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Palestinian protesters evacuate a wounded man during a protest at the Gaza Strip's border with Israel, Friday, April 13, 2018. (AP Photo/ Khalil Hamra)

Palästinenser transportieren einen verletzten Mann ab. Bild: AP/AP

Ein Toter und mehr als 950 Verletzte bei neuen Protesten in Gaza

Bei neuen Massenprotesten an Israels Grenze zum Gazastreifen sind am Freitag ein Palästinenser getötet und mehr als 950 verletzt worden. Ein 28-Jähriger sei an einer Schusswunde im Bauch gestorben, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit.



Die meisten der Verletzten litten den Angaben zufolge nach dem Einsatz von Tränengas an Atembeschwerden. Ein Sanitäterzelt sei direkt von einer Tränengasgranate getroffen worden, zehn Sanitäter hätten mit Atembeschwerden zu kämpfen gehabt.

Rund 200 Palästinenser wurden den Angaben zufolge durch Schüsse verletzt. Unter den Palästinensern mit Schussverletzungen befanden sich nach Angaben der palästinensischen Journalistengewerkschaft auch zwei Journalisten.

epa06667451 Palestinians protesters throw stones during clashes with Israeli topps near the border with Israel in the east of Gaza City on, 13 April 2018. According to local sources, more than 700 Palestinians were injured during fresh clashes in the east Gaza Strip near the border with Israel. Thousands of Palestinians in the Gaza strip protested on 13 April as part of the so-called Great March of Return demonstration for the third consecutive week along Gaza's border with Israel, calling for the right of Palestinian refugees and their descendants to return to their homelands. Since the beginning of the Great March of Return on 30 March, riots have been taking place near the Gaza-Israeli border, to which the Israeli army has responded with crowd control and live ammunition.  EPA/MOHAMMED SABER

Palästinenser werfen Steine gegen Israelis. Bild: EPA/EPA

Tausende Demonstranten versammelten sich bereits vor dem Freitagsgebet an mehreren Orten entlang der Grenze, später stieg ihre Zahl nach Angaben der israelischen Armee auf 10'000 an.

«Recht auf Rückkehr»

Anlass des «Marsches der Rückkehr», der bis Mitte Mai dauern soll, sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Für die Palästinenser bedeutet Israels Freudentag eine Katastrophe, weil 1948 Hunderttausende Palästinenser fliehen mussten oder vertrieben wurden. Forderungen der heute rund fünf Millionen Flüchtlinge und Nachkommen auf ein «Recht auf Rückkehr» auf israelisches Staatsgebiet lehnt Israel ab.

Am Freitag der vergangenen Woche nahmen 20'000 Menschen an den Protesten teil. Damals war der 30-jährige Journalist Jasser Murtadscha von israelischen Schüssen getroffen worden, während er östlich von Chan Junis Fotos von den Protesten machte.

Palestinian protesters run for cover from teargas fired by Israeli troops during a protest at the Gaza Strip's border with Israel, Friday, April 13, 2018. (AP Photo/ Khalil Hamra)

Palästinenser flüchten vor Tränengas. Bild: AP/AP

Laut Zeugenaussagen trug er eine Weste, die ihn eindeutig als Journalist auswies. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) warf der israelischen Armee einen gezielten Beschuss des Journalisten vor.

Kleinere gewaltsame Auseinandersetzungen

An diesem Freitagvormittag kam es zu kleineren gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen israelischen Soldaten und Steine werfenden Palästinensern.

Die Demonstranten schwenkten nach Angaben der israelischen Armee Palästinenserflaggen, verbrannten Reifen und israelische Fahnen. Es habe mehrere Versuche gegeben, die Grenzanlage zu beschädigen oder durchbrechen. Palästinenser hätten auch Brandsätze geworfen.

Palestinian protesters pull part of the fence that the Israeli Army placed, during a protest at the Gaza Strip's border with Israel, Friday, April 13, 2018. (AP Photo/ Khalil Hamra)

Schreckliche Bilder vom Gazastreifen. Bild: AP/AP

Die im Gazastreifen herrschende Hamas schicke Leute, um den Grenzzaun zu demolieren, eine zweite Welle von Hamas-Aktivisten versuche dann, nach Israel vorzudringen, sagte Israels Armeesprecher Jonathan Conricus. Man bemühe sich, die Opferzahlen möglichst gering zu halten. «Aber wir können es einer Horde von Randalierern nicht erlauben, nach Israel einzudringen.»

