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Blutige Monate in Konflikten begünstigen Waffenstillstände – Studie

From left, Kenya's former president Uhuru Kenyatta, lead negotiator for Ethiopia's government, Redwan Hussein, African Union envoy Olusegun Obasanjo, lead Tigray negotiator Getachew Reda, and former S ...
So sehen Menschen aus, die gerade einen Waffenstillstand unterzeichnet haben: Uhuru Kenyatta, Redwan Hussein, Getachew Reda Phumzile Mlambo-Ngcuka nach den Verhandlungen über den Tigray-Konflikt, 2. November 2022.Bild: keystone

Blutige Monate in Konflikten begünstigen Waffenstillstände – Studie

04.11.2022, 10:53

Zusammen mit internationalen Partnern untersuchten Forschende der ETH-Zürcher, unter welchen Voraussetzungen sich Konfliktparteien in Bürgerkriegen auf einen Waffenstillstand einigten. Fazit: Besonders blutige Monate und Regierungswechsel während Bürgerkriegen begünstigen Waffenstillstände.

Zu diesem Zweck analysierten die Forscherinnen und Forscher der ETH Zürich zusammen mit Wissenschaftlern des Friedensforschungsinstitutes in Oslo (PRIO) und der Universität Uppsala 2202 Waffenstillstandsvereinbarungen, wie aus einem am Donnerstag publizierten Bericht der ETH Zürich hervorging.

Neben einer blutigen Eskalation des Konflikts begünstigten demnach auch Regierungswechsel Waffenstillstände. Dieser Effekt neuer Führungspersönlichkeiten nehme aber nach einem Jahr ab, da dann die anfängliche Dynamik meist verpufft sei.

Die Analysen der Konfliktforschenden hätten ausserdem ergeben, dass Konfliktparteien eher bereit waren, die Waffen niederzulegen, wenn sie dafür eine politische Rechtfertigung hatten. Dies etwa in Form eines Mediationsangebotes einer vermittelnden Partei, die um einen Waffenstillstand bat, oder während religiöser Feiertage, die es den Konfliktparteien erlaubten die Kämpfe kurzfristig einzustellen, ohne das Gesicht zu verlieren. Im innerafghanischen Bürgerkrieg nach 1989 sei es etwa anlässlich des Fastenbrechens nach dem Ramadan immer wieder zu temporären Waffenstillständen gekommen.

Waffenruhe entweder früh oder sehr spät

Eine weitere Erkenntnis der Studie war, dass Waffenstillstände oft im ersten Monat eines Konfliktes geschlossen werden. Die Parteien schienen zu testen, wie ernst es ihnen mit dem Krieg sei und ob doch eine Chance für eine friedliche Beilegung des Konfliktes bestehe, hiess es dazu im Bericht. Gelinge dies nicht, dauere es im Durchschnitt vier Jahre bis die Chancen dafür wieder stiegen.

Die analysierten Waffenstillstände stammten alle aus Bürgerkriegen zwischen 1989 und 2020; sie betrafen 109 innerstaatlicher Konflikte aus 66 Ländern. Zwischenstaatliche Konflikte wurden laut dem Bericht nicht berücksichtigt, weil es sich um «absolute Ausnahmen» handelte. Die fünf Länder mit den meisten Waffenstillständen waren Sudan (169), gefolgt von Indien (167), den Philippinen (157), Syrien (140) und Israel (103).

(yam/sda)

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