International
Israel

Magyar will ICC-Haftbefehl ausführen, falls Netanyahu Ungarn besucht

epa12887280 Leader and prime ministerial candidate of the Hungarian opposition Tisza Party Peter Magyar holds a press conference in Budapest, Hungary, 13 April 2026. Tisza Party won Hungary's par ...
Peter Magyar will den von Orban veranlassten Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof stoppen. Bild: keystone

Bei Einreise nach Ungarn würde Netanjahu verhaftet werden – kündigt Magyar an

Der designierte ungarische Ministerpräsident Peter Magyar kündete auf einer Pressekonferenz an, den israelischen Ministerpräsidenten bei einem allfälligen Staatsbesuch verhaften zu wollen. Kurz zuvor lud er diesen zu einer Gedenkveranstaltung im Oktober nach Budapest ein.
21.04.2026, 16:5421.04.2026, 16:54

Im November 2024 vermeldete der Internationale Strafgerichtshof ICC in Den Haag, dass Israels Premierminister Benjamin Netanjahu wegen des Vorwurfs, Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gazastreifen begangen zu haben, zur Verhaftung ausgeschrieben sei. Ein solcher Haftbefehl würde Staaten, welche den Internationalen Gerichtshof anerkennen, dazu verpflichten, den israelischen Premier bei einer allfälligen Einreise festzunehmen.

Fünf Monate nach dem Erlass des ICC-Haftbefehls besuchte Netanjahu auf Einladung seines engen Verbündeten Viktor Orban Ungarn. Kurz vor dem Besuch Netanjahus gab Ex-Premierminister Orban den Austritt Ungarns aus dem Internationalen Strafgerichtshof bekannt. Damit leitete dieser ein einjähriges Verfahren ein, welches dem israelischen Premier während seines Besuchs Immunität gewährte, wie das Politmagazin «Politico» berichtet.

Der designierte ungarische Ministerpräsident Peter Magyar leitet nun die Aufhebung des von seinem Vorgänger initiierten Austritts in die Wege. Bei einer Pressekonferenz gab Magyar zu verstehen, dass Benjamin Netanjahu bei einer erneuten Einreise die Verhaftung durch die ungarischen Behörden drohe.

«Wenn ein Land Mitglied des ICCs ist und eine vom ICC gesuchte Person in das Land einreist, dann muss diese Person in Haft genommen werden», dies habe er in einem persönlichen Telefonat auch Netanjahu mitgeteilt, so der Vorsitzende der Regierungspartei Tisza. Die Ankündigung Magyars folgt kurz nach seiner Einladung an den israelischen Ministerpräsidenten nach Ungarn zu reisen. Dieser soll im Oktober an der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Ungarn-Aufstands teilnehmen. (jul)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Peter Magyar gewinnt Wahlen in Ungarn
1 / 11
Peter Magyar gewinnt Wahlen in Ungarn

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat seine Niederlage bei der Parlamentswahl in Ungarn am Sonntagabend eingestanden.

quelle: keystone / petr david josek
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Israel lässt Flugblätter über Libanons Hauptstadt Beirut fallen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
22 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Neruda
21.04.2026 20:21registriert September 2016
Wie geil, er lädt ihn zu einer Gedenkveranstaltung ein um ihm gleich darauf klar zu machen, dass Ungarn Kriegsverbrecher nach Den Haag ausliefert 👌😆
221
Melden
Zum Kommentar
avatar
FYA
21.04.2026 19:19registriert März 2014
BRAVO!
Endlich mal ein mutiges Gesicht am Polit-Himmel! Bin sehr gespannt, was mit Magyar sonst noch alles so kommt. Auf jeden Fall scheint er eine Lichtgestalt für Demokratie, Recht und Anstand zu sein.
223
Melden
Zum Kommentar
22
Japan lockert Regeln für Waffenexporte
Die japanische Regierung hat ihre historischen Beschränkungen für Waffenexporte ins Ausland weitgehend aufgehoben.
Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, zielen die vom Kabinett und dem Nationalen Sicherheitsrat gebilligten Änderungen darauf ab, Japans «sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Partnerländern auszubauen». Damit wendet sich das Land immer stärker von seinem nach dem Zweiten Weltkrieg eingeschlagenen pazifistischen Kurs ab.
Zur Story