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Netanjahu muss bei Prozessbeginn anwesend sein



Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat sich am Donnerstagabend zum Sieger der Wahl zum Vorsitzenden der rechtsgerichteten Likud-Partei erklärt. (Archivbild)

In Nöten: Netanjahu. Bild: EPA

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu muss zum Auftakt seines Korruptionsprozesses am Sonntag persönlich anwesend sein.

Das Justizministerium begründete dies am Dienstag unter anderem damit, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in einen fairen Prozess gewährleistet werden müsse. Damit wurde ein Antrag von Netanjahus Anwälten abgelehnt.

Der Prozess gegen den 70-Jährigen beginnt am Sonntag vor dem Jerusalemer Bezirksgericht. Es ist das erste Mal in Israels Geschichte, dass ein amtierender Ministerpräsident vor Gericht steht. Die Staatsanwaltschaft wirft Netanjahu Betrug, Untreue und Bestechlichkeit vor. Am ersten Tag soll allerdings lediglich die Anklageschrift verlesen werden. Eigentlich hätte der Prozess schon Mitte März beginnen sollen. Wegen der Coronakrise wurde er verschoben.

Bei den Vorwürfen geht es um den Verdacht der Beeinflussung von Medien, angeblich krumme Deals mit Unternehmen und Luxusgeschenke befreundeter Geschäftsleute – vor allem Champagner und Zigarren – im Gegenzug für politische Gefälligkeiten. Sollte Netanjahu wegen Bestechlichkeit verurteilt werden, drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Bei einer Verurteilung wegen Betrugs und Untreue wäre die Höchststrafe drei Jahre Gefängnis.

Der Ministerpräsident weist alle Vorwürfe vehement zurück. Vor der ersten Sitzung seiner neuen Regierung sagte er am Sonntag: «Ich glaube nicht, dass von diesen lächerlichen Anschuldigungen ein Stein auf dem anderen bleiben wird.» Den Prozess nannte er einen «Witz». (aeg/sda/dpa)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Victor Paulsen 20.05.2020 11:10
    Highlight Highlight Sogar in Israel widerspricht der Justizminister dem Ministerpräsident.
    Barr könnte das mal nachmachen
  • Smeyers 20.05.2020 07:29
    Highlight Highlight Das hat jetzt niemand überrascht, Israel ist ein Rechtsstaat und da braucht alles seine Zeit.

    Wann werden Abbas und die Hamas vor Gericht gestellt? So viele Milliarden welche die unterschlagen haben, da ist Netanyahu ein Waisenkind.
  • Sam Regarde 19.05.2020 20:23
    Highlight Highlight Also, geht doch. Jetzt muss das Gericht nur noch dranbleiben.

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