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8 Staaten kondolieren Orlando-Opfern – und verfolgen die Schwulen im eigenen Land



«Verurteilen wir aufs Schärfste» – «Gedanken sind bei den Opfern» – «Stehen Seite an Seite in diesen schweren Stunden». Rund um den Globus erfolgten nach dem Attentat in Orlando mit 50 Toten Beileidsbekundungen. Dass der Anschlag in einem Schwulenclub stattgefunden hat, ging derweil in einigen der offiziellen Kondolenzäusserungen vergessen. Kein Zufall: Die Gesetzgebung in Sachen Homosexualität ist in den entsprechenden Staaten äusserst repressiv. Schwule, Lesben und Transgender müssen mit harten Strafen rechnen, teilweise droht sogar die Todesstrafe. 

Eine kleine Übersicht über die Anti-Homo-Gesetzgebung weltweit und die Heuchelei im Diplomatie-Jargon.

Länder, in denen Homosexualität illegal ist

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bild: watson / quelle: HRW, ilga, washingtonpost

Länder, in denen homosexuelle Handlungen mit dem Tod bestraft werden können

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bild: watson / quelle: hrw, ilga, washingtonpost

Afghanistan 

Abdullah Abdullah, Chief Executive Officer Afghanistans sagte am Montag in einer Fernsehansprache, «Terrorismus kennt keine Religion, Grenzen und Geographie. Terrorismus muss eliminiert werden. Afghanen unterstützen den Terrorismus nicht, sondern die Opfer des Terrors. Unsere Herzen und unsere Gedanken sind bei unseren amerikanischen Freunden. »

Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex:

Homosexuelle Handlungen: Todesstrafe (unter der Scharia)

Ägypten

Das ägyptische Aussenministerium liess folgendes verlauten: «Wir verurteilen den Angriff aufs Schärfste. Ägypten steht in diesen schwierigen Zeiten neben dem amerikanischen Volk. Wir äussern unser ehrliches Beileid den Familien der Opfern und wünschen den Verletzten eine rasche Genesung.» Und: Gegen den Terrorismus, der weder Grenzen noch Religionen kennt, und inkompatibel ist mit allen humanitären Prinzipien und Werten, müsse entschieden vorgegangen werden. 

Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex:

Homosexuelle Handlungen: 3 Monate bis 3 Jahre Gefängnis

Katar

Das Aussenministerium des Golfstaates verurteilte das Massaker und rief die internationale Gemeinschaft auf, sich entschieden gegen «kriminelle Akte, die auf Zivilisten zielen» zur Wehr zu setzen.

Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex:

Homosexuelle Handlungen: 1 bis 3 Jahre Gefängnis, Todesstrafe unter der Scharia.

(In der Praxis wurden mutmasslich bislang keine Todesurteile wegen homosexuellen Handlungen gefällt.)

Kuwait

Das Aussenministerium des ölreichen Kleinstaats am Golf schrieb in einer Note, die Regierung verurteile die «terroristische Attacke» in Orlando. Die stetige Zunahme derartiger Angriffe erfordere eine Verdoppelung der Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft um «dieses widerliche Phänomen» zu eliminieren.

Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex:

Homosexuelle Handlungen: Bis zu 7 Jahre Gefängnis

Saudi-Arabien

Die saudische Botschaft in Washington Abdullah al-Saud verurteilte die «Attacke auf unschuldige Menschen in Orlando in schärfster Form. Saudi-Arabien wird weiterhin mit den USA und unseren Partnern in der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten um dieser sinnlosen Akte der Gewalt und des Terrors ein Ende zu bereiten.»

Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex:

Sexuelle Handlungen zwischen verheirateten Männern: Tod durch Steinigung

Sexuelle Handlungen zwischen unverheirateten Männern: 100 Peitschenhiebe und ein Jahr Verbannung

Sexuelle Handlungen zwischen nicht-muslimischen Männern: Tod durch Steinigung

Iran

Im staatlichen Fernsehen wurde der Sprecher des Aussenministeriums, Hossein Jaberi Ansari folgendermassen zitiert: «Basierend auf seinen Grundsätzen, Terrorismus zu verurteilen und zu bekämpfen, verurteilt Iran die terroristische Attacke in Orlando.» Dass der Anschlag in einem Schwulenclub stattfand, fand keine Erwähnung.

Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex:

Analverkehr: Todesstrafe

Lesbische sexuelle Handlungen: 100 Peitschenhiebe

Vereinigte Arabische Emirate

Die Vereinigten Arabischen Emirate verurteilten die «terroristische Attacke» in Orlando und drückten ihre Solidarität mit den USA aus. 

Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex:

Homosexuelle Aktivitäten: Todesstrafe

(In der Praxis wurden mutmasslich bislang keine Todesurteile wegen homosexuellen Handlungen gefällt.)

Singapur

Der Justizminister des südostasiatischen Stadtstaates schrieb auf Facebook: «Ein weitere sinnlose Schiesserei ... Es geht immer weiter. Der Wahnsinn wird nicht aufhören.»

Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex:

Homosexuelle Handlungen: Bis zu 2 Jahre Gefängnis

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