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Italien

Meloni als Engel: Denkmalbehörde prüft Rückkehr zum Originalzustand

epa12690470 Italian Prime Minister Giorgia Meloni looks on before her meeting with the European Parliament president at the Chigi Palace in Rome, Italy, 29 January 2026. EPA/FABIO FRUSTACI
Ein Engel in einer Kirche in Rom soll dem Gesicht von Giorgia Meloni gleichen. Bild: EPA ANSA

Meloni als Engel: Denkmalbehörde prüft Rückkehr zum Originalzustand

03.02.2026, 11:2903.02.2026, 11:29

Nachdem in einer der ältesten Kirchen Roms Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nach Restaurierungsarbeiten offenbar als Engel mit Flügeln dargestellt ist, prüft die römische Denkmalbehörde die Rückkehr zum Originalzustand. Sollte sich bestätigen, dass der Eingriff ohne Genehmigung erfolgte, sei eine Wiederherstellung der Originalfassung vorgesehen, teilte die Behörde mit.

Das Engelsfresko befindet sich in der Basilika San Lorenzo in Lucina neben einer Marmorbüste von Umberto II. von Savoyen, dem letzten König Italiens. Der Engel hält ein Pergament mit einer Landkarte Italiens.

Der Engel rechts soll Giorgia Meloni ähnich sein.
Der Engel rechts soll Giorgia Meloni ähnich sein.bild: afp

Die Tageszeitung «La Repubblica» hatte am Samstag über die auffällige Ähnlichkeit berichtet. Der 82-jährige Künstler Bruno Valentinetti, der das Fresko restauriert hatte, gilt als Sympathisant Melonis. Die Opposition hatte daraufhin Kulturminister Alessandro Giuli aufgefordert, die für Archäologie und Kunstgeschichte zuständige römische Behörde mit einer Prüfung zu beauftragen.

Nahaufnahme des Engels.
Nahaufnahme des Engels.bild: afp

Roms Denkmalbehörde prüft Archivunterlagen

Die Denkmalbehörde der Stadt Rom leitete daraufhin eine interne Untersuchung ein. Anhand von Archivunterlagen, Fotografien und Entwurfszeichnungen soll geklärt werden, ob das aktuelle Erscheinungsbild von der ursprünglichen Fassung abweicht. Sollte eine nicht genehmigte Veränderung festgestellt werden, kämen die Entfernung der Übermalung und die Rückführung auf den Originalzustand in Betracht, hiess es.

Die Basilika liegt im historischen Zentrum Roms und gehört zum Unesco-Welterbe. Auch wenn das Fresko nicht als antikes Kunstwerk gilt, sind Eingriffe genehmigungspflichtig. Eine Veränderung des Engelsgesichts sei den zuständigen Stellen nicht gemeldet worden, hiess es. Die Untersuchungen dauern an, eine abschliessende Entscheidung steht noch aus.

Seit Samstag strömten Hunderte Menschen in die Basilika, um das Fresko aus der Nähe zu betrachten. Der bekannte italienische Komiker Fiorello scherzte im Radio: «Der Engel Meloni schafft ein Wunder und bringt die Römer wieder in die Kirche.» (sda/apa)

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«Starre Ziele»: Die deutsche Wirtschaftsministerin macht bei Öl-Treffen brisante Aussagen
Die von der EU angestrebte Klimaneutralität bis 2050 sei womöglich nicht zu schaffen, meint Katherina Reiche (CDU). Reiche tätigte ihre Aussagen an einem Treffen der Öl- und Gasbranche in Texas – und sie kommen nicht von ungefähr.
Eigentlich ist sich Deutschland einig, ebenso die EU-Staaten: Bis spätestens 2050 will man klimaneutral sein. Im letzten Jahr kam ein Zwischenziel hinzu: Im Jahr 2040 sollen die Emissionen der EU bereits um 90 Prozent gesenkt werden. Und Deutschland selbst hat sich gar ein noch strengeres Ziel gesetzt: Klimaneutralität per 2045.
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