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German soccer fans cheer as Germany scores the first goal during the World Cup soccer match Germany against Ecuador as they watch the game on a giant TV screen at the public viewing area in Berlin, Tuesday, June 20, 2006. The other teams in Group A are Costa Rica and Poland.  (AP Photo/Franka Bruns) ** zu unserem Paket 'DEU FUSSBALL WM RUECKBLICK' **

Das Sommermärchen von 2006 wird durch den Korruptionsskandal rund um die FIFA überschattet. 
Bild: AP

Im Sommermärchen-Skandal schalten sich nun auch Schweizer Ermittler und das FBI ein



In die Affäre um die Vergabe der Fussball-WM 2006 schalten sich anscheinend immer mehr Ermittlungsbehörden ein. Nach der Frankfurter Staatsanwaltschaft befassen sich nun einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» vom Samstag zufolge auch die Schweizer Bundesanwaltschaft und sogar die US-Bundespolizei FBI konkret mit dem Sommermärchen-Skandal.

Die Bundesanwaltschaft (BA) bestätigte am Samstag auf Anfrage, dass dem Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft Frankfurt stattgegeben wird. Die BA werde das deutsche Ersuchen bearbeiten.

Der Deutsche Fussball-Bund wollte sich zu der Darstellung nicht äussern, mögliche Ermittlungen staatlicher Stellen hatte der Verband bislang nicht kommentiert.

epa05008630 (FILE) A file picture, dated 02 March 2012, shows the president of the 'Deutsche Fussball-Bund (DFB)', the German Soccer Federation,  Wolfgang Niersbach, standing in front of the DFB's logo after his election during a DFB conference in Frankfurt, Germany. Frankfurt's public prosecutors office confirmed on 03 November, that the offices of the DFB were searched in an investigation concerning the DFB's president and two senior former officials involving a payment to football world governing body FIFA linked to the 2006 World Cup.  EPA/ARNE DEBERT

Der DFB ist im Visier des FBI. Im Bild: Wolfgang Niersbach, Präsident des DFB.
Bild: EPA/DPA FILE

10 Millionen Franken für inszenierte FIFA-Gala

Die Behörden interessieren sich für die deutsche Zahlung von zehn Millionen Schweizer Franken, umgerechnet 6.7 Millionen Euro, im Vorfeld der WM 2006. Nach Darstellung des DFB überwies der ehemalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus diese Summe im Jahr 2002 für das WM-OK an den Weltverband FIFA.

Wer genau das Geld erhielt, ist jedoch ungeklärt. 2005 soll das Geld an Louis-Dreyfus zurückgezahlt worden sein. Der Betrag wurde vom WM-OK zur Tarnung als Beitrag für eine FIFA-Gala deklariert, die später nie stattfand.

Die Frankfurter Staatsanwälte gehen deshalb gegen den DFB vor, weil sie wegen der falsch deklarierten Ausgaben ein Steuervergehen vermuten.

Dubiose Zahlung

Das FBI seinerseits wurde demnach vor allem auf die Affäre aufmerksam, weil sie Parallelen zu einer dubiosen Zahlung von zehn Millionen Dollar von den Organisatoren der WM 2010 in Südafrika aufweist. Das Geld soll über FIFA-Konten an den korrupten Topfunktionär Jack Warner geflossen sein.

Former FIFA vice-president Jack Warner gestures while talking to reporters after leaving the Magistrates' Court, where he is fighting a request for his extradition to the U.S. on corruption charges, in Port of Spain, Trinidad, August 28, 2015. Warner, once one of the most powerful men in soccer's global governing body, is wanted on a dozen charges including bribery, corruption and wire fraud conspiracy in his role at FIFA, stemming from an investigation by the U.S. Federal Bureau of Investigation. REUTERS/Andrea De Silva

Der Ex-Vizepräsident Jack Warner war einer der ersten FIFA-Funktionäre, die verhaftet wurden.
Bild: ANDREA DE SILVA/REUTERS

Mit dem inzwischen lebenslang gesperrten Warner hatte auch der deutsche OK-Chef Franz Beckenbauer kurz vor der Vergabe der WM 2006 einen zweifelhaften Vertrag unterzeichnet, der aber angeblich nie wirksam wurde.

Der DFB stützt sich bei seinen Ermittlungen auf die private Kanzlei Freshfields. Diese soll ihre Ergebnisse bis Ende Februar vorlegen. (lhr/sda/dpa)

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