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«Homosexuelle Flottendemonstration»: Ungarn sagt ESC-Teilnahme ab

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«Homosexuelle Flottendemonstration»: Ungarn sagt ESC-Teilnahme ab

28.11.2019, 17:4628.11.2019, 17:46
epa07804516 The logo of the Eurovision Song Contest is presented after the announcement that the city of Rotterdam will host the 2020 Eurovision Song Contest (ESC 2020), in Rotterdam, The Netherlands, ...
Bild: EPA

Ungarn hat seine Teilnahme am Eurovision Song Contest (ESC) abgesagt. Die staatliche ungarische Medienholding MTVA begründete diesen Schritt am Donnerstag mit einer «fachlichen Entscheidung».

Man wolle stattdessen «die Talente der ungarischen leichten Musik und die von diesen hervorgebrachten wertschaffenden Produktionen» fördern. Die Holding wies zugleich den Vorwurf zurück, Ungarn meide den europäischen Wettbewerb, weil er bisweilen eine homosexuelle Ästhetik transportiere.

Diesen Verdacht hatten mehrere westeuropäische Medien geäussert. MTVA, zu der auch das Staatsfernsehen gehört, wies entsprechende Berichte als Unterstellung zurück: «Diese auf sexuelle Orientierungen verweisenden Medienmeinungen verletzen die Menschenwürde, die presseethischen Normen und den Rechtsstaat», schrieb MTVA nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur MTI. «Allerdings kommt die Frage auf, warum dies die darüber berichtenden Medien tun.»

«Homosexuelle Flottendemonstration»

«Wir wollen feststellen, dass wir im Zusammenhang mit keinerlei Produktion, Ereignis oder Veranstaltung auf irgendjemandes sexuelle Orientierung achten», schrieb die staatliche Medienholding weiter. Hintergrund der Homophobie-Vorwürfe war eine Aussage des regierungsnahen Journalisten Andras Bencsik über den ESC. Dieser sei eine «homosexuelle Flottendemonstration», sagte er Ende Oktober in einer Talkshow des regierungsnahen Privatsenders HirTV.

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Video: srf

Ungarn dürfe «aus mentalhygienischen Gründen» daran nicht teilnehmen. «Kreischende Transvestiten und bärtige Frauen» hätten beim ESC «den Geschmack des Publikums verwüstet», sagte Bencsik weiter. «Vergessen wir doch dieses mit Conchita Wursts belastete, geschmacklose, forcierte, propagandistische Festival des Andersseins.»

Ungarn nahm seit 1994 am ESC teil. Grösster ungarischer ESC-Erfolg der vergangenen zehn Jahre war 2014 Platz fünf mit dem Lied «Running», das Andras Kallay-Saunders darbot. (aeg/sda/dpa)

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