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Irans Justiz behauptet: Djamshid Sharmahd wurde gar nicht hingerichtet

Irans Justiz behauptet: Djamshid Sharmahd wurde gar nicht hingerichtet

05.11.2024, 12:20
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Der Deutsch-Iraner Djamshid Sharmahd ist nach neuer Darstellung der iranischen Justiz nicht hingerichtet worden, sondern vor Vollstreckung seines Todesurteils gestorben.

Djamshid Sharmahd während des Prozesses gegen ihn (Archivbild)
Djamshid Sharmahd wurde nach offiziellen Abgaben gar nicht hingerichtet.Bild: Koosha Falahi/Mizan/dpa/dpa/dpa-bilder

«Djamshid Sharmahd war zum Tode verurteilt, das Urteil zur Vollstreckung vorbereitet, doch verstarb er, bevor das Urteil vollstreckt wurde», sagte Justizsprecher Asghar Dschahangir nach einem Bericht des Justizportals Misan am Rande einer Pressekonferenz. Details nannte der Sprecher nicht.

Misan ist die offizielle Nachrichtenagentur der iranischen Justiz. Noch am Montag der Vorwoche hatte das Portal die Vollstreckung des Todesurteils gegen Sharmahd verkündet. Warum die Justiz nun eine Woche später eine andere Darstellung veröffentlicht, bleibt völlig unklar.

Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen. Irans Justiz und Staatsapparat gelten als Blackbox, Informationen dringen kaum nach aussen. Auch zum Verbleib der Leiche gab es nach der Bekanntgabe der Hinrichtung keine Details.

Sharmahd wurde im Frühjahr 2023 in einem umstrittenen Prozess nach Terrorvorwürfen zum Tode verurteilt. Die deutsche Regierung, Angehörige und Menschenrechtler wiesen die Anschuldigungen gegen ihn vehement zurück. Aussenministerin Annalena Baerbock (Grüne) verkündete daraufhin die Schliessung aller iranischen Generalkonsulate in Deutschland, die betroffenen Beamten müssen ausreisen. Die ohnehin angespannten diplomatischen Beziehungen Deutschlands zum Iran haben damit ein neues Tief erreicht. (dab/sda/dpa)

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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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BG1984
05.11.2024 12:55registriert August 2021
"Warum die Justiz nun eine Woche später eine andere Darstellung veröffentlicht, bleibt völlig unklar."

Na warum wohl... sie haben nicht mit den Konsequenzen und dem relativ harten Vorgehens Deutschlands gerechnet und erhoffen sich, dass Deutschland einknickt und die Konsulate wieder zulässt.
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olmabrotwurschtmitbürli #wurstkäseszenario
05.11.2024 12:54registriert Juni 2017
Übliches Verwirrspiel des aktuellen Regimes. Die terrorisieren iranische Angehörige auch durch die Nichtherausgabe der Leichname.

Dass die Hinrichtung nicht nach Protokoll verlief, glaube ich aber.
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Pummelfee
05.11.2024 13:53registriert Mai 2020
Ok, nicht hingerichtet…aber vielleicht geselbstmordet?? Kennt man ja von anderen Diktaturen.
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