Israel hat Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen, es gehe zu hart gegen die Palästinenserproteste vor, zurückgewiesen. Laut der Armee haben Soldaten Anweisungen, nur auf die Beine von Palästinensern zu schiessen, sofern der Grenzzaun beschädigt oder eigene Soldaten gefährdet werden. Israel hat die Bevölkerung im Gazastreifen immer wieder davor gewarnt, sich der Grenzanlage zu nähern.

Seit dem 30. März wurden mindestens 35 Palästinenser im besetzten Gazastreifen durch die israelische Armee getötet. Die meisten starben bei Protesten entlang der Grenze zu Israel.

«Scham und Trauer»

Fünf ehemalige israelische Scharfschützen drückten in einem offenen Brief «Scham und Trauer» über die Vorfälle an der Gaza-Grenze aus. Die Mitglieder der Organisation Breaking the Silence (Das Schweigen brechen) kritisierten in dem Schreiben «militärische Befehle, die es Scharfschützen erlauben, scharfe Munition auf unbewaffnete Demonstranten zu feuern».

Sie fühlten «Scham über die Befehle, denen es an moralischem und ethischem Urteilsvermögen mangelt, und Trauer über die jungen Soldaten, die – wie wir sehr gut aus eigener Erfahrung wissen – für immer die Szenen mit sich herumtragen werden, die sie durch das Visier ihrer Gewehre gesehen haben».

Ein ranghoher israelischer Militärangehöriger wies die Vorwürfe zurück. «Wir schiessen nur, wenn wir schiessen müssen», sagte er. Man unternehme alles, um Verletzungen und Todesfälle zu verhindern. «Es wird versucht, unsere Scharfschützen in Verruf zu bringen – unsere Scharfschützen sind grossartig.» (sda/dpa/afp)

Banksy sprayt in Gaza Katzen auf zerstörte Häuser – und lockt Geschäftemacher an

Wie entstand der Konflikt im Nahen Osten?

Video: www.explain-it.ch

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    Alle Leser-Kommentare
  • reolon 14.04.2018 09:44
    Highlight Highlight Sie schreiben, der Gazastreifen sei besetztes Gebiet.
    Erstens war es nie besetztes sondern umstrittenes Gebiet, denn ein Gebiet, das zu keinem souveränen Staat gehört kann laut Genfer Konvention nicht besetzt, sondern höchstens umstritten sein. Zweitens hat es seit 2005 keinen einzigen Juden oder anderen Israeli mehr im Gazastreifen.
    Kaum waren die Israeli's weg, entfachte ein heftiger Krieg unter den Arabern mit Hunderten von Toten. Zugleich nahmen die Anschläge auf israelisches Territorium zu, obwohl die Araber immer betont hatten, dass mit dem Abzug der Israelis Frieden einkehren werde.
    • *klippklapp* 15.04.2018 01:32
      Highlight Highlight Hier würde ich als pro-Israeli sehr aufpassen. Das Existenzrecht von Israel gründet in einem UNO-Beschluss, der sich auf die Grenzen von 1949 bezieht. Wenn du nun den Gaza-Streifen als umstrittenes Gebiet deklarierst, dann wäre auch der heutige Staat Israel umstrittenes Gebiet. Da ich mal annehme, dass dir das nicht passt, finde ich, du solltest mit so einem Blödsinn aufhören.
      Von Seiten des Völkerrechtes ist die Sache klar: die Besetzung von Ostjerusalem, die Kontrolle über das Westjordanland und die illegale Blockade des Gazastreifens muss OHNE KONDITIONEN aufgegeben werden!
    • Royeti 15.04.2018 09:13
      Highlight Highlight Die Blockade muss aufgegeben werden?? Auf welchem Planeten lebst du?
      1. Ist die Grenze von Israel nach Gaza für Güterlieferungen offen. (Mehrere Tausend LKW monatlich...)
      2. Geht über die Grenze zu Ägypten genau nada.
      3. Wieso um Himmels Willen sollte Israel die Grenzübergänge für den freien Personenverkehr öffnen??

      Die wären ja schön blöd....das ist das einzige Druckmittel für Frieden und Terroristen einladen ist wohl sicher auch nicht das intelligenteste...

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