International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Vor der Küste Kanadas hat die Frankreich-Wahl schon begonnen

Image

Wegen der Zeitverschiebung werden die Wähler in Überseegebieten wie Saint-Pierre und Miquelon bereits am Samstag zur Urne aufgerufen.



Die mit Spannung erwartete Wahl eines neuen französischen Staatspräsidenten hat am Samstag in französischen Überseegebieten begonnen. Der Ausgang hat für ganz Europa eine erhebliche Bedeutung, denn bei einem Sieg extremer Kandidaten drohen der EU schwere Turbulenzen.

A worker prepares voting booths at a polling station in Lyon, central France, Saturday, April 22, 2017. The two-round presidential election will take place on April 23 and May 7. (AP Photo/Laurent Cipriani)

Auch in Lyon laufen die Vorbereitungen auf Hochtour. Bild: Laurent Cipriani/AP/KEYSTONE

Die Wahlen finden erstmals unter den Bedingungen des Ausnahmezustands statt, der nach den Pariser Terrorattacken im November 2015 verhängt worden war.

Die ersten Wahllokale öffneten um 12.00 Uhr Schweizer Zeit auf der Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon vor der kanadischen Ostküste.

Wegen der Zeitverschiebung waren auch in Französisch-Guyana in Südamerika, auf den französischen Karibikinseln sowie in Französisch-Polynesien im Pazifik die Wähler bereits am Samstag aufgerufen, ihre Stimmen für den ersten Wahlgang abzugeben. Der Grossteil der 47 Millionen Wahlberechtigten kann am Sonntag abstimmen.

Grosse Sicherheitsvorkehrungen

Die Abstimmung findet unter dem Eindruck der Terrorattacke auf den Pariser Champs-Élysées am Donnerstagabend statt. Mehr als 50'000 Polizisten und 7000 Soldaten werden eingesetzt, um Kandidaten und Bürger zu schützen.

Die entscheidende Stichwahl zwischen den beiden stärksten Kandidaten ist am 7. Mai geplant. In Europa richtete sich das Interesse vor allem auf das Abschneiden der rechtspopulistischen Kandidatin Marine Le Pen, die Frankreich aus der Euro-Zone führen will, sowie auf den Linksaussen-Kandidaten Jean-Luc Mélenchon, der ebenfalls heftig Brüssel attackiert, und auf den Europafreund Emmanuel Macron.

In Umfragen für den ersten Wahlgang lag der Ex-Wirtschaftsminister Macron zuletzt knapp vor oder auf Augenhöhe mit Le Pen. Aber auch der Konservative François Fillon und Mélenchon können sich Hoffnungen machen, sich für das Endduell in zwei Wochen zu qualifizieren.

Terror überschattet Abstimmung

Nach dem Schock über das Brexit-Votum und die US-Wahl rechnet EU-Kommissar Maros Sefcovic mit dem Sieg eines europafreundlichen Kandidaten in Frankreich. «Nach all der Unsicherheit, die diese Abstimmungen brachten, werden die französischen Wähler weise entscheiden und die europäische Zusammenarbeit weiter mittragen», sagte der aus Slowakei stammende Sefcovic der Nachrichtenagentur DPA in Brüssel.

Der offizielle Wahlkampf war am Freitagabend zu Ende gegangen. Mehrere Kandidaten hatten wegen der Pariser Terrorattacke letzte Auftritte oder Kundgebungen abgesagt. Ein 39-Jähriger hatte am Donnerstagabend in Paris mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr auf Polizisten geschossen und einen Beamten getötet. Zwei weitere Beamte und eine deutsche Passantin wurden verletzt. Die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») reklamierte die Bluttat für sich.

Drei Personen aus dem Umfeld des Täters blieben zunächst in Polizeigewahrsam. Auch die beiden zu Wochenbeginn in Marseille festgenommenen Männer, die laut Behörden vor der Wahl einen Anschlag verüben wollten, wurden weiter festgehalten. (wst/sda/dpa)

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

Artikel lesen
Link to Article