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epa07048362 Tiwa tribal women prepare local rice beer during the annual Lanhkhon festival in Karbi Anglong district of Assam state, India, 25 September 2018 (issued 26 September 2018). This festival is closely related to agriculture and farmers work hard and eagerly wait for a good harvest. Farmers pray for the good health of their crops. The young boys and girls dance as a ritual to enrich the fertility power of the earth.  EPA/STR

In Indien gelangt immer wieder gepanschtem Schnaps in den Verkauf. Bild: EPA/EPA

Schon über 150 Tote nach Konsum von gepanschtem Schnaps in Indien

Jedes Jahr sterben in Indien hunderte Menschen an so genanntem Moonshine (Mondlicht), wie der schwarz gebrannte Schnaps genannt wird. Allein dieses Wochenende sind 150 Menschen dem todbringenden Fusel zum Opfer gefallen.



In Indien wächst die Zahl der Opfer nach dem Konsum von gepanschtem Schnaps immer weiter. Am Wochenende starben mindestens 58 weitere Menschen an den Folgen des schwarz gebrannten Getränks, wie die Polizei des nordöstlichen Bundesstaat Assam am Sonntag mitteilten.

Damit stieg die Zahl der Toten binnen weniger Tage auf über 155. Mindestens 200 Menschen wurden in Spitälern behandelt. Die Opfer arbeiteten alle auf den Teeplantagen in der Region, unter ihnen sind auch viele Frauen.

Die ersten Arbeiter waren nach Polizeiangaben am Donnerstagabend erkrankt, nachdem sie gepanschten Schnaps getrunken hatten. Seitdem kommen täglich neue Opfer hinzu. Betroffen sind die Bezirke Golaghat und Jorhat.

Um sich um all die Opfer kümmern zu können, wurden dort zusätzliche Ärzte, Pfleger und Medikamente in die Spitäler entsandt. Nach Angaben von Ärzten leiden die Patienten unter starkem Brechreiz, Brustschmerzen und Atemnot.

Inzwischen gebe es aber auch eine Art Psychose unter den Arbeitern, sagte Assams Gesundheitsbeauftragter Samir Sinha. «Viele Einwohner sind besorgt und melden sich bei den Spitälern, auch wenn es schon vier oder fünf Tage zurückliegt, dass die den Schnaps getrunken haben».

15'000 Liter Schnaps vernichtet

In den ärmlichen ländlichen Gebieten Indiens wird viel selbst gebrannter Schnaps verkauft, weil er billig ist. Oft wird dem Fusel hochgiftiges Methanol beigemischt, um den Alkoholgehalt zu erhöhen. Grosse Mengen davon können zu Blindheit, Leberschäden und zum Tod führen.

Im aktuellen Fall wartet die Polizei noch auf Testergebnisse aus dem Labor, wie Vize-Polizeichef Agarwala sagte. Laut Polizei wurden aber bereits 14 Personen festgenommen, die mit der Herstellung und dem Vertrieb des Schnapses in Verbindung stehen sollen.

Zudem wurden 15'000 Liter Schnaps bei einer Razzia vernichtet. Die Behörden beurlaubten ausserdem zwei Beamte, weil sie keine Vorkehrungen gegen den Verkauf des Alkohols getroffen hätten. Assams Regierungschef Sarbananda Sonowal ordnete eine Untersuchung an.

Gesundheitsminister Himanta Biswa Sarma besuchte einige Opfer im Spital in Jorhat und kündigte an, «die Täter jener Tragödie nicht zu verschonen». Die Hinterbliebenen jedes Todesopfers sollen 200'000 Rupien (rund 2800 Franken) erhalten.

Jährlich hunderte Tote durch «Moonshine»

Jedes Jahr sterben in Indien hunderte Menschen an so genanntem Moonshine (Mondlicht), wie der schwarz gebrannte Schnaps auch genannt wird. Erst vor knapp zwei Wochen waren in den nordindischen Bundesstaaten Uttar Pradesh und Uttarakhand mehr als hundert Menschen an gepanschtem Alkohol gestorben.

40 Prozent der schätzungsweise fünf Milliarden Liter Alkohol, die jährlich in Indien konsumiert werden, stammen nach Angaben des Indischen Spirituosen- und Weinverband aus illegaler Produktion. Versuche mehrerer Bundesstaaten, Alkohol zu verbieten, hätten die Lage nur noch weiter verschärft, sagen Kritiker. (sda/afp/dpa)

Die unschönen Konsequenzen von «Kuhschutz» in Indien

Video: srf

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Wohnhaus in Indien stürzt ein – mindestens neun Tote

Beim Einsturz eines Wohnhauses in Indien sind am Montagmorgen (Ortszeit) mindestens neun Menschen gestorben.

Die Polizei vermute, dass rund 20 weitere Personen noch in den Trümmern eingeschlossen sind, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. 32 Menschen konnten gerettet werden. Das 35 Jahre alte Haus in der Nähe der Millionenmetropole Mumbai sei in baufälligem Zustand gewesen. Laut des Sprechers waren die Besitzer der Aufforderung der Behörden, das Haus zu reparieren, nicht nachgekommen.

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