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Macron feiert sich mit Europa-Hymne – und dann kam die «Marseillaise»

Macron feiert sich mit Europa-Hymne – und dann kam die «Marseillaise»

Zuerst die Europahymne, dann die Marseillaise: Emmanuel Macrons musikalische Siegesfeier-Planung kam nicht überall gut an.
24.04.2022, 22:5125.04.2022, 13:00

Es kam so, wie es die Umfragen erwartet haben: Der liberale französische Staatschef Emmanuel Macron bleibt Präsident. Er konnte auch den zweiten Wahlgang für sich gewinnen und liess sich am Sonntagabend in der Nähe des Eiffelturms in Paris feiern.

Mit dabei war auch das Pathos. Er schritt kurz nach 21.30 Uhr zusammen mit seiner Gattin Brigitte Macron und einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen über das Pariser Marsfeld zur Siegesfeier. Der Marsch wurde begleitet durch Beethovens Europa-Hymne. An dieser Stelle sei kurz daran erinnert, dass die Hymne ohne Schillers «An die Freude» mit der Anfangszeile «Freude, schöner Götterfunken» gesungen wird. Die Hymne wird genau genommen gar nicht gesungen, sondern höchstens gesummt.

Video: twitter

Gesungen wurde später stattdessen die Marseillaise – die Hymne, die gemeinhin als beliebteste und bedeutungsschwangerste Hymne der ganzen Welt gilt. Man kennt sie. Man kennt häufig auch die ersten paar Zeilen zur Melodie.

Allons enfants de la Patrie, Le jour de gloire est arrivé!
Auf, Kinder des Vaterlandes,
Der Tag des Ruhmes ist gekommen!

Singen durfte sie am Sonntagabend Farrah El Dibany, Mezzosopranistin der Pariser Oper. Ihr Auftritt war ein klares Zeichen gegen die rechtsextreme Unterlegene Marine Le Pen: Dibany wurde in Ägypten geboren und wanderte später nach Frankreich aus. Ihre Herkunft sorgte am Abend für ein paar wenige rassistische Kommentare, was angesichts der erstarkten Rechten wenig überrascht.

Video: twitter

Was mehr überraschte, war Dibanys Gesang an sich. Er war – vorsichtig gesagt – gewöhnungsbedürftig und gefiel nicht allen. Ein Twitter-User schrieb: «Ihr Auftritt wird nicht in die Geschichtsbücher eingehen.» Andere sprachen von einer «Schande».

Lags an der Stimme? Nicht nur. Farrah El Dibany hat eine mächtige Mezzosporan-Stimme, die sie in Operetten wie «Carmen» gut einzusetzen weiss. Die Stimmlage hörte man aber selten bei der Marseillaise. Zusammen mit anderen ungewohnten Faktoren wie einem leichten sprachlichen Akzent, fiel ihre Marseillaise-Interpretation bei manchen besser oder schlechter auf. Dank Twitter, Instagram und Co. konnte dann die ganze Welt erfahren, was Herr oder Frau Français mit einem Internet-Anschluss von Dibanys Auftritt halten.

Was sagst du zur Dibanys Marseillaise?
An dieser Umfrage haben insgesamt 1990 Personen teilgenommen

(pit)

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