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Der Unabhängigkeitstag trieb in Polen tausende Rechtsextreme auf die Strasse.
Der Unabhängigkeitstag trieb in Polen tausende Rechtsextreme auf die Strasse.Bild: AP/AP

«Weisses Europa»: 60'000 Nationalisten ziehen durch Warschau

12.11.2017, 08:5112.11.2017, 11:17

60'000 Nationalisten und Rechtsradikale sind bei einem sogenannten Unabhängigkeitsmarsch durch die Strassen Warschaus gezogen. Sie riefen Slogans wie «Gott, Ehre, Vaterland» und «Polnische Industrie in polnische Hände», wie die Agentur PAP am Samstag berichtete.

Zahlreiche Teilnehmer entzündeten bengalische Feuer. Beim Umzug waren Fahnen mit Aufschriften wie «weisses Europa brüderlicher Nationen» zu sehen. Organisiert wurde der Marsch von Gruppen, die politisch ganz am rechten Rand zu finden sind. Es fielen auch Sprüche wie «reines, weisses» Polen oder «Flüchtlinge raus». 

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot von rund 6000 Beamten im Einsatz, um die Menge unter anderem mit Absperrgittern unter Kontrolle zu halten.

Antifaschisten kamen unter dem Motto «Für unsere und eure Freiheit» zu einer Gegendemonstration zusammen.

Hintergrund war der 99. Jahrestag der Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit Polens im Jahr 1918. Damals war die lange Teilung Polens durch Preussen, Österreich-Ungarn und Russland überwunden worden.

In einer offiziellen Zeremonie zum Nationalfeiertag hatten Präsident Andrzej Duda und weitere Spitzenpolitiker am Nachmittag am Grabmal des unbekannten Soldaten in Warschau Kränze niedergelegt.

Auf Einladung Dudas nahm an diesen Feierlichkeiten auch EU-Ratspräsident Donald Tusk teil. «Kein Politiker in Polen hat oder wird in Zukunft ein Monopol auf den Patriotismus haben», mahnte der Ex-Ministerpräsident der oppositionellen Bürgerplattform (PO).

Wegen umstrittener Justizreformen hatte die EU Ende Juli ein Verfahren gegen die nationalkonservative Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in Warschau gestartet. (cma/sda/dpa)

Wie kommt der Rechtsdrall in Polen zustande? Der Hintergrund:

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