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Frankreich streitet erneut über Burkinis: Grenoble will sie erlauben – und oben ohne auch

16.05.2022, 06:55

Die französische Grossstadt Grenoble will an diesem Montag über eine Zulassung von muslimischen Ganzkörperbadeanzügen, den sogenannten Burkinis, in öffentlichen Schwimmbädern beraten. Mit der geplanten Änderung der Schwimmbadordnung hat der grüne Bürgermeister der Stadt, Éric Piolle, eine erneute landesweite Burkini-Debatte losgetreten.

Nesrine Kenza mit Burkini und zwei Freundinnen 2016 an einem Strand in Marseille.
Nesrine Kenza mit Burkini und zwei Freundinnen 2016 an einem Strand in Marseille. Bild: AP/ap

Kritiker sprechen von einer schleichenden Islamisierung, während Piolle Frauen die Entscheidung selbst überlassen will, im Wasser so viel oder wenig zu tragen, wie ihnen passt. Oben ohne soll ebenfalls künftig erlaubt sein.

Präfekt Laurent Prévost kündigte am Sonntagabend gerichtliche Schritte an, sollte es grünes Licht für das Tragen von Burkinis in öffentlichen Bädern in Grenoble geben. Gemäss der Anweisungen, die er vom Innenminister Gérald Darmanin erhalten habe, werde er vor das Verwaltungsgericht ziehen, um eine Aussetzung der Regelung zu erwirken.

Um Burkinis gab es bereits im Sommer 2016 einen heftigen Streit in Frankreich, örtlich auch Verbote. Der Staatsrat erklärte schliesslich ein kommunales Burkini-Verbot, wie es an der Côte d'Azur erlassen worden war, für rechtswidrig. Um Burkinis weiterhin von Stränden und aus Bädern zu verbannen, bedienten Kommunen sich danach Begründungen der Hygiene und der Sicherheit.

Frankreich versteht sich als laizistisches Land, in dem eine strikte Trennung von Staat und Religion herrscht. Der Umgang mit religiösen Symbolen in der Öffentlichkeit sorgt immer wieder für Kontroversen, vorwiegend im Zusammenhang mit dem Islam. (sda/dpa)

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Weit entfernt von Gleichberechtigung, aber schon viel näher

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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pr0di
16.05.2022 07:28registriert Februar 2017
Ich sehe ehrlich gesagt nicht ein, weshalb Burkinis (so, wie auf dem Titelbild gezeigt), ein Problem sein sollen. Solange das Burkini aus demselben Stoff besteht, wie sonstige Bademode und nur zum Baden getragen wird, sehe ich absolut keine Einwände was Sicherheit oder Hygiene betrifft.
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mMn
16.05.2022 08:44registriert September 2020
Solches Zeug muss man nicht verbieten. Das ist doch total unbequem. Sobald jemand genügend in unsere Kultur integriert ist, wird das niemand tragen wollen. Gilt im Übrigen auch für Burkas

Die Energie sollte also besser in die Integration anstatt in Verbote investiert werden. Das bewirkt eher noch mehr Sturheit und somit das Gegenteil.
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Sprachrohr
16.05.2022 08:44registriert Juli 2020
Ich vermute mal, dass das Zusammenleben von Burkiniträgerinnen & oben-ohne-Baderinnen nicht immer so friedlich abläuft wie im Titelbild suggeriert. Ich erinnere mich da an eine ganze Reihe von Vorfällen in einer Balser Badi, wo fundamentalistische Badegäste im Burkini auch anderen Badegästen gegenüber ihre stengen Sittenvorstellungen durchsetzen wollten. Es geht bei diesem Streit eben nicht nur darum, wie viel Haut Frau zeigen will.

Ich bin mir nicht so sicher, ob mehr Toleranz gegenüber Burkiniträgerinnen von diesen mit derselben Toleranz gegenüber freizügigeren Badegästinnen begegnet wird.
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