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Iran-Krieg: Trump droht Teheran – Verhandlungslösung nicht in Sicht

epa12858910 A person reacts to the damage near a business building including the Qatari Al Araby TV office, after an airstrike in northern Tehran, Iran, 29 March 2026. A joint Israeli and US military  ...
Der Iran-Krieg dauert nun bereits fünf Wochen – und ein Ende ist nicht in Sicht.Bild: keystone

Trump droht Teheran – Verhandlungslösung nicht in Sicht

03.04.2026, 15:3303.04.2026, 15:40

Fünf Wochen nach Start des Iran-Kriegs dauern die gegenseitigen Angriffe unvermindert an und eine Verhandlungslösung ist ungeachtet heftiger Drohungen von US-Präsident Donald Trump nicht in Sicht. Der Iran sollte sich auf einen Deal einlassen, bevor es zu spät sei und nichts mehr übrig bleibe von dem Land, drohte Trump nach der Bombardierung einer wichtigen Autobahnbrücke bei Teheran.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte unterdessen weitere gemeinsame Angriffe mit den USA unter anderem auf die Infrastruktur des Iran an. «Zusammen mit unseren amerikanischen Freunden zerschlagen wir weiterhin das Terrorregime im Iran. Wir schalten Kommandeure aus, bombardieren Brücken, bombardieren Infrastruktur», sagte Netanjahu in einem von seinem Büro verbreiteten Video bei einer Lagebeurteilung.

Trump betonte: «Die neue Führung des Regimes weiss, was getan werden muss.» Und das müsse schnell geschehen, sagte Trump wohl mit Blick auf eine erhoffte Verhandlungslösung zur Beendigung des Kriegs. In Teheran erschütterte am Nachmittag dann eine neue Angriffswelle die Millionenmetropole. Augenzeugen berichteten von Explosionen.

President Donald Trump speaks about the Iran war from the Cross Hall of the White House on Wednesday, April 1, 2026, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon, Pool)
APTOPIX Trump Iran US
Trump droht dem iranischen Regime. Bild: keystone

Trump setzt die iranische Führung mit seinen Drohungen unter Zeitdruck, gleichzeitig kündigte er an, den Krieg in zwei bis drei Wochen beenden zu wollen. Ein mögliches Kriegsende ohne Verhandlungslösung und Zugeständnisse dürfte die Führung der Islamischen Republik – ungeachtet massiver Schäden und vieler Opfer im Land – als grossen Sieg feiern.

Irans Ex-Aussenminister Sarif wirbt für «echten» Frieden mit USA

Der frühere langjährige iranische Aussenminister Mohammed-Dschawad Sarif warb unterdessen für einen «echten» Frieden mit den USA. In einem Gastbeitrag für das Magazin «Foreign Affairs» argumentierte Sarif, dass der Grundkonflikt gelöst werden müsse. Anstelle eines möglicherweise fragilen Waffenstillstands sei ein echtes Friedensabkommen nötig.

Der Krieg habe gezeigt, dass Irans Raketen- und Atomprogramm militärisch nicht beendet werden könne. Seiner Ansicht nach sollte Teheran wie in der Vergangenheit anbieten, sein Atomprogramm einzuschränken und die Strasse von Hormus öffnen. Im Gegenzug müssten die USA internationale Sanktionen aufheben.

Schnelles Kriegsende nicht in Sicht

Gemeinsam mit Israel hatten die USA den Iran Ende Februar angegriffen. Seitdem wurden Dutzende führende Vertreter aus Militär und Politik getötet, darunter auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel und arabische Staaten am Golf. In der Strasse von Hormus brachte das iranische Militär die Schifffahrt mit Attacken und Drohungen nahezu zum Erliegen, was die Ölpreise in die Höhe schnellen liess. Ein schnelles Ende des Kriegs ist weiterhin nicht in Sicht.

Ajatollah Ali Chamenei bei einem Treffen mit Mitgliedern der Basidsch-Einheiten, die an der Niederschlagung der Proteste beteiligt waren.
Ali Chamenei war Irans oberster Führer. Bild: EPA LEADER OFFICE

Israel griff nach Angaben eines Militärsprechers Dutzende Ziele des Raketenprogramms im Iran sowie im Libanon an. Zudem sei der Kommandeur der ballistischen Raketeneinheit in der Region Kermanschah gezielt getötet worden. Ausserdem teilte Israels Armee am Morgen mit, sie habe rund 15 Mitglieder der libanesischen Hisbollah-Miliz bei einem Luftangriff im Südlibanon getötet. Diese hätten einen Raketenangriff auf Israel geplant.

