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Demonstrators shout slogans during a protest at Hong Kong International Airport, Friday, July 26, 2019. Hong Kong residents have been protesting for more than a month to call for democratic reforms and the withdrawal of a controversial extradition bill. Their five central demands include direct elections, the dissolution of the current legislature, and an investigation into alleged police brutality. Clashes between protesters and police and other parties have become increasingly violent. (AP Photo/Vincent Yu)

Eine Frau beim Sitz-Protest am 26. Juli am Flughafen in Hongkong. Bild: AP

Proteste an Hongkonger Flughafen: Warnung an Reisende



Zum Auftakt einer dreitägigen Protestaktion in Hongkong haben sich am Freitag Hunderte Demonstranten in der Ankunftshalle des Flughafens versammelt. Den Reisenden überreichten sie Flugblätter mit ihrer Kritik an der Regierung.

Die zum Teil maskierten und mit Helmen ausgestatteten Demonstranten hielten Transparente hoch und versuchten in einem Dutzend Sprachen, die Reisenden auf den seit Wochen anhaltenden Konflikt aufmerksam zu machen. «Liebe Reisende, bitte verzeihen Sie uns das 'unerwartete' Hongkong», hiess es dort zum Beispiel auf Englisch.

Protesters demonstrate at the airport in Hong Kong on Friday, Aug. 9, 2019. Pro-democracy protesters held a demonstration at Hong Kong's airport Friday even as the city sought to reassure visitors to the city after several countries issued travel safety warnings related to the increasing levels of violence surrounding the two-month-old protest movement. (AP Photo/Vincent Thian)

Aktuelles Bild des friedlichen Protests. Bild: AP

«Sie sind in einer zerbrochenen, zerrissenen Stadt gelandet, nicht in der, die Sie bisher kennen. Doch für dieses Hongkong kämpfen wir.» Mit Blick auf die Reisenden am Flughafen sagte eine Demonstrantin: «Wir wollen mehr Leute wissen lassen, was in Hongkong passiert.»

Die dreitägige Flughafenkundgebung wurde in Online-Netzwerken mit einer nachgemachten Bordkarte angekündigt, auf der «HK in die Freiheit» stand. Ankommende Passagiere schienen beim Anblick des Sitzstreiks irritiert, einige machten Fotos und liessen sich Flugblätter reichen.

Hunderte Demonstranten haben sich zu Protesten im Flughafen von Hongkong versammelt. Sie wollen insbesondere Besucher vom chinesischen Festland über die Anti-Regierungsproteste informieren.

Ende Juli kam es bereit zu Protesten am Flughafen in Hongkong. Bild: EPA

Noch keine Polizeipräsenz

Zunächst war kein grösseres Polizeiaufgebot zu sehen. «Es wird ein friedlicher Protest bleiben, solange die Polizei sich nicht zeigt», sagte eine 16-jährige Demonstrantin. Ein Passagier aus Taiwan begrüsste die Kundgebung, auch wenn sein Flug gestrichen wurde: «Das ist wichtig. Heute ist es Hongkong, morgen Taiwan.»

Nach Reuters-Informationen wurde der Ex-Polizeichef Alan Lau Yip Shing, der die Einsätze gegen pro-demokratische Kundgebungen 2014 leitete, aus dem Ruhestand geholt. Er soll nach Angaben zweier hochrangiger Sicherheitsbeamte helfen, die Einsätze gegen Protestierer zu koordinieren. Er werde sich am Freitag mit den Einsatzleitern treffen, hiess es.

Problem für China

Die anhaltenden Proteste, bei denen es zunehmend zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei kommt, werden auch immer mehr zu einem Problem des chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Denn die Demonstrationen haben sich an Plänen der Peking-treuen Regierung für ein Gesetz zur Auslieferung von Beschuldigten nach China entzündet.

epa07627534 Chinese President Xi Jinping arrives for a meeting with Russian President Vladimir Putin at the Kremlin in Moscow, Russia, 05 June 2019. Chinese President is on a state visit in Russia.  EPA/EVGENIA NOVOZHENINA / POOL

Xi Jinping im Juni bei seinem Besuch in Russland. Bild: EPA/REUTERS POOL

Seit Mitte Juni weiten sie sich aus. Einen Höhepunkt erreichten die Proteste am Montag mit einem Generalstreik. Dabei kam es zu Zusammenstössen mit der Polizei, die Tränengas und Schlagstöcke einsetzte.

Der früheren britischen Kronkolonie Hongkong wurden nach der Übergabe an China 1997 besondere Freiheitsrechte wie das der freien Meinungsäusserung eingeräumt. Diese sehen die Regierungskritiker nun gefährdet.

Die Demonstranten fordern den Rücktritt der Regierungschefin Carrie Lam und auch, dass die Regierung im Zusammenhang mit den zum grössten Teil friedlichen Demonstrationen nicht von Aufruhr spricht. Nach Hongkonger Gesetz ist damit eine nicht erlaubte Versammlung von drei oder mehr Personen gemeint.

«Keine Zugeständnisse»

Lam lehnte am Freitag vor Journalisten «Zugeständnisse» an die Demokratie-Aktivisten ab. Auf der Suche nach einer «politischen Lösung» im Umgang mit den seit Wochen andauernden Protestkundgebungen betrachte sie ein Entgegenkommen nicht als den richtigen Weg, sagte sie.

epa07763638 Hong Kong Chief Executive Carrie Lam speaks during a press conference in Hong Kong, China, 09 August 2019. Lam addressed the press on the economy as the city has been gripped by over two months of protests against a now-suspended extradition bill and calls for universal suffrage and greater freedoms.  EPA/JEROME FAVRE

Lam während ihres Statements heute. Bild: EPA

Dabei sprach sie von «gewalttätigen Demonstranten». Lam warnte vor einem raschen und gewaltigen wirtschaftlichen «Niedergang» durch die Proteste, den sie indirekt mit einem «Tsunami» verglich. (mim/sda/dpa/afp/reuters)

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Hongkong: Neuste Bilder der Proteste und vom Generalstreik

Zusammenstössen zwischen Polizisten und Demonstranten

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