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Wenn Kühe mehr gelten als Frauen – ein indischer Fotograf klagt an

Ein Projekt eines indischen Fotografen soll auf die Problematik von Frauenrechten aufmerksam machen und stellt die Frage: Warum werden in Indien Kühe besser geschützt als Frauen? 

Eva Hirschi
Eva Hirschi



In Indien scheinen Kühe mehr zu zählen als Frauen. Für indische Hindus sind Kühe heilig. In religiösen Überlieferungen gilt die Kuh als physische und spirituelle Ernährerin und als Mutter der Planeten. Verschiedene Götter sollen sich den Menschen in Form einer Kuh gezeigt haben. 

Geschriebene Gesetze, aber auch Selbstjustiz nehmen die Kühe in den Schutz:

Delhi: 50 Verbrechen an Frauen pro Tag

Nicht, dass Kühe diesen Schutz nicht verdienen würden. Gleichzeitig aber machen immer wieder Vergewaltigungen, Folter und Gewalt an Frauen Schlagzeilen – und nichts scheint sich von Seiten der Politik zu ändern. 

Vergewaltigungen von Frauen in Indien

Quelle: The atlas

Allein in New Delhi würden jeden Tag 50 Verbrechen an Frauen gemeldet, davon mindestens vier Vergewaltigungen, sagt ein Beamter des Innenministeriums gegenüber Al-Jazeera. Und dabei handelt es sich lediglich um die gemeldeten Fälle. 

Dies stört auch den Künstler Sujatro Ghosh. Lange Zeit wusste er nicht, was er dagegen tun konnte. Doch dann hatte er eine Idee: Auf Instagram startete er ein Fotoprojekt, in welchem er auf diese Missstände auf künstlerische Art hinweist, um so die Gesellschaft auf dieses Problem aufmerksam zu machen.

«Kunst ist die nüchternste Möglichkeit einer gebildeten Person zu protestieren, und das mache ich», sagt der 23-Jährige. Mit seinen Bildern von Frauen, die einen Kuhkopf aus Latex tragen, versucht er die Absurdität von Kuhrechten gegenüber Frauenrechten in verschiedenen Alltagssituationen aufzuzeigen. 

Zuerst hatte er bei seinen Freundinnen betteln müssen, sie mit dem Kuhkopf fotografieren zu dürfen. Inzwischen melden sich aber immer mehr Frauen bei ihm, um Teil des Projektes zu werden. 

Was mit einem Bild vor dem berühmten India Gate in New Delhi begonnen hat, zieht inzwischen Kreise. Sein Account verzeichnet inzwischen über 23'500 Follower.

Wenn er das Geld zusammenkriegt, möchte er auch in anderen Teilen des Landes fotografieren und so seine Botschaft verbreiten.

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