale geöffnet sein, erste vorläufige Ergebnisse werden in der deutschen Nacht auf Montag erwartet.
Zur Story