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Ex-Prinz Andrew: Massage Rechnung wirft neue Fragen bei den Royals auf

Massage-Rechnung an Ex-Prinz Andrew wirft neue Fragen auf

Nach Andrews zwischenzeitlicher Verhaftung kommen weitere Erkenntnisse ans Licht. Im Buckingham-Palast genoss der 66-Jährige angeblich Massagen, wobei auch die Finanzierung Fragen aufwirft.
24.02.2026, 14:2924.02.2026, 15:28
Jennifer Ullrich / watson.de

In seiner Funktion als britischer Handelsbeauftragter soll Andrew vertrauliche Dokumente an Jeffrey Epstein weitergeleitet haben. Sollte er tatsächlich angeklagt und verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

FILE - Britain's Andrew Mountbatten-Windsor, formerly known as Prince Andrew, looks round as he leaves after attending the Easter Matins Service at St. George's Chapel, Windsor Castle, Engla ...
Zu Ex-Prinz Andrew kommen immer mehr Details ans Licht.Bild: keystone

König Charles unterstützt die Ermittlungen, wie er in einem Statement deutlich machte. Dennoch werfen die neuesten Berichte kein gutes Licht auf das britische Königshaus.

Andrew-Rechnung bringt Royals in Bedrängnis

Neue Vorwürfe gegen Andrew beschäftigen jetzt Grossbritannien. Im Zentrum steht ein Termin im Buckingham-Palast aus dem Jahr 2000 und eine Rechnung über 75 Pfund, die laut eines Berichts der «Daily Mail» vom Konto der Royal Family beglichen wurde.

Demnach bestellte Andrew Mountbatten-Windsor im Juni 2000 die professionelle Masseurin Monique Giannelloni in ein Schlafzimmer des Palasts. Die Südafrikanerin gibt persönlich an, sie sei auf Empfehlung von Ghislaine Maxwell eingeladen worden. Sicherheitskontrollen habe es nach ihrer Darstellung nicht gegeben.

This undated photo released by the U.S. Department of Justice shows Jeffrey Epstein and Ghislaine Maxwell. (U.S. Department of Justice via AP)
Justice Department Jeffrey Epstein
Ghislaine Maxwell war die Partnerin von Jeffrey Epstein.Bild: keystone

Giannelloni erklärt gegenüber der «Daily Mail», sie sei in das Zimmer geführt worden, wo Andrew zunächst einen Bademantel getragen habe. Nach einer kurzen Begrüssung sei er ins Badezimmer gegangen und nackt zurückgekehrt. Sie habe den Blick abgewandt und sei zunächst verlegen gewesen.

Abgesehen von diesem Moment beschreibt sie den damaligen Duke of York als «sehr freundlich und sehr gentlemanlike». Weitere Vorfälle habe es bei diesem Termin nicht gegeben.

Die Zeitung veröffentlichte eine Rechnung über 75 Pfund, die offensichtlich per Scheck von einem Coutts-Konto der Royal Family beglichen wurde. Unterzeichnet worden sei der Scheck von Andrews damaliger persönlicher Assistentin Charlotte Manley.

FILE- Britain's Prince Andrew leaves King Edward VII hospital in London after visiting his father Prince Philip, June 6, 2012. (AP Photo/Sang Tan, File)
Prince Andrew
Prince Andrew wurde der Titel des Duke of York abgenommen.Bild: keystone

Finanzierten die Steuerzahler Andrews Exzesse?

Die neuen Enthüllungen fallen in eine Phase, in der Andrew ohnehin wieder zunehmend unter Druck steht. Zwei ehemalige Beamte behaupten kürzlich (via «Daily Mail»), dass während seiner Zeit als britischer Handelsbeauftragter zwischen 2001 und 2011 Kosten für Massagen und luxuriöse Reisen teilweise vom Steuerzahler getragen worden seien.

Ein ehemaliger Mitarbeiter gab an, er habe versucht, eine entsprechende Zahlung zu stoppen, sei jedoch überstimmt worden. Ein weiterer früherer Beamter sprach von überhöhten Ausgaben für Flüge, Hotels und Begleitpersonal.

Der Buckingham-Palast hatte in der Vergangenheit dagegen betont, Andrew habe während seiner Tätigkeit als Sonderbeauftragter «alle persönlichen Ausgaben» selbst getragen. Andrew selbst bestreitet bislang Fehlverhalten im Kontext seiner früheren Freundschaft zu Jeffrey Epstein.

Mehr zu Andrew und den Epstein-Files:

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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gina3
24.02.2026 15:27registriert September 2023
Ohne Andrew oder andere beteiligte Minister entschuldigen zu wollen:
Ist es nicht an der Zeit, der Öffentlichkeit nicht länger eine angeblich „skandalöse“ Enthüllung nach der nächsten vorzusetzen, sondern endlich seriöse, gründliche journalistische Arbeit zu leisten?
Entscheidend sind nicht die täglich neu aufgedeckten Details – so gravierend sie auch sein mögen –, sondern das gesamte Epstein-System. Nicht das einzelne Vergehen, sondern die Strukturen, die es möglich machten.
WER hat dieses Netzwerk aufgebaut? Welche Personen und Organisationen hielten es am Laufen?
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Drosera
24.02.2026 15:44registriert Dezember 2025
Eine Rechnung über 75 Pfund wird hier tatsächlich als Skandalaufhänger angesehen?
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Ich-möchte-verstehen
24.02.2026 14:52registriert April 2022
In Anbetracht dessen, was dieser Ex-Prinz sonst alles verbrochen hat, sind diese 75 Pfund lächerlich - hoffe doch sehr, dass noch wesentlichere Wahrheiten ans Tageslicht kommen.

Unsäglich, dass die USA, aber auch die Schweiz nicht mehr recherchieren...
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