International
Frankreich

Frankreich: Macrons Regierung gibt bei umstrittener Rentenreform nach

Women sing against French President Emmanuel Macron during a demonstration Saturday, Jan. 11, 2020 in Paris. The French government and labor unions appeared far from reaching any compromise deal Frida ...
Teilnehmerinnen einer Kundgebung gegen die umstrittene Rentenreform der Regierung am Samstag in Paris.Bild: AP

Macron gibt bei Reform nach – volle Rente soll es nun doch auch für unter 64-Jährige geben

11.01.2020, 18:3111.01.2020, 18:31

Die französische Regierung hat im Konflikt um die Rentenreform Medienberichten zufolge deutliche Zugeständnisse an die Gewerkschaften gemacht. Die Regelung, nach der die Franzosen erst mit 64 Jahren volle Rentenbezüge erhalten sollen, wird vorläufig aus der Gesetzesreform gestrichen.

Dies erklärte Frankreichs Premierminister Édouard Philippe am Samstag in einem Schreiben an die Sozialpartner, wie Medien übereinstimmend berichteten. Die Regierung sei «bereit, das entscheidende Alter von 64 Jahren vorübergehend aufzuheben», schrieb Philippe demnach an die Gewerkschaften.

Das Alter ist bisher der Hauptstreitpunkt zwischen den Gewerkschaften und der Regierung gewesen. Die gemässigte Gewerkschaft CFDT begrüsste den Schritt, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. CFDT will demnach die Diskussionen in dem neuen vorgeschlagenen Rahmen fortsetzen.

Mit der Reform soll für die Rente ein universelles Punktesystem eingeführt werden. Damit würde die Zersplitterung in mehr als 40 Rentenkassen enden. Viele Berufsgruppen fürchten allerdings ein Aus für Sonderrechte und Privilegien. Die Regierung war ihnen bereits mit sehr langen Übergangsfristen entgegengekommen. (cbe/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Massenproteste in Frankreich eskalieren
1 / 11
Massenproteste in Frankreich eskalieren
Aus Protest gegen geplante Steuererhöhungen auf Diesel und Benzin sind in Frankreich am Samstag Zehntausende auf die Strassen gegangen und ...
quelle: epa/epa / ian langsdon
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Nationalstreik gegen Macrons Rentenreform
Video: srf
Gisèle Pelicots Tochter startet neue Kampagne gegen sexuellen Missbrauch
In Frankreich läuft eine neue Sensibilisierungskampagne für Opfer, die vermuten, unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht worden zu sein. Gestartet wurde sie von Caroline Darien, der Tochter von Gisèle Pelicot.
Am Montag startete in ganz Frankreich eine landesweite Sensibilisierungskampagne zum Thema sexueller Missbrauch. Sie soll Menschen ermutigen, die vermuten unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht worden zu sein, sich bei den Behörden zu melden. Auch dann, wenn sie sich kaum oder gar nicht an den Übergriff erinnern.
Zur Story