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Die «Bestie» der Cosa Nostra: Ex-Mafia-Pate Toto Riina ist tot

17.11.17, 06:50 17.11.17, 07:58


Der Mafioso Toto Riina, einst einer der gefürchtetsten Bosse der sizilianischen Mafia, ist laut Medienberichten tot. Der 87-Jährige starb in der Nacht zum Freitag im Häftlingstrakt eines Spitals in Parma, wie italienische Medien berichteten.

Gesundheitsminister Andrea Orlando hatte Riinas Frau und drei seiner vier Kinder am Donnerstag erlaubt, den Paten, der an diesem Tag 87 Jahre alt wurde, im Spital zu besuchen, um Abschied zu nehmen. Dem seit 1993 inhaftierten Mafioso war es normalerweise untersagt, Besuch zu empfangen.

FILE - In this Jan. 16, 1996 file photo, Mafia ''boss of bosses'' Salvatore ''Toto'' Riina, center, enters handcuffed into Bologna's bunker-courtroom, escorted by Carabinieri, Italian paramiliary police, in Bologna, Italy. Italy’s justice minister has given special permission for family bedside visits to the comatose top Mafia boss. Italian media said Riina’s health deteriorated recently after undergoing two recent surgeries. (AP Photo/Gianni Schicchi)

Toto Riina im Jahr 1996 Bild: AP/AP

Sein ältester Sohn Giovanni sitzt wegen vierfachen Mordes im Gefängnis. Sein anderer Sohn Salvatore schrieb auf Facebook: «Du bist für mich nicht Toto Riina, Du bist einfach mein Vater. Und ich gratuliere Dir zum Geburtstag an diesem traurigen, aber wichtigen Tag, ich liebe Dich.»

Der «La Belva» (die Bestie) genannte Riina war fast 20 Jahre lang einer der brutalsten und gefürchtetsten Paten der sizilianischen Mafia. Er wurde für mehr als 150 Auftragsmorde verantwortlich gemacht und 26 Mal zu lebenslanger Haft verurteilt.

150 Morde sollen auf sein Konto gehen

Unter anderem wurde Riina für schuldig befunden, in den Jahren 1992 und 1993 die Mordanschläge auf die Anti-Mafia Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino in Auftrag gegeben zu haben. Ausserdem war er nach Überzeugung der italienischen Justiz einer der Drahtzier von Anschlägen in Rom, Mailand und Florenz, bei denen 1993 zehn Menschen getötet wurden.

Im Juli hatte ein Gericht einen Antrag Riinas abgelehnt, ihn aus Gesundheitsgründen freizulassen. Die Ärzte schätzten seinen Geisteszustand als «wach» ein. Vor diesem Antrag war er abgehört worden; dabei hatte er gesagt, dass er nichts bereue. «Sie werden mich niemals brechen, selbst wenn sie mir 3000 Jahre geben», sagte er. (sda/afp)

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