International
Iran

Iranische Medien beleidigen deutsche Umweltministerin, die «wie ein Mann aussieht»

Iranische Medien beleidigen deutsche Umweltministerin, die «wie ein Mann aussieht»

08.10.2016, 04:4008.10.2016, 06:32

Die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks hat unfreiwillig für Aufregung im Iran gesorgt, weil sie die iranische Politikerin Massumeh Ebtekar in Berlin mit Handschlag begrüsste. Iranische Medien glaubten, Ebtekar habe einem Mann die Hand gegeben.

Der staatliche iranische Fernsehsender IRIB zeigte Bilder des Treffens. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim führten die Aufnahmen bei anderen iranischen Medien zum Eindruck und zur Kritik, Ebtekar habe in Deutschland einem Mann die Hand geschüttelt. Fremden Männern die Hand zu geben ist im Iran für gläubige islamische Frauen, besonders für Spitzenpolitikerinnen, ein absolutes Tabu.

Wie auch von der «Bild»-Zeitung gemeldet, sorgten der Bericht und eine Videoaufnahme für Aufregung in iranischen Medien und sozialen Netzwerken. Ebtekar, eine Vertraute von Präsident Hassan Ruhani, hätte bei einem Handschlag mit einem Mann definitiv zurücktreten müssen.

Die Agentur Tasnim stellte aber am Freitag klar, dass Hendricks eine Frau sei, obwohl sie auf den Aufnahmen «wie ein Mann aussieht».

Nach ihrer Schlappe bei den iranischen Parlamentswahlen im Februar befürchten die Erzkonservativen und Hardliner nächstes Jahr im Mai eine erneute Wiederwahl Ruhanis. Dies würde sie über Jahre hinaus ins politische Abseits bringen. Daher nutzen sie - besonders mit ihnen nahestehenden Medien wie IRIB - jede Gelegenheit, um gegen Ruhani und seine Regierung Stimmung zu machen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ausgelacht und angefasst: Wie Frauen bei Gottschalk zur Pointe wurden
Die Dokumentation «Was haben wir gelacht» zeigt, wie selbstverständlich der Fernsehhumor der Neunziger Frauen benutzte. Die Archivbilder erzählen auch davon, wer in einer Gesellschaft bestimmen darf, worüber gelacht wird.
Lachen stiftet Gemeinschaft. Wer nicht mitlacht, gilt schnell als Spielverderber. So funktionierte der Fernsehhumor, der in den Neunzigern Millionen vor den Bildschirm brachte: Man sass mit der Familie vor «Wetten, dass..?», Thomas Gottschalk plauderte, Frauen lächelten auf dem Sofa, selbst wenn er ihnen zu nahe kam oder ihren Körper kommentierte. Das war der perfekte Samstagabend, niemand verdarb die Stimmung.
Zur Story