International
Grossbritannien

Kanye West Wireless Festival: Briten fordern Einreiseverbot

FILE - Kanye West arrives at the Vanity Fair Oscar Party, Feb. 9, 2020, in Beverly Hills, Calif. The estate of Donna Summer sued Ye, formerly Kanye West, and Ty Dolla $ign on Tuesday, Feb. 27, 2024, f ...
Kanye West ist in der Vergangenheit immer wieder mit antisemitischen Ausfälligkeiten aufgefallen.Bild: keystone

Britische Aktivisten-Gruppe fordert Einreiseverbot für Kanye West

06.04.2026, 12:01

Nach der Ankündigung von Auftritten des US-Skandalrappers Kanye West bei einem Festival in London wird in Grossbritannien ein Einreiseverbot für den Musiker gefordert.

Die Regierung könne jeder Person, die kein Staatsbürger ist und deren Anwesenheit dem öffentlichen Wohl nicht zuträglich wäre, die Einreise verbieten, schrieb die Aktivistengruppe Campaign Against Antisemitism auf der Plattform X. Bei West sei das ein «eindeutiger Fall».

Der 48 Jahre alte Rapper, der mittlerweile unter dem Namen Ye firmiert und in der vergangenen Woche in Los Angeles auftrat, war immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Kommentare aufgefallen. Er soll im Sommer (10. bis zum 12. Juli) beim Wireless Festival im Finsbury Park an den Abenden als Headliner auftreten. Premierminister Keir Starmer hatte die Planung als «zutiefst besorgniserregend» bezeichnet.

Wireless Festival, Taken at Wireless Festival during Kygo`s set
Das Wireless Festival in London gibt es seit 2005 und zieht über drei Tage hinweg 60'000 Menschen an.Bild: www.imago-images.de

West hatte im vergangenen Jahr ein Lied mit dem Titel «Heil Hitler» veröffentlicht. Anfang 2026 hatte er im «Wall Street Journal» um Entschuldigung gebeten. «Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit», schrieb der Ex-Ehemann von Kim Kardashian und führte seine früheren Äusserungen auf eine bipolare Störung zurück.

Labour-Abgeordnete: Einreise nicht zulassen

Starmers Parteikollegin Rachael Maskell, die für den Wahlkreis York Central im Parlament sitzt, sagte der BBC: «Wir können nicht zulassen, dass diese Künstler eine Plattform bekommen.» West sollte wegen seiner antisemitischen Äusserungen nicht in das Vereinigte Königreich einreisen dürfen. Starmer hatte gesagt, jeder habe die Verantwortung, «dafür zu sorgen, dass Grossbritannien ein Ort ist, an dem sich jüdische Menschen sicher und geschützt fühlen».

Die Organisatoren des Festivals äusserten sich bislang nicht. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge zogen sich bereits zwei Sponsoren, darunter die Getränkemarke Pepsi, zurück. (sda/dpa)

Vor laufender Kamera – Kanye West sorgt wieder für Schlagzeilen

Video: watson/Lucas Zollinger
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
10 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Randy Orton
06.04.2026 14:49registriert April 2016
West mag seine seit Jahren immer wiederholenden antisemitischen und hitlerverehrenden Äusserungen auf seine bipolare Störung schieben, obwohl er frühere Entschuldigungen diesbzeüglich wieder zurücknahm. Aber Songs zu produzieren und promoten, T-Shirts mit Swastikas zu verkaufen und am Superbowl zu bewerben, das hat er nicht alleine getan. Er hatte ganz viele Mitarbeiter und Menschen die daran auch Geld verdient haben und die das offenbar okay fanden. Und dass sich die jetzt weder äussern noch West Konsequenzen zieht und die entlässt (oder gar gerichtlich gegen sie vorgeht), sagt alles.
213
Melden
Zum Kommentar
avatar
P.Rediger
06.04.2026 14:09registriert März 2018
Wie kommt man darauf so eine Person an ein Festival einzuladen? Was haben die Booker: innen denn da geraucht?
235
Melden
Zum Kommentar
10
Explosion in amerikanischer Verpackungsfabrik – mehrere Tote
Bei einer Explosion auf dem Gelände einer Verpackungsfirma im Nordwesten der USA sind nach Behördenangaben Menschen ums Leben gekommen. Die örtliche Feuerwehr in dem US-Bundesstaat Washington teilte auf Facebook in einem gemeinsamen Statement mit der Firma und den örtlichen Behörden mit, es gebe Tote und Verletzte. Eine genaue Anzahl wurde nicht genannt. Das genaue Ausmass des Vorfalls ist ebenfalls noch unklar.
Zur Story