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Polizei knackt Chat-Netzwerk von Kriminellen – Hunderte Festnahmen

Polizei knackt riesiges Chat-Netzwerk von Kriminellen – Hunderte Festnahmen

02.07.2020, 15:4702.07.2020, 16:03
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epa08522423 Dutch Chief Public Prosecutor John Lucas (L) and Police Chief of the National Unit Jannine van den Berg (2-L) during a press conference on the dismantling of an encrypted criminal communic ...
Eurojust stellt den Ermittlungserfolg vor.Bild: keystone

Ermittlern aus mehreren Ländern ist durch das Entschlüsseln von Verbrecher-Chats ein grosser Schlag gegen die organisierte Kriminalität in Europa gelungen. Es gab Hunderte Festnahmen. 19 Drogenlabore wurden ausgehoben, Tausende Kilo Kokain, Crystal Meth und andere Drogen beschlagnahmt.

Der Polizei in den Niederlanden und Frankreich gelang es, mehr als 20 Millionen geheimer Nachrichten abzuschöpfen, wie die europäische Justizbehörde Eurojust am Donnerstag in Den Haag mitteilte. Das Eindringen in die technische Infrastruktur des Anbieters von verschlüsselten Kurznachrichten EncroChat habe «Schockwellen durch organisierte Verbrecherbanden quer durch Europa» geschickt.

Zahlreiche Verbrechen konnten unterbunden werden, so Eurojust – darunter Mordversuche und Drogentransporte. In den Niederlanden wurde demnach Bargeld in Höhe von fast 20 Millionen Euro beschlagnahmt.

Britische Behörden bezeichneten die Operation als «massiven Durchbruch im Kampf gegen schwere und organisierte Kriminalität» und die grösste Ermittlungsoperation ihrer Geschichte. Der inzwischen geschlossene Kurznachrichtendienst EncroChat habe 60 000 Nutzer weltweit gehabt, davon allein 10 000 in Grossbritannien. Er sei ausschliesslich zu illegalem Handel, Geldwäsche und für Mordkomplotte gegen rivalisierende Kriminelle genutzt worden.

Allein in Grossbritannien habe es 746 Festnahmen gegeben, hiess es in einer Mitteilung der National Crime Agency und dem Verband der britischen Polizeibehörden am Donnerstag. Zudem seien 54 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 60 Millionen Euro), 77 Schusswaffen und mehr als zwei Tonnen Drogen sichergestellt worden.

In Frankreich waren mehr als 60 Sonderermittler unter dem Codenamen «Emma 95» beteiligt. In den Niederlanden seien in die dort «Lemont» genannte Operation mehrere Hundert Ermittler einbezogen gewesen. Das Hacken der Chatnachrichten zwischen Tausenden von mutmasslichen Kriminellen sei auf der Grundlage behördlicher Genehmigungen erfolgt. (aeg/sda/dpa)

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Jacht mit einer Tonne Drogen läuft vor Australien auf Grund
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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Unicron
02.07.2020 16:46registriert November 2016
Wahnsinn... Was da bestimmt für Arbeit dahinter steckt.
Und da ist man Jahre lang an so etwas dran, und darf keinem davon erzählen weil das falsche Wort zur falschen Person einfach das ganze zum sabotieren könnte.
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ursus3000
02.07.2020 18:35registriert Juni 2015
Und es macht genau nichts . Angebot , Nachfrage und Preis bleiben gleich
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Nach Trump-Attentat: Chefin des Secret Service tritt zurück

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