International
Grossbritannien

Keine Suspendierung von Schottlands Sturgeon nach Festnahme

Keine Suspendierung von Schottlands Sturgeon nach Festnahme

12.06.2023, 15:3112.06.2023, 15:31
FILE - Nicola Sturgeon speaks during a press conference at Bute House in Edinburgh, Wednesday, Feb. 15 2023. Former Scottish First Minister Nicola Sturgeon has been arrested by police investigating th ...
Nicola SturgeonBild: keystone

Die schottische Ex-Regierungschefin Nicola Sturgeon bleibt trotz ihrer vorübergehenden Festnahme ein Mitglied der Schottischen Nationalpartei (SNP).

Ihr Nachfolger Humza Yousaf sagte am Montag der BBC, es gebe keinen Anlass, die starke Verfechterin einer schottischen Unabhängigkeit zu suspendieren. «Ich werde das tun, was ich im Hinblick auf die Werte der natürlichen Gerechtigkeit für richtig halte», sagte Yousaf, der als Vertrauter Sturgeons gilt. Er betonte, die 52-Jährige sei ohne Anklage wieder entlassen worden. Es gebe keinen Druck von ihm oder der SNP, dass Sturgeon ihr Mandat im Regionalparlament ruhen lässt, betonte der Regierungschef.

Zuvor hatte es auch aus der SNP Forderungen gegeben, Sturgeon solle ihre Mitgliedschaft auf Eis legen, bis die Ermittlungen um eine mutmassliche Zweckentfremdung von Parteispenden abgeschlossen seien. Die Oppositionsparteien erhöhten unterdessen den Druck. In vergleichbaren Fällen seien Parteimitglieder suspendiert worden, sagte der Chef der Labour-Partei in Schottland, Anas Sarwar, der Nachrichtenagentur PA.

Die Polizei hatte Sturgeon am Sonntag stundenlang befragt. Dabei geht es um eine mögliche Zweckentfremdung von Spenden in Höhe von rund 660 000 Pfund (rund 750 500 Franken), die für die Unabhängigkeitskampagne der SNP vorgesehen waren. Bereits im April waren Sturgeons Ehemann Peter Murrell, der lange Jahre für die SNP-Finanzen verantwortlich war, und SNP-Schatzmeister Colin Beattie vorübergehend festgenommen worden.

Wie Sturgeon kamen beide später wieder frei, ohne dass Anklage erhoben wurde. Die Behörden durchsuchten auch eine Reihe von Grundstücken, darunter das Haus von Sturgeon und Murrell sowie die Parteizentrale der SNP in Edinburgh. Die Ex-Regierungschefin dementiert die Vorwürfe vehement. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
«Das Resultat ist zum Schaden des Landes»: Ungarn-Freund Andreas Glarner zur Orban-Abwahl
Der Aargauer SVP-Nationalrat spricht kein Ungarisch, versteht sich aber gut mit dem abgewählten Ministerpräsidenten. Glarner hat 2019 die parlamentarische Gruppe Schweiz-Ungarn gegründet. Trotz der Abwahl von Orban will er die Kontakte nach Budapest weiterführen.
«Ich bin enttäuscht und negativ überrascht.» Das sagt Andreas Glarner, SVP-Nationalrat aus dem Aargau und Präsident der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Schweiz-Ungarn, zum Wahlergebnis vom Sonntag. Glarner bedauert es, dass der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban und dessen Partei Fidesz die Mehrheit im Parlament verloren haben.
Zur Story