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FILE - In this Wednesday, Sept., 14, 2011 file photo, Inventor James Dyson launches the Dyson DC41 Ball vacuum and the Dyson Hot heater fan on in New York. Dyson, the British company best known for innovative vacuum cleaners, has said on Tuesday, Oct. 23, 2018 it will build its electric car in Singapore. The company says the bespoke manufacturing facility is due for completion in 2020 and is part of a 2.5 billion pound ($3.2 billion) investment in new technology globally. (AP Photo/Rob Bennett, file)

James Dyson – Erfinder des nicht ganz billigen Staubsaugers ohne «Saugkraftverlust» (Archivbild). Bild: AP/AP Images

Ein Brexit-Fan haut ab: Der wundersame Wandel des James Dyson (ja, der mit den Saugern)

Milan Marquard
Milan Marquard



Sir James Dyson – der mit beutellosen Staubsaugern zum Milliardär geworden ist – outete sich früh als Brexit-Befürworter. Eine rosige Zukunft sagte er Grossbritannien nach dem Brexit voraus: 18,5 Milliarden Pfund (rund CHF 23 Mia.) zusätzlich könnte das Vereinigte Königreich pro Jahr erwirtschaften.

«Es geht um Souveränität. Ich will, dass Grossbritannien sich selbst regiert.»

James Dyson sueddeutsche

Der studierte Ingenieur gilt als freiheitsliebend – auf dieser Einstellung beruht auch seine Befürwortung von freiem Handel. Seine Firma machte im vergangenen Jahr umgerechnet rund CHF 4.5 Milliarden Umsatz. Die Einfuhrzölle und Regulierungen der EU sieht Dyson als erschwerend für den Freihandel. Sie sind ihm daher ein Dorn im Auge.

Und dann kam das: Im Januar dieses Jahres, also noch vor Ablauf der Bexit-Frist, verkündete Dyson die Verlagerung des Hauptquartiers seiner Firma nach Singapur. Dieser Entscheid sorgte für Kritik – dem Geschäftsmann wurde beispielsweise vom Labour-Abgeordneten Wes Streeting Heuchlerei vorgeworfen:

Teuerste Wohnung

Nun setzt der Brite noch einen drauf: Er verlegt auch seinen persönlichen Wohnsitz nach Singapur. Singapur gilt gemäss «Bloomberg» als eine der teuersten Städte der Welt. Für Dyson und seine Frau kaum ein Problem – sie sind mit 9.5 Milliarden Pfund (rund CHF 11.7 Mia.) auf Platz zwölf der reichsten Briten.

Das Pärchen kaufte sich die teuerste Wohnung der gesamten Stadt für umgerechnet rund CHF 53.5 Millionen. Das dreistöckige Penthouse in den obersten Etagen des «Guoco Tower» im Singapurer Finanzdistrikt hat fünf Schlafzimmer, einen Privatpool und einen Weinkeller.

Bild

Der «Guoco Tower» von aussen. bild: wallrichresidence

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Der Privatpool von James Dyson. bild: guocoland

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Der Essbereich der Wohnung. bild: guocoland

Entscheid sorgt für Kritik

Erneut wird James Dyson Heuchelei vorgeworfen. Nachdem er den Brexit stets unterstützt und öffentlich die Meinung vertreten hatte, dass es eine Chance für Grossbritannien ist, haue er nun selbst ab, so viele Stimmen in den sozialen Medien. Die Vermutung liegt nahe, dass Dyson seinen Sitz aus Angst vor wirtschaftlichen Nachteilen infolge des Brexit nach Asien verlegt.

«Was für ein Heuchler. Ich werde nie wieder ein Dyson-Produkt kaufen.»

Diese Frau wirft Dyson zudem vor, kein richtiger Patriot zu sein und nur die Profitmaximierung im Kopf zu haben.

Rechtfertigung des Entscheids

Sein Entscheid habe jedoch nichts mit dem Brexit zu tun, sondern sei rein strategisch, so Dyson offiziell im Januar: Der asiatische Markt gewinne zunehmend an Bedeutung. In der Tat macht Dyson nur noch einen verschwindend kleinen Teil (rund 4%) seines Umsatzes in Grossbritannien. Die Verlegung des Hauptsitzes und des Wohnsitzes sei auch wichtig, um näher an den Produktionsstandorten und der wichtigen asiatischen Kundschaft zu sein.

Hinzu kommt, dass der Brexit für Dyson geschäftlich wenig Einfluss hätte. Da die Produkte in Asien gefertigt werden, bleiben die EU-Einfuhrzölle gleich – lediglich die Zölle im Vereinigten Königreich könnten entfallen. Das Wegfallen von Zöllen würde sich direkt positiv auf den Gewinn des Unternehmens auswirken.

