International
Italien

Meloni hält an italienischen Flüchtlingslagern in Albanien fest

epa11789554 A handout picture made available by the Chigi Palace (Palazzo Chigi) Press Office shows Italy's Prime Minister Giorgia Meloni attending a press conference during the North-South Summi ...
Mehrfach haben italienische Gerichte den Plänen der Regierungschefin einen Strich durch die Rechnung gemacht.Bild: keystone

Meloni hält an italienischen Flüchtlingslagern in Albanien fest

23.12.2024, 20:2323.12.2024, 20:23

Italiens rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will trotz mehrerer juristischer Niederlagen an den umstrittenen Aufnahmezentren für Migranten in Albanien festhalten. Die Regierung bekräftige ihre «feste Absicht», weiter an «sogenannten »innovativen Lösungen« für das Migrationsphänomen zu arbeiten», hiess es nach einem Treffen von Meloni mit einigen Ministern in einer Mitteilung.

Mehrfach haben italienische Gerichte den Plänen der Regierungschefin einen Strich durch die Rechnung gemacht und verhinderten bislang ihr Vorhaben, über die Asylanträge von Mittelmeer-Migranten ausserhalb der EU entscheiden zu lassen. Gerichte hoben zweimal hintereinander die Inhaftierung von Migranten in den Lagern in Albanien auf, nachdem sie zuvor von den Behörden im Mittelmeer aufgegriffen worden waren. Sie wurden danach nach Italien überstellt.

Die Richter verwiesen darauf, dass die Migranten in den Lagern nicht aus sicheren Ländern stammten, in die sie zurückgeschickt werden können. Meloni hatte versucht, ihr Projekt mit einem Dekret zu retten, das eine Liste von 19 vermeintlich sicheren Herkunftsländern von Migranten beinhaltete. Doch auch nach diesem Dekret kassierte die Regierung eine juristische Niederlage.

Meloni beruft sich nun auf eine Entscheidung des Obersten Gerichts aus der vergangenen Woche. Diese besagt, dass Richter nicht die Entscheidung der Regierung über die Einstufung als sicheres Herkunftsland, in das ein Migrant nach einem abgelehnten Asylantrag abgeschoben werden soll, übergehen können. Allerdings können demnach Gerichte von Fall zu Fall prüfen, ob die Einstufung als sicheres Herkunftsland tatsächlich berechtigt ist. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
24 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
AFK
23.12.2024 23:45registriert Juni 2020
Auch wenn es hier viele nicht gerne lesen, Meloni ist eine der wenigen politischen Leader in Europa die es "geschnallt" hat. Übrigens, sie ist zwar Rechts, hart in Migrationsfragen aber positioniert sich klar gegen Putin und für die NATO. Sie ist weiter als AFD, SVP, FN usw. !!
226
Melden
Zum Kommentar
24
Sicherheitsexperte: «Damit schiessen sich die Amerikaner ins eigene Knie»
Nico Lange erklärt, warum Trump im Krieg mit Teheran auf Zeit spielt – und warum das Mullah-Regime trotzdem am längeren Hebel sitzen könnte.
Seit dem 8. April herrscht im Iran-Krieg offiziell eine Waffenruhe. Verhandelt wird laut Donald Trump aktuell per Telefon. Haben Sie noch Hoffnung auf eine Einigung?
Nico Lange: Ich habe Hoffnung auf eine Einigung, aber nicht auf einen schnellen Deal. Da treffen zwei sehr unterschiedliche Verhandlungskulturen aufeinander. Trump, der immer sagt: «So, jetzt zack, muss ein Deal her». Und die Iraner, von denen man weiss, dass sie zäh und langsam verhandeln. Trump hat mit seinem Krieg einiges erreicht, aber er hat nicht erreicht, dass die Vertreter des iranischen Regimes handlungsunfähig geworden sind. Sie können weiterhin die Strasse von Hormus blockieren und die Golfstaaten sowie Israel mit Drohnen und Raketen angreifen. Deswegen muss sich Trump jetzt auf diese zähen Verhandlungen einlassen.
Zur Story