DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Über 10'000 Menschen in Frankreich demonstrieren erneut gegen Rentenreformpläne

28.12.2019, 22:2729.12.2019, 14:24
Ein Demonstrant wirft ein E-Trotti in ein Feuer, Paris, 28. Dezember.
Ein Demonstrant wirft ein E-Trotti in ein Feuer, Paris, 28. Dezember.Bild: EPA

In Frankreich haben am Samstag erneut mehr als 10'000 Menschen gegen die geplante Rentenreform protestiert. In Paris gingen nach Polizeiangaben am 24. Tag des Streiks 4500 Menschen auf die Strasse, darunter 800 Angehörige der «Gelbwesten»-Protestbewegung.

An der Spitze des Protestzugs gab es vereinzelte leichte Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und mitunter vermummten Demonstranten. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben sechs Menschen in Gewahrsam. Demonstrationen fanden auch in Rennes und Toulouse sowie kleineren Orten im Norden Frankreichs statt.

Der Streik sorgte weiter für massive Verkehrsbeeinträchtigungen. Am Samstag fuhren in Frankreich sechs von zehn TGV-Schnellzügen, sechs Metrolinien in Paris waren gesperrt. Am Sonntag sollten sogar 13 der 16 Pariser Metrolinien nicht befahren werden.

Für Montag hingegen kündigte die Pariser Nahverkehrsgesellschaft RATP eine «deutliche Verbesserung» der Lage an. Auf elf Metrolinien sollen die Verbindungen dann zumindest teilweise sichergestellt sein, ausserdem solle zwischen 6.30 Uhr und 20.00 Uhr jeder zweite Zug der Nahverkehrslinien A und B fahren.

Präsident Emmanuel Macron will mit seiner Rentenreform das komplizierte Rentensystem mit 42 verschiedenen Regelungen vereinheitlichen und das Milliarden-Defizit der Rentenkassen abbauen. Besonders umstritten ist die faktische Anhebung des Renteneintrittsalters von derzeit 62 auf künftig 64 Jahre.

Die Regierung hält bisher an ihrem Ziel fest, die Rentenreformpläne am 22. Januar im Kabinett zu verabschieden. Die Gewerkschaften hoffen aber, dass Präsident Macron in seiner traditionellen Fernsehansprache zum Jahreswechsel Abstriche von der Reform ankündigt. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Der träge Wunsch nach Frieden ist sich selbst genug
Nur wer sich für Diplomatie ausspricht, ist für ein Ende des Kriegs, für Frieden? Wenn es so einfach wäre. Es gibt keine Anzeichen, dass Putin die Invasion beenden will.

Diplomatie ist nie verkehrt. Doch wenn in diesen Tagen über den Krieg in der Ukraine diskutiert wird, dient der Ruf nach Gesprächen, Verhandlungen, Angeboten allzu oft allein der Diskreditierung von Waffenlieferungen oder sonstigen vermeintlichen Eskalationsschritten. Da ist es plötzlich ein Gegensatz, das angegriffene Land für seine Verteidigung zu ertüchtigen oder eben für Frieden zu sein. Als würde sich das ausschliessen. Mehr noch: Als könne, wer Panzer, Haubitzen und Munition schicken will, gar nicht das Ende der Gewalt im Sinn haben.

Zur Story