International
Homosexualität

«Nicht genehmigt – befürchteten Störaktionen anderer Gruppen»: So rechtfertigen die Behörden die Polizeigewalt gegen die Gay Pride in Istanbul

Szenen, die nachdenklich machen: Ein junger Parade-Teilnehmer wird von einem Wasserwerfer regelrecht umgenietet.YouTube/RT

«Nicht genehmigt – befürchteten Störaktionen anderer Gruppen»: So rechtfertigen die Behörden die Polizeigewalt gegen die Gay Pride in Istanbul

29.06.2015, 11:5529.06.2015, 12:34

Die türkischen Behörden haben den Gewalteinsatz der Polizei gegen die Homosexuellen-Kundgebung in Istanbul gerechtfertigt. Das Eingreifen der Beamten am Sonntag sei angemessen gewesen, erklärte das Istanbuler Gouverneursamt nach Presseberichten vom Montag.

Die Beamten waren mit Wasserwerfern, Tränengas und Gummigeschossen gegen Teilnehmer der Gay Pride Parade im Zentrum von Istanbul vorgegangen. Am Marsch für mehr Rechte für Schwule und Lesben hatten auch die Istanbuler Konsuln von Frankreich, Grossbritannien und den USA teilgenommen.

Keine Verletzte? Augenzeugen widersprechen Polizei

Das Gouverneursamt erklärte, die Kundgebungsteilnehmer hätten keine Genehmigung für die Veranstaltung gehabt. Zudem habe es Hinweise auf mögliche Störaktionen anderer Gruppen gegeben. Bei der gewaltsamen Auflösung des Marsches habe es keine Verletzten gegeben, erklärte die Behörde weiter. 

Augenzeugen hatten dagegen von mindestens fünf Verletzten gesprochen. Im Internet und einem Teil der türkischen Medien stiess das Vorgehen der Polizei auf scharfe Kritik. (sda/afp)

Istanbul: Tränengas und Wasserwerfer gegen LGBT-Parade

1 / 15
Istanbul: Tränengas und Wasserwerfer gegen Schwulenparade
Die türkische Polizei verhinderte die LGBT-Parade vom Sonntag in Istanbul gewaltsam.
quelle: x01258 / stringer/turkey
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Frankreich nimmt vier mutmassliche chinesische Spione fest
Frankreich hat vier Chinesen unter Spionageverdacht festgenommen, die mit einem Satellitenempfänger versucht haben sollen, sensible Militärdaten abzufangen und nach China weiterzuleiten. Gegen die vier Chinesen werde wegen Weitergabe von Informationen an eine ausländische Macht ermittelt, die den grundlegenden Interessen der Nation schaden können, teilte die Staatsanwaltschaft in Paris mit. Gegen zwei der Männer wurde Untersuchungshaft beantragt. Der Inlandsgeheimdienst (DGSI) übernahm die von der Abteilung für Cyberkriminalität eingeleiteten Ermittlungen.
Zur Story