Epstein-Mails zeigen, dass der US-Handelsminister gelogen hat
Am Freitag veröffentlichte das US-Justizministerium die bisher umfangreichste Sammlung von Akten des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Zahlreiche prominente Personen standen in Verbindung mit Epstein – darunter auch US-Handelsminister Howard Lutnick.
Dabei hatte Lutnick vergangenes Jahr in einem Podcast über Epstein gesagt, er habe schon 2005 entschieden, mit dieser «widerlichen Person» nie wieder in einem Raum sein zu wollen. Doch diverse E-Mails beweisen nun das Gegenteil.
Den neu veröffentlichten E-Mails zufolge verabredeten sich Lutnick und Epstein am 23. Dezember 2012 zum Mittagessen auf der Karibikinsel Little Saint James. Lutnick schreibt in einer Mail, dass auch ein anderes Paar mitkomme. Lutnick und seine Frau sowie das befreundete Paar hätten jeweils vier Kinder dabei – zwei 16-Jährige, zwei 14-Jährige, ein 13-Jähriges, ein 12-Jähriges, ein 11-Jähriges sowie ein 7-Jähriges.
Howard Lutnick in 2005: I never want to be in the same room as Jeffrey Epstein again.
— Rogue POTUS Staff (@RoguePOTUSStaff) January 30, 2026
Howard Lutnick in 2012: Jeffrey, darling, let's have dinner. There's 8 children I want you to meet! pic.twitter.com/BYChg4nE3j
Ausserdem wird ersichtlich, dass ein Assistent im Jahr 2013 Epstein die Nanny von Howard Lutnick empfohlen habe. In einer Mail wird der Lebenslauf dieser an Epstein weitergeleitet, mit dem Hinweis, dass er sie treffen könne.
2015 lud Howard Lutnick Jeffrey Epstein zu einer «sehr intimen» Spendenaktion für Hillary Clinton bei Cantor Fitzgerald ein.
Zwei Jahre später, im Jahr 2017, spendete Jeffrey Epstein 50'000 Dollar an eine Organisation zu Ehren von Lutnick.
And 5 years later in 2017, Jeffrey Epstein donated $50,000 to an organization in Lutnick's honor.
— Sarah Longwell (@SarahLongwell25) January 30, 2026
To quote @jkbjournalist: follow the money. https://t.co/BWTUMeJ2VQ pic.twitter.com/ISvsepLCas
Lutnick nennt Epstein «widerlich»
Lutnick hatte vergangenes Jahr in einem Interview über Epstein erzählt, wie gut er Epstein gekannt habe – denn sie waren zehn Jahre lang Nachbarn. Als er und seine Frau damals neben Epstein eingezogen waren, hätten sie ihn auf einen Kaffee eingeladen.
Epstein gab dem Paar eine Führung durch sein «riesiges» Haus. Im Wohnzimmer habe sich eine Doppeltür befunden – Lutnick nahm eigener Aussage zufolge an, dass es sich um das Esszimmer handelte. Stattdessen stand in der Mitte des Raums ein Massagetisch, umgeben von Kerzen. Lutnick habe Epstein gefragt:
Epsteins Antwort soll gelautet haben: «Jeden Tag». Daraufhin sei er Lutnick «seltsam nahe» gekommen und habe hinzugefügt:
Lutnicks Frau und er hätten sich dann dazu entschieden, zu gehen und sich «nie wieder mit diesem widerlichen Menschen in einem Raum» aufzuhalten. Seitdem habe Lutnick weder privat, geschäftlich noch für wohltätige Zwecke mit Epstein zu tun gehabt. «Weil er widerlich ist».
So spricht Howard Lutnick im Interview 2025 über Epstein:
Ein Sprecher des US-Handelsministeriums teilte nach der Veröffentlichung am Freitag mit, Lutnick habe nur begrenzte Kontakte mit Epstein im Beisein seiner Frau gehabt und sei nie eines Fehlverhaltens beschuldigt worden.
Howard Lutnick hatte im vergangenen Jahr mit der Schweiz verhandelt – insbesondere bezüglich Trumps Strafzöllen. In einem Interview machte er sich im September 2025 zudem über Karin Keller-Sutter und die Schweiz lustig.
(hkl, mit Material der sda/dpa)