Israel weiter unter Beschuss

Israel wurde unterdessen erneut mit Raketen beschossen. Im Norden des Landes gab es am Vormittag nach Einschlägen in der Gegend der Stadt Haifa infolge eines iranischen Angriffs Schäden an Gebäuden und Autos, wie israelische Medien berichteten. Iranischen Informationen zufolge wurden Militärziele in Israel beschossen. Die iranischen Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Schäden an Militäranlagen und im Rüstungsbereich unterliegen in Israel der Zensur.

A woman inspects a house damaged by an Iranian cluster bomb in Ramat Gan, Israel, Friday, April 3, 2026. (AP Photo/Maya Levin)
Israel Iran War
Eine Frau begutachtet die Schäden nach einer iranischen Bombe im Ramat Gan, Israel. Bild: keystone

Am Morgen hatten im Norden Israels wegen Drohnen- und Raketenangriffen der libanesischen Hisbollah mehrfach die Warnsirenen geheult. Die vom Iran unterstützte Miliz reklamierte Raketenangriffe für sich.

Auch die Golfstaaten meldeten weitere mutmasslich iranische Attacken. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien berichteten von Verletzten, während in Kuwait Einsatzkräfte bemüht waren, den Betrieb einer Entsalzungsanlage fortzuführen.

Mehr Schiffe passieren Strasse von Hormus

In der vom Iran weitgehend blockierten Strasse von Hormus nahm die Zahl der Schiffspassagen unterdessen zuletzt etwas zu. Nach einem Bericht der Datenfirma Windward fuhren am Mittwoch 16 Frachter durch die Meerenge, am Vortag waren es elf Schiffe. Die Zahl der Durchfahrten beträgt aber noch immer nur einen Bruchteil des Verkehrs vor Kriegsbeginn. Irans Vizeaussenminister Kasem Gharibabadi hatte am Donnerstag einen neuen Mechanismus in Aussicht gestellt, der den Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus regeln soll.

epaselect epa12864061 The Indian-flagged carrier Jag Vasant, carrying liquefied petroleum gas (LPG) via the Strait of Hormuz, arrives at Mumbai Port in Mumbai, India, 01 April 2026. Stalled shipments  ...
Ein indisches Schiff kommt im Hafen von Mumbai an, nachdem es die Strasse von Hormus passiert hat.Bild: keystone

Um mögliche Massnahmen zur Sicherheit der Strasse von Hormus ringt auch der UN-Sicherheitsrat in New York. Seit Tagen wird informell über einen Resolutionsentwurf von Bahrain diskutiert, der nun in einer Sitzung am Samstag abgestimmt werden soll, wie es aus Diplomatenkreisen hiess.

UN-Sicherheitsrat berät

In einer vorangegangenen Version des Dokuments wurde etwa explizit auf Kapitel 7 der Charta der Vereinten Nationen verwiesen, welches dem Sicherheitsrat die Befugnis einräumt, Massnahmen von Sanktionen bis zu militärischer Gewalt zu ergreifen. Dagegen hätten sich etwa die Vertreter Russlands und Chinas gewehrt, hiess es.

Aber auch die nun zur Abstimmung vorliegende Version, die den Verweis nicht mehr enthalten soll, droht im Sicherheitsrat an einem Veto zu scheitern, wie es von Diplomaten hiess. Der UN-Botschafter Bahrains in New York, Jamal Fares Alrowaiei, hatte vor der Abstimmung mit Blick auf das Vorgehen Irans gesagt, man könne keinen «Wirtschaftsterrorismus» dulden. (sda/dpa)

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Der Krieg im Iran hat zur Folge, dass die Ölpreise weltweit steigen.

quelle: keystone / altaf qadri
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Iranischer Militärsprecher «USA verhandeln mit sich selbst»
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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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mrmikech
03.04.2026 15:58registriert Juni 2016
Das Weisse Haus teilte heute mit, dass es den Kongress bitten wird, im Haushaltsjahr 2027 rund 1,5 Billionen Dollar für das Militär zu bewilligen. Sollte dies verabschiedet werden, würde dies die Militärausgaben auf den höchsten Stand der modernen Geschichte bringen. Trumps Verteidigungsausgaben sollen teilweise durch drastische Kürzungen bei inländischen Programmen ausgeglichen werden.

Iran ist nur der Anfang. Ich wiederhole: Bis 2030 wird Trump die Welt zerstören.
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future--?
03.04.2026 16:02registriert November 2023
Der Vorsitzende des Board of Peace droht…. Mhh…
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future--?
03.04.2026 16:02registriert November 2023
Der Friedenspräsident hat gesprochen!
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31
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