Dyson-Elektroauto angekündigt

Ein weiteres Argument für die Verschiebung nach Singapur ist das Dyson-Elektroauto. Die Fabrikhallen für die Fertigung werden derzeit in Singapur gebaut. Diese Inside-Out-Strategie trifft den Nerv der Zeit. Dyson dazu: «Seit 22 Jahren erforschen wir Motoren, Batterien, Aerodynamik, Visionssysteme und Robotik. Jetzt ist es an der Zeit, all unser Wissen und unsere Erfahrung in einem grossen Projekt zusammenzuführen – einem Elektroauto

Bisher sind nur wenige Details über das Projekt bekannt. Es gibt jedoch bereits Patentzeichnungen des Elektroautos:

Dyson Elektroauto Patentzeichnungen

Bild: Dyson

Plant ein Elektroauto: James Dyson

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Don Alejandro 14.07.2019 22:50
    Highlight Highlight Kein Problem mit Menschen, die Milliardäre mit mittelmässigen und überteuerten Produkten wurden. Schlussendlich ist jeder selber dafür verantwortlich was er kauft. Aber die Politik wird einfach oft ein lächerliches Spielfeld dieser Exponenten. Make Britain great again, aber die Produktion und den eigenen steuerrelevanten Wohnsitz nach Asien auslagern. Irgendwo dem Niveau Vorkindergarten anzusiedeln....
  • Quecksalber 13.07.2019 11:21
    Highlight Highlight Wenn dieses Auto so laut wird wie die Sauger, braucht es neuen Lärmschutz an den Strassen.
    • glointhegreat 14.07.2019 07:30
      Highlight Highlight Dafür sind die strassen immer schön sauber 😄
  • Blitzesammler 13.07.2019 10:36
    Highlight Highlight Auch ihm geht es mittlerweile doch nur noch um SEINEN eigenen finanziellen Vorteil und nicht um Freiheit!
    • Electric Elefant 13.07.2019 12:33
      Highlight Highlight Mittlerweile?
  • Fernrohr 13.07.2019 07:52
    Highlight Highlight Der natürliche Akkumulationsprozess des Kapitals. Das hat mit seiner Vorliebe für ein freies England nichts zu tun. Jedenfalls nach Dysons Leseart. Die Sorgen des kleinen Engländers kennt er sicherlich nicht.
  • meliert 13.07.2019 04:57
    Highlight Highlight ich würde nie seine „britischen“ Produkte )in China hergestellt) zu diesen horrenden Preisen kaufen
    • dmark 13.07.2019 12:40
      Highlight Highlight Aber amerikanische Produkte "Made in China" werden kräftig überteuert gekauft?
      Ich meine Apple macht es doch vor...
  • artyfrosh 13.07.2019 03:11
    Highlight Highlight Hätte anhand vom Titel etwas anderes erwartet. Trotzdem spannender Artikel.
  • Hauswurz 12.07.2019 23:54
    Highlight Highlight Verschrobene Milliardäre sind super - sie sollten sich einfach aus der Politik heraushalten.
  • sambeat 12.07.2019 23:42
    Highlight Highlight „Dyson-Elektroauto angekündigt“: Wenn der Göppel so unsanft anläuft wie Dysons 230V-Staubsauger, ist der monatliche Gang zum Pneuhändler so gut wie sicher😂
  • landre 12.07.2019 23:28
  • Alastor Nefas 12.07.2019 23:20
    Highlight Highlight grundsätzlich darf er wohnen wo er möchte und seine firma dort beheimaten wo es ihm nun dünkt... ob sein - betiteln wir es mal als - schachzug eines „sir“ würdig ist, darüber kann man nun streiten.
    ich hab auch ein staubsauger von ihm und ja, er frisst immer noch die teppiche - saugen kann das teil. aber ob ich ein dyson fahrzeug kaufen möchte weiss ich nicht. nach 2 monaten hat mein staubsauger sein rad verloren. achsbruch.... aber saugen kann er 👍🏼
  • tolgito 12.07.2019 22:41
    Highlight Highlight Geiles Penthouse!!
    • Hiker 13.07.2019 10:09
      Highlight Highlight Was erwarten Sie von einem Milliardär? Das er das Geld wie so ein Heiliger an die Armen verteilt? In welcher Welt leben eigentlich die Engländer und nicht nur Sie. So funktioniert halt nun mal Globalisierung. Nicht wie diese Pseudo Patrioten àla Köppel & Co. es uns weismachen wollen.

Diese Atomlager bedrohen Millionen Menschen und die Umwelt

Egal ob in Russland, den USA, im Pazifik oder im Atlantik: Überall wird Atommüll gelagert. Es gibt jedoch bis heute kein einziges Endlager für hochradioaktive Abfälle. Weltweit. Viel schlimmer noch: Viele dieser provisorischen Stätten sind tickende Zeitbomben für Mensch und Umwelt.

Früher machte man es sich einfach. Nuklearer Abfall wurde verbuddelt, in Seen geworfen oder im Meer versenkt. Klappe zu, Affe tot.

Die Devise war klar: Bloss weg mit dem Atommüll. Doch wohin? Jedes mögliche Lager stösst verständlicherweise immer, zumindest in dicht besiedelten Ländern wie der Schweiz oder Deutschland, auf massiven Widerstand der Bevölkerung. Wer will schon neben einem atomaren Endlager wohnen?

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