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epa05697099 Israeli solider Sgt. Elor Azaria (C) waits with his parents for the verdict inside the military court in Tel Aviv, Israel, 04 January 2017. Azaria waits for his verdict in a trial for fatally wounding a Palestinian in Hebron.  EPA/HEIDI LEVINE / POOL

Die Verurteilung von Elor Azaria sorgt weiterhin für Spannungen in Israel.  Bild: EPA/SIPA PRESS POOL

Hunderte demonstrieren in Tel Aviv gegen Spaltung Israels



Nach dem Schuldspruch für einen israelischen Soldaten, der einen verletzten palästinensischen Angreifer mit einem Kopfschuss getötet hatte, sind in Tel Aviv hunderte Menschen gegen die Spaltung des Landes auf die Strasse gegangen.

«Ob Rechts, Mitte oder Links, heute Abend sind wir zusammen», schrieb der Reservesoldat Siv Schilon, der zur Kundgebung aufgerufen hatte, am Samstag auf seiner Facebook-Seite. Medienberichten zufolge kamen 1500 Menschen auf dem Rabin-Platz zusammen.

Demonstranten am Samstagabend auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv.

Ein Militärgericht in Tel Aviv hatte am Mittwoch den 20-jährigen Elor Azaria wegen Totschlags schuldig gesprochen, weil nach Auffassung der Richter vom wehrlos am Boden liegenden Palästinenser keinerlei Gefahr ausgegangen war. Das Strafmass wollen die Richter zu einem späteren Zeitpunkt verkünden. Es drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Der Fall hat in Israel hohe Wellen geschlagen: Rechtsgerichtete Politiker sprachen sich für eine Begnadigung aus. Nach dem Schuldspruch demonstrierten dutzende Unterstützter des Soldaten vor dem Gerichtsgebäude und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.

«Ich habe um die Hand geweint, die ich im Gazastreifen gelassen habe.»

Reservist Siv Schilon

Der Reservist Schilon, der 2012 bei einem Bombenanschlag an der Grenze zum Gazastreifen schwer verletzt worden war, rief seine Landsleute in einem emotionalen Appell zur Geschlossenheit auf. Das israelische Volk sei «gespalten, verletzend, hassend, enttäuscht, verzweifelt», schrieb Schilon.

Dieser Hass habe ihn zum Weinen gebracht: «Ich habe um die Hand geweint, die ich im Gazastreifen gelassen habe, und mich gefragt, vielleicht zum ersten Mal, ob es sich gelohnt hat, für ein Volk zu kämpfen, das sich hasst.» (sda/afp)

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