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Auch mit Atomwaffen: Macron will Europa zu geopolitischer Macht machen

epa12732195 French President Emmanuel Macron during a press statement at the end of an informal retreat at Alden Biesen Castle in Bilzen, Belgium, 12 February 2026. The strategic session focuses on de ...
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordert Europa auf zusammenzustehen und gemeinsam zu handeln.Bild: keystone

Auch mit Atomwaffen: Macron will Europa zu geopolitischer Macht machen

13.02.2026, 21:4713.02.2026, 21:47

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz dafür geworben, Europa zu einer «geopolitischen Macht» zu machen und weitere Gespräche über atomare Abschreckung in Aussicht gestellt. Um unabhängiger von den Grossmächten zu werden, müsse man alle Komponenten einer geopolitischen Macht liefern, sagte er in einer Rede. Dazu gehörten neben Verteidigung auch Bereiche wie Technologie.

Macron betonte dabei, dass er nicht davon spreche, dass Frankreich oder Deutschland eine Macht werden müssten, sondern von Europa. Man müsse als Europäer denken und handeln, sagte er. «Das ist es, was wir jetzt tun müssen.»

Mit Blick auf die von den US-geführten Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine forderte Macron ein deutlich selbstbewussteres Auftreten Europas und Vorbereitungen für die Zeit danach. Es sei wichtig, dass die Europäer diese neue Sicherheitsarchitektur für die Zeit nach dem Ukraine-Krieg aushandeln müssten, weil sich die Geografie nicht ändern werde, sagte er. «Wir werden am selben Ort mit Russland leben und Europa wird am selben Ort sein», sagte er. Er wolle nicht, dass diese Verhandlungen von jemand anderem als den Europäern organisiert würden.

Zum Thema nukleare Abschreckung sagte Macron, um im Dialog mit Russland glaubwürdig zu sein, müsse man auch die nukleare Abschreckung neu justieren. Deshalb werde bereits an dem Thema gearbeitet und er werde dies in einigen Wochen näher ausführen.

Macron verwies dabei darauf, dass er mit Bundeskanzler Friedrich Merz und anderen europäischen Staats- und Regierungschefs bereits einen strategischen Dialog begonnen habe. Dabei gehe es darum, das nationale französische Atomwaffenkonzept über eine besondere Zusammenarbeit, gemeinsame Übungen und gemeinsame Sicherheitsinteressen mit anderen Ländern zu verbinden. Mit Deutschland tue man dies «zum ersten Mal in der Geschichte», sagte Macron.

In der EU ist Frankreich seit dem Austritt Grossbritanniens am 31. Januar 2020 die einzig verbliebene Atommacht. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri besitzt das Land 290 der weltweit etwa 12'200 Atomwaffen und ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrösste Atommacht. (sda/dpa)

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52 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Typu
13.02.2026 22:09registriert Oktober 2015
Meinen Segen hat er. Sage ich schon seit Jahren. Zwar traurig für die Menschheit aber bei diesen geopolitischen Spielern unausweichlich.
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Flexon
13.02.2026 22:02registriert Februar 2014
Er hat Recht.
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zazie
13.02.2026 23:00registriert Mai 2023
Zur französischen Atom-Doktrin gehört etwas, was wenig bekannt ist: Frankreich behält sich das Recht vor, Atomwaffen für einen Erstschlag einzusetzen, als Reaktion auf schwere konventionelle Angriffe oder (neuerdings) auch bei schweren Cyber-Angriffen. Das ist Kern der Dissuasionspolitik von F.
Historisch hat sie Wurzeln im Entscheid De Gaulles, verteidigungspolitisch (und kulturell) von den USA unabhängig zu sein, auch wenn man gemeinsam in der NATO ist. F hat sich immer schon gefragt: Was machen wir, wenn die USA Europa fallen lassen?